Mehl gehört zu den wichtigsten Grundzutaten in der Küche und wird für Brot, Brötchen, Kuchen, Pizza, Pasta, Soßen, Pfannkuchen und zahlreiche weitere Gerichte verwendet. Obwohl Mehl auf den ersten Blick wie ein sehr einfaches Lebensmittel wirkt, unterscheiden sich die erhältlichen Sorten erheblich. Weizenmehl Type 405 verhält sich beim Backen anders als Weizenmehl Type 550, Dinkelmehl besitzt andere Eigenschaften als Roggenmehl und Vollkornmehl enthält deutlich mehr Bestandteile des gesamten Getreidekorns als ein helles Auszugsmehl. Hinzu kommen Spezialmehle wie Pizza- beziehungsweise Tipo-00-Mehl, Brotmehl, glutenfreie Mischungen, Mandelmehl, Buchweizenmehl oder Mehle aus Hülsenfrüchten. Welche Variante am besten geeignet ist, hängt deshalb stark davon ab, was damit zubereitet werden soll. Ein feines Kuchenmehl ist nicht automatisch die beste Wahl für ein kräftiges Brot, während ein Roggenvollkornmehl für einen lockeren Biskuit ungeeignet sein kann. Auch Faktoren wie Klebergehalt, Wasseraufnahme, Geschmack, Mineralstoffgehalt, Mahlgrad, Haltbarkeit und Lagerung spielen eine wichtige Rolle. Wer regelmäßig backt, kann durch die bewusste Auswahl verschiedener Mehlsorten die Konsistenz, das Aroma und die Verarbeitbarkeit eines Teiges deutlich beeinflussen. In diesem ausführlichen Mehl-Ratgeber erfahren Sie, was Mehl eigentlich ist, welche verschiedenen Arten und Typen erhältlich sind, welche Alternativen infrage kommen, worauf beim Kauf geachtet werden sollte und wie Mehl richtig gelagert und verwendet wird.
- Weizenmehl type 405
- Für brot und pizzas
- Geeignet für das backen mit den händen und brotbackmaschinen
- Kühl und trocken lagern
Was ist Mehl?
Mehl entsteht durch das Mahlen von Getreidekörnern oder anderen pflanzlichen Ausgangsstoffen. Besonders verbreitet sind Mehle aus Weizen, Dinkel und Roggen. Daneben werden beispielsweise Mais, Reis, Buchweizen, Hafer, Kichererbsen, Mandeln und zahlreiche weitere Rohstoffe zu mehlähnlichen Produkten verarbeitet.
Ein Getreidekorn besteht vereinfacht aus Mehlkörper, Randschichten und Keimling. Bei sehr hellen Mehlen wird überwiegend der stärkereiche Mehlkörper verarbeitet, während bei Vollkornmehl nahezu das gesamte Korn einschließlich Randschichten und Keimling vermahlen wird. Dadurch unterscheiden sich Farbe, Geschmack, Mineralstoffgehalt und Backeigenschaften erheblich.
In Deutschland begegnet Verbrauchern bei vielen Getreidemehlen eine Typenzahl. Bekannte Beispiele sind Weizenmehl Type 405, Type 550 oder Type 1050. Die Zahl ist kein direkter Hinweis auf die Feinheit des Mehls, sondern hängt mit dem Mineralstoffgehalt zusammen. Je höher die Typenzahl, desto mehr mineralstoffreiche Bestandteile des Getreidekorns sind im Mehl enthalten. Vollkornmehl trägt üblicherweise keine klassische Typenzahl, da das gesamte Korn verwendet wird.
Mehl besteht zu einem großen Teil aus Kohlenhydraten beziehungsweise Stärke. Je nach Getreide und Ausmahlungsgrad enthält es außerdem Eiweiß, Ballaststoffe, Mineralstoffe, geringe Mengen Fett und weitere Bestandteile. Für das Backverhalten spielt insbesondere das Eiweiß eine wichtige Rolle. Bei Weizen und Dinkel können bestimmte Eiweißbestandteile zusammen mit Wasser ein Klebergerüst bilden. Dieses Gluten ist für die Elastizität vieler Teige entscheidend.
Beim Brot- und Pizzabacken hält dieses Klebergerüst beispielsweise die beim Gären entstehenden Gase im Teig. Dadurch kann der Teig aufgehen und eine lockere Struktur entwickeln. Roggen verhält sich anders und benötigt bei traditionellen Roggenbroten häufig eine andere Teigführung beziehungsweise Säuerung.
Vorteile und Nachteile von Mehl
Vorteile
Der größte Vorteil von Mehl ist seine enorme Vielseitigkeit. Aus wenigen Zutaten wie Mehl, Wasser, Salz und Hefe beziehungsweise Sauerteig lassen sich zahlreiche Brot- und Teigwaren herstellen. Mit Eiern, Zucker, Fett und weiteren Zutaten entstehen Kuchen, Gebäck und Desserts.
Mehl ist außerdem vergleichsweise lange lagerfähig, sofern es trocken und richtig aufbewahrt wird. Dadurch lässt es sich problemlos bevorraten. Standardmehle wie Weizenmehl Type 405 oder 550 sind zudem günstig und nahezu überall erhältlich.
Durch die große Sortenvielfalt kann die Mehlwahl gezielt an unterschiedliche Rezepte angepasst werden. Feine helle Mehle eignen sich beispielsweise gut für Kuchen und Gebäck, während kräftigere Typen und Vollkornmehle für Brot interessant sind.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass sich unterschiedliche Mehle miteinander mischen lassen. Dadurch kann beispielsweise ein Teil eines hellen Weizenmehls durch Vollkorn-, Dinkel- oder Roggenmehl ersetzt werden. So lassen sich Geschmack und Eigenschaften eines Rezeptes schrittweise verändern.
Nachteile
Ein Nachteil besteht darin, dass Mehlsorten nicht beliebig gegeneinander ausgetauscht werden können. Unterschiedliche Mehle nehmen verschieden viel Wasser auf und besitzen andere Backeigenschaften. Wird eine Mehlsorte einfach eins zu eins ersetzt, kann sich die Teigkonsistenz deutlich verändern.
Mehl ist außerdem empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Vorratsschädlingen. Wird es offen oder in ungeeigneten Räumen gelagert, können Klumpen, Fremdgerüche oder Schädlingsbefall entstehen.
Vollkornmehl und Mehle mit höherem Anteil an Keimling können aufgrund ihres höheren Fettgehalts schneller an Qualität verlieren als sehr helle Auszugsmehle. Größere Vorräte sollten deshalb nur angelegt werden, wenn das Mehl innerhalb eines sinnvollen Zeitraums verbraucht wird.
Für Menschen mit Zöliakie sind klassische glutenhaltige Getreidemehle ungeeignet. Sie benötigen geeignete glutenfreie Alternativen und müssen zusätzlich auf mögliche Kontaminationen achten.
Mehl Bestseller Platz 2 – 4
Unterschiedliche Arten von Mehl
Weizenmehl Type 405
Weizenmehl Type 405 gehört zu den bekanntesten Haushaltsmehlen in Deutschland. Es ist sehr hell, fein und besitzt einen relativ niedrigen Mineralstoffgehalt. Dadurch hat es einen milden Geschmack und beeinflusst das Aroma eines Gebäcks nur wenig.
Diese Mehlsorte eignet sich hervorragend für Kuchen, Kekse, Pfannkuchen, Waffeln, helle Soßen und zahlreiche andere klassische Küchenanwendungen. Auch für einfache Hefeteige kann Type 405 eingesetzt werden.
Für kräftige Brote ist es dagegen nicht immer die erste Wahl. Hier bieten Mehle mit höherer Typenzahl häufig mehr Aroma und eine andere Wasseraufnahme. Dennoch bleibt Type 405 eines der vielseitigsten Mehle für den normalen Haushalt.
Weizenmehl Type 550
Type 550 ist etwas mineralstoffreicher als Type 405 und wird häufig für Brot, Brötchen und Hefeteige verwendet. Es kann mehr Wasser aufnehmen und besitzt gute Backeigenschaften.
Besonders für helle Brötchen, Baguette, Pizza und klassische Hefeteige ist diese Mehlsorte interessant. Viele Hobbybäcker verwenden sie als universelles Backmehl, weil sie zwischen feinem Kuchenmehl und kräftigerem Brotmehl liegt.
Auch für Kuchen kann Type 550 verwendet werden. Je nach Rezept kann die Konsistenz geringfügig anders ausfallen als mit Type 405, in vielen Anwendungen funktioniert der Austausch jedoch problemlos.
Weizenmehl Type 1050
Weizenmehl Type 1050 enthält deutlich mehr mineralstoffreiche Bestandteile des Getreidekorns und ist dunkler als die Typen 405 oder 550. Geschmacklich wirkt es kräftiger und eignet sich besonders für Brot und herzhafte Backwaren.
Wer ein kräftigeres Weizenbrot backen möchte, ohne direkt zu Vollkornmehl zu greifen, findet mit Type 1050 einen interessanten Mittelweg. Es lässt sich außerdem gut mit helleren Mehlen mischen.
Durch die höhere Wasseraufnahme muss bei Rezepten gegebenenfalls etwas mehr Flüssigkeit eingeplant werden. Ein direktes Ersetzen von Type 405 durch Type 1050 kann deshalb eine Anpassung des Teiges erforderlich machen.
Weizenvollkornmehl
Bei Vollkornmehl wird nahezu das gesamte Getreidekorn verarbeitet. Dadurch enthält das Mehl mehr Ballaststoffe und mineralstoffreiche Bestandteile. Es besitzt einen kräftigeren Geschmack und eine dunklere Farbe.
Vollkornmehl nimmt mehr Wasser auf als helles Mehl. Wer ein klassisches Rezept auf Vollkorn umstellt, muss deshalb häufig die Flüssigkeitsmenge erhöhen. Außerdem können Teige dichter werden.
Für Vollkornbrot, kräftige Brötchen, Pfannkuchen und rustikale Kuchen eignet sich Weizenvollkornmehl sehr gut. Wer sich langsam an den Geschmack herantasten möchte, kann zunächst nur einen Teil des hellen Mehls ersetzen.
Dinkelmehl Type 630
Dinkelmehl Type 630 wird häufig als Alternative zu hellem Weizenmehl verwendet. Es eignet sich für Kuchen, Brötchen, Hefeteige und zahlreiche andere Backwaren. Geschmacklich besitzt Dinkel einen leicht charakteristischen, häufig etwas nussigeren Ton.
Dinkelteige können jedoch empfindlicher auf sehr langes oder intensives Kneten reagieren. Deshalb lohnt es sich, sich bei anspruchsvolleren Brotrezepten an die vorgesehene Teigführung zu halten.
Type 630 ist aufgrund seiner Vielseitigkeit besonders beliebt und lässt sich in vielen Rezepten ähnlich wie Weizenmehl einsetzen.
Dinkelmehl Type 1050
Dinkelmehl Type 1050 ist dunkler und kräftiger als Type 630. Es eignet sich besonders für Brot, Brötchen und herzhafte Teige. Der höhere Ausmahlungsgrad führt zu einem intensiveren Geschmack.
Auch dieses Mehl nimmt häufig mehr Wasser auf als eine helle Variante. Für saftige Dinkelbrote kann das durchaus vorteilhaft sein.
Dinkelvollkornmehl
Dinkelvollkornmehl enthält nahezu das gesamte Korn und eignet sich hervorragend für kräftige Vollkornbrote. Es besitzt einen charakteristischen Geschmack und kann sowohl allein als auch in Kombination mit helleren Dinkelmehlen verwendet werden.
Bei Kuchen und Gebäck kann der vollständige Austausch eines hellen Mehls durch Vollkorn die Textur deutlich verändern. Mischungen sind daher häufig ein guter Einstieg.
Roggenmehl Type 997
Roggenmehl Type 997 wird insbesondere zum Brotbacken verwendet. Es besitzt einen kräftigeren Geschmack und andere Backeigenschaften als Weizen. Roggen bildet kein vergleichbares stabiles Klebergerüst wie Weizen und wird deshalb häufig in Sauerteigbroten eingesetzt.
Type 997 eignet sich gut für Mischbrote und klassische Roggenbackwaren. In Kombination mit Weizenmehl entstehen aromatische Brote mit guter Struktur.
Roggenmehl Type 1150
Roggenmehl Type 1150 gehört zu den besonders verbreiteten Brotmehlen. Es besitzt einen kräftigen Geschmack und eignet sich hervorragend für Roggenmischbrot und Sauerteig.
Wer regelmäßig Brot selbst backt, kann mit Type 1150 zahlreiche klassische deutsche Brotrezepte umsetzen. Die Verarbeitung unterscheidet sich jedoch deutlich von einem elastischen Weizenhefeteig. Roggenteig ist häufig klebriger und wird anders behandelt.
Roggenvollkornmehl
Roggenvollkornmehl wird aus dem gesamten Roggenkorn hergestellt und ist besonders aromatisch. Es eignet sich für kräftige Vollkorn- und Sauerteigbrote.
Durch die hohe Wasseraufnahme entstehen bei korrekter Rezeptur saftige Brote. Eine lange Teigführung und Sauerteig können das Aroma zusätzlich intensivieren.
Pizzamehl Tipo 00
Tipo 00 ist eine italienische Mehlbezeichnung. Solche Mehle sind besonders fein vermahlen und werden häufig für Pizza und Pasta verwendet. Allerdings sind nicht alle Tipo-00-Mehle identisch. Für Pizza sind zusätzlich Eiweißgehalt und Teigstärke entscheidend.
Für Pizza mit langer Teigführung lohnt sich ein Mehl, das ausdrücklich dafür ausgelegt ist. Es kann ausreichend Wasser aufnehmen und lange Fermentationszeiten überstehen.
Der Vorteil eines guten Pizzamehls liegt in einer elastischen Teigstruktur. Der Teig lässt sich dünn ausziehen und kann bei hoher Backtemperatur einen luftigen Rand entwickeln.
Glutenfreies Mehl
Glutenfreie Mehle werden beispielsweise aus Reis, Mais, Buchweizen, Hirse oder Hülsenfrüchten hergestellt. Da ihnen das klassische Klebergerüst fehlt, können sie beim Backen nicht immer direkt eins zu eins gegen Weizenmehl ausgetauscht werden.
Deshalb bestehen glutenfreie Backmischungen häufig aus mehreren Mehlen und Stärken. Zusätzlich werden Bindemittel eingesetzt, um die Struktur eines glutenhaltigen Teiges nachzuahmen.
Für Menschen mit Zöliakie ist außerdem entscheidend, dass das Produkt zuverlässig glutenfrei hergestellt und entsprechend gekennzeichnet ist.
Mandelmehl
Mandelmehl wird aus gemahlenen beziehungsweise teilweise entölten Mandeln hergestellt. Es enthält deutlich weniger Stärke als Getreidemehl und verhält sich deshalb völlig anders beim Backen.
Es eignet sich für bestimmte Low-Carb-Rezepte, glutenfreie Backwaren oder als aromatische Ergänzung. Ein direkter Austausch gegen Weizenmehl funktioniert jedoch normalerweise nicht ohne weitere Anpassungen.
Kichererbsenmehl
Kichererbsenmehl besitzt einen kräftigen, leicht nussigen Geschmack und wird vor allem in herzhaften Rezepten eingesetzt. Es eignet sich beispielsweise für Teige, Fladen, Panaden oder als Bestandteil glutenfreier Mischungen.
Durch seinen intensiven Eigengeschmack passt es nicht zu jedem Kuchenrezept. Für herzhafte Küche bietet es jedoch interessante Möglichkeiten.
Alternativen zu klassischem Mehl
Haferflocken gemahlen
Fein gemahlene Haferflocken können in einigen Rezepten einen Teil des Mehls ersetzen. Besonders für Pfannkuchen, Muffins oder einfache Teige ist dies interessant. Das Backverhalten ist allerdings nicht identisch mit Weizenmehl.
Gemahlene Mandeln
Gemahlene Mandeln können in Kuchen und Gebäck einen Teil des Mehls ersetzen und sorgen für ein saftiges Ergebnis. Sie enthalten jedoch deutlich mehr Fett und weniger Stärke. Deshalb ist ein vollständiger Austausch nur bei speziell dafür vorgesehenen Rezepten sinnvoll.
Speisestärke
Speisestärke ist kein vollständiger Ersatz für Mehl, kann aber in vielen Rezepten anteilig verwendet werden. Sie wird beispielsweise zum Binden von Soßen und Puddings sowie für besonders feine Kuchen eingesetzt.
In einem Biskuit oder Rührkuchen kann ein Teil des Mehls durch Stärke ersetzt werden, wodurch die Struktur besonders locker und fein werden kann.
Buchweizenmehl
Buchweizen ist botanisch kein klassisches Getreide und von Natur aus glutenfrei. Das Mehl besitzt einen charakteristischen kräftigen Geschmack und eignet sich unter anderem für Pfannkuchen und rustikale Backwaren.
Für luftige Hefebrote wird es meist mit anderen Mehlen beziehungsweise geeigneten Bindemitteln kombiniert.
Reismehl
Reismehl schmeckt relativ mild und wird häufig in glutenfreien Backmischungen verwendet. Allein besitzt es allerdings keine für klassische Brotteige geeignete Glutenstruktur.
In Kombination mit Stärke und weiteren glutenfreien Mehlen lässt sich daraus eine vielseitige Backmischung herstellen.
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Beliebte Mehle und Produktbeispiele
| Produktname | Marke | Ungefährer Preis | Kurze Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Weizenmehl Type 405 | Diamant | ca. 1–2 Euro pro kg | Klassisches helles Haushaltsmehl für Kuchen, Pfannkuchen, Gebäck und zahlreiche weitere Anwendungen. |
| Weizenmehl Type 550 | Aurora | ca. 1–2 Euro pro kg | Vielseitiges Weizenmehl für Brot, Brötchen, Pizza und Hefeteige. |
| Dinkelmehl Type 630 | Alnatura | ca. 2–3 Euro pro kg | Helles Dinkelmehl für Kuchen, Brot, Brötchen und allgemeine Backanwendungen. |
| Roggenmehl Type 1150 | Spielberger | ca. 2–4 Euro pro kg | Kräftiges Roggenmehl für Sauerteig, Mischbrot und klassische Roggenbackwaren. |
| Caputo Pizzeria Tipo 00 | Caputo | ca. 2–4 Euro pro kg | Feines italienisches Mehl für Pizza und Teige mit elastischer Struktur. |
Worauf sollte beim Kauf von Mehl geachtet werden?
Mehlsorte
Zunächst sollte die Getreideart zum gewünschten Rezept passen. Weizen ist besonders vielseitig, Roggen eignet sich hervorragend für kräftige Brote und Dinkel ist eine beliebte Alternative zu Weizen.
Spezialmehle wie Reis-, Kichererbsen- oder Mandelmehl besitzen jeweils völlig andere Eigenschaften. Sie sollten deshalb nicht ohne Anpassung anstelle eines klassischen Getreidemehls verwendet werden.
Typenzahl
Die Typenzahl hilft bei der Auswahl innerhalb einer Getreideart. Niedrige Zahlen stehen im Allgemeinen für helle Mehle mit geringerem Mineralstoffgehalt, während höhere Typen mehr Bestandteile aus den äußeren Kornschichten enthalten.
Für feine Kuchen ist ein helles Mehl häufig sinnvoll, für kräftiges Brot können höhere Typen geschmacklich interessanter sein.
Eiweißgehalt
Besonders bei Pizza, Brot und anderen Hefeteigen kann der Eiweißgehalt interessant sein. Ein ausreichend backstarkes Mehl ermöglicht die Ausbildung eines belastbaren Klebergerüstes.
Für Kuchen ist ein möglichst hoher Eiweißgehalt dagegen nicht zwingend notwendig. Dort stehen häufig Zartheit und eine lockere Struktur im Vordergrund.
Vollkorn oder Auszugsmehl
Vollkornmehl enthält mehr Bestandteile des Getreidekorns und besitzt einen kräftigeren Geschmack. Es nimmt mehr Wasser auf und führt häufig zu dichteren Teigen.
Helles Auszugsmehl ist dagegen milder und eignet sich hervorragend für feine Backwaren. Welche Variante besser ist, hängt somit vom jeweiligen Rezept ab.
Bio-Mehl
Bio-Mehl stammt aus ökologischer Landwirtschaft. Ob sich der Mehrpreis lohnt, hängt von den persönlichen Prioritäten ab. Beim Backverhalten sind Sorte, Typ und Eiweißgehalt häufig wichtiger als allein die Bio-Kennzeichnung.
Packungsgröße
Wer nur gelegentlich backt, sollte eher kleinere Mengen kaufen. Mehl ist zwar relativ lange haltbar, verliert aber mit der Zeit an Qualität und kann Fremdgerüche aufnehmen.
Für Haushalte, die regelmäßig Brot oder Pizza backen, können größere Gebinde wirtschaftlicher sein. Voraussetzung ist eine trockene und sichere Lagerung.
Verpackungszustand
Die Verpackung sollte trocken und unbeschädigt sein. Feuchte oder eingerissene Packungen können auf schlechte Lagerbedingungen hindeuten. Besonders Papierverpackungen sollten nicht dauerhaft auf feuchten Flächen stehen.
Welches Mehl eignet sich wofür?
Mehl für Kuchen
Für klassische Rührkuchen, Biskuit und feines Gebäck wird häufig Weizenmehl Type 405 verwendet. Auch Dinkel Type 630 kann eine gute Alternative darstellen.
Ein Teil des Mehls kann bei bestimmten Rezepten durch Stärke ersetzt werden, wenn eine besonders feine Struktur gewünscht ist.
Mehl für Brot
Für Brot eignen sich Weizen Type 550 oder 1050, verschiedene Roggenmehle, Dinkelmehle und Vollkornvarianten. Viele gute Brotrezepte arbeiten mit Mischungen.
Welche Kombination sinnvoll ist, hängt von gewünschtem Geschmack, Struktur und Teigführung ab. Roggenbrot unterscheidet sich beispielsweise grundlegend von einem luftigen Weizenbrot.
Mehl für Pizza
Für Pizza eignen sich backstarke Weizenmehle beziehungsweise geeignete Tipo-00-Mehle. Besonders bei langen Gehzeiten muss der Teig eine stabile Struktur entwickeln können.
Ein normales Type-550-Mehl kann ebenfalls gute Ergebnisse liefern. Wer jedoch sehr dünne Pizza mit starkem Ofentrieb backen möchte, profitiert häufig von einem speziellen Pizzamehl.
Mehl für Brötchen
Weizenmehl Type 550 ist eine sehr gute Ausgangsbasis für helle Brötchen. Für rustikalere Varianten können Type 1050, Roggen oder Vollkorn anteilig ergänzt werden.
Mehl für Pfannkuchen
Für Pfannkuchen eignet sich Type 405 besonders gut. Auch Dinkel 630 oder Vollkornmehl können verwendet werden. Bei Vollkorn ist gegebenenfalls etwas mehr Flüssigkeit erforderlich.
Mehl zum Andicken von Soßen
Helles Weizenmehl eignet sich gut für klassische Mehlschwitzen und Soßen. Alternativ können Speisestärke oder andere Bindemittel verwendet werden.
Mehl richtig lagern
Mehl sollte trocken, kühl und möglichst dunkel gelagert werden. Feuchtigkeit ist besonders problematisch, da sie Klumpenbildung und mikrobiellen Verderb fördern kann.
Nach dem Öffnen kann das Mehl in einen gut schließenden Vorratsbehälter umgefüllt werden. Dadurch wird es besser vor Feuchtigkeit, Fremdgerüchen und Vorratsschädlingen geschützt.
Mehl sollte nicht unmittelbar neben stark riechenden Lebensmitteln gelagert werden, weil es Gerüche annehmen kann. Auch Wärme durch Herd, Heizung oder direkte Sonneneinstrahlung ist ungünstig.
Vollkornmehl besitzt durch den enthaltenen Keimling einen höheren Fettanteil und ist deshalb weniger lange lagerfähig als viele helle Mehle. Wer Vollkorn nur selten verwendet, sollte kleinere Packungen kaufen.
Häufig gestellte Fragen zu Mehl
Was bedeutet die Typenzahl beim Mehl?
Die Typenzahl hängt mit dem Mineralstoffgehalt des Mehls zusammen. Ein Mehl Type 405 enthält weniger mineralstoffreiche Bestandteile des Korns als beispielsweise Type 1050. Die Zahl sagt dagegen nicht einfach aus, wie fein das Mehl gemahlen wurde. Höhere Typen sind meist dunkler und geschmacklich kräftiger.
Welches Mehl ist am besten für Kuchen?
Für klassische Kuchen ist Weizenmehl Type 405 eine sehr verbreitete und zuverlässige Wahl. Es ist fein, hell und mild. Dinkelmehl Type 630 kann ebenfalls gut funktionieren. Für Vollkornkuchen lässt sich ein Teil oder das gesamte Mehl durch Vollkorn ersetzen, wobei Flüssigkeitsmenge und Textur angepasst werden müssen.
Welches Mehl eignet sich für Pizza?
Für Pizza sind backstarke Weizenmehle besonders interessant. Ein gutes Tipo-00-Pizzamehl ermöglicht elastische Teige und eignet sich häufig für längere Fermentation. Auch Weizenmehl Type 550 kann sehr gute Pizza ergeben. Entscheidender als die Bezeichnung allein sind Eiweißgehalt, Teigführung und Backtemperatur.
Kann man Weizenmehl durch Dinkelmehl ersetzen?
In vielen einfachen Rezepten kann helles Weizenmehl durch Dinkelmehl Type 630 ersetzt werden. Die Teige können sich allerdings etwas anders verhalten. Dinkel sollte bei bestimmten Rezepten weniger intensiv geknetet werden. Bei anspruchsvollen Brot- und Pizzarezepten ist eine angepasste Rezeptur empfehlenswert.
Kann Mehl schlecht werden?
Ja. Auch wenn Mehl lange haltbar ist, kann es durch Feuchtigkeit, Schädlinge, Fremdgerüche oder Alter verderben. Besonders Vollkornmehl kann aufgrund des höheren Fettgehalts schneller einen unangenehmen beziehungsweise ranzigen Geschmack entwickeln. Auffällig riechendes oder befallenes Mehl sollte nicht verwendet werden.
Muss Mehl gesiebt werden?
Bei modernen fein gemahlenen Mehlen ist Sieben nicht grundsätzlich notwendig. In manchen Backrezepten kann es jedoch helfen, Klümpchen zu vermeiden und trockene Zutaten gleichmäßig miteinander zu vermischen. Besonders bei sehr feinen Kuchen kann dies sinnvoll sein.
Was ist der Unterschied zwischen Mehl Type 405 und 550?
Type 550 enthält mehr Mineralstoffe als Type 405 und besitzt etwas andere Backeigenschaften. Type 405 wird häufig für Kuchen und feines Gebäck verwendet, während Type 550 besonders beliebt für Brot, Brötchen, Pizza und Hefeteige ist. Beide Sorten können jedoch vielseitig eingesetzt werden.
Ist Vollkornmehl beim Backen genauso verwendbar wie weißes Mehl?
Nicht ohne Weiteres. Vollkornmehl nimmt mehr Wasser auf und verändert Geschmack, Farbe und Struktur. Bei einem vollständigen Austausch muss deshalb häufig mehr Flüssigkeit verwendet werden. Wer ein bestehendes Rezept umstellen möchte, kann zunächst einen Teil des hellen Mehls durch Vollkorn ersetzen.
Wie verhindert man Mehlmotten und andere Vorratsschädlinge?
Mehl sollte möglichst in dicht schließenden Behältern aufbewahrt werden. Neue Packungen können vor dem Einräumen kontrolliert werden. Bei einem Befall müssen betroffene Lebensmittel konsequent entsorgt und Schränke gründlich gereinigt werden. Dichte Vorratsbehälter verhindern außerdem, dass sich ein Befall leicht auf andere Lebensmittel ausbreitet.
Welches Mehl ist glutenfrei?
Reis-, Mais-, Buchweizen-, Kichererbsen- und verschiedene andere Spezialmehle sind von Natur aus glutenfrei. Für Menschen mit Zöliakie reicht die natürliche Glutenfreiheit des Rohstoffs jedoch nicht immer aus. Wichtig ist ein Produkt, das entsprechend glutenfrei gekennzeichnet ist und vor relevanten Kontaminationen geschützt hergestellt wurde.
Mehl Test bei Stiftung Warentest & Co
| Stiftung Warentest | Mehl Test bei test.de |
| Öko-Test | Mehl Test bei Öko-Test |
| Konsument.at | Mehl bei konsument.at |
| gutefrage.net | Mehl bei Gutefrage.de |
| Youtube.com | Mehl bei Youtube.com |
Mehl Testsieger
Stiftung Warentest ist bekannt dafür, eine Vielzahl an Produkte einem genauen Test zu unterziehen. Mehl wurden bisher noch nicht getestet, so dass wir Ihnen keinen Mehl Testsieger präsentieren können.
Mehl Stiftung Warentest
Leider ist uns momentan kein Mehl Stiftung Warentest Sieger bekannt.
Fazit zu Mehl
Mehl ist eine einfache Grundzutat, bietet durch die Vielzahl unterschiedlicher Getreidearten, Typen und Spezialmehle jedoch deutlich mehr Auswahl, als es zunächst erscheinen mag. Für die meisten Haushalte sind Weizenmehl Type 405 und Type 550 besonders vielseitige Grundlagen. Type 405 eignet sich hervorragend für Kuchen, Pfannkuchen und feines Gebäck, während Type 550 insbesondere bei Brot, Brötchen, Pizza und Hefeteigen seine Stärken zeigt.
Wer kräftigere Backwaren bevorzugt, kann zu Weizen Type 1050, Roggenmehl, Dinkelmehl oder Vollkornvarianten greifen. Diese Mehle bringen mehr Eigengeschmack mit und verändern gleichzeitig die Wasseraufnahme des Teiges. Gerade beim vollständigen Austausch eines hellen Mehls sollte deshalb nicht ausschließlich nach Gewicht gearbeitet werden. Die Konsistenz des Teiges muss ebenfalls berücksichtigt werden.
Für spezielle Anwendungen lohnt sich ein genau auf das Rezept abgestimmtes Mehl. Ein geeignetes Tipo-00-Mehl kann bei Pizza mit langer Teigführung Vorteile bieten, während Roggen Type 1150 hervorragend für Sauerteig- und Mischbrot geeignet ist. Glutenfreie Mehle aus Reis, Mais, Buchweizen oder Hülsenfrüchten ermöglichen wiederum völlig andere Anwendungen, benötigen beim klassischen Backen aber häufig zusätzliche Bindemittel oder speziell entwickelte Rezepturen.
Auch die Lagerung beeinflusst die Qualität. Mehl sollte kühl, trocken, dunkel und geschützt vor Vorratsschädlingen aufbewahrt werden. Dicht schließende Behälter sind nach dem Öffnen besonders praktisch. Große Vorratspackungen lohnen sich nur dann, wenn das Mehl tatsächlich regelmäßig verbraucht wird. Vollkornmehl sollte aufgrund des höheren Anteils des gesamten Korns eher frisch verwendet werden.
Das beste Mehl ist deshalb nicht grundsätzlich das teuerste oder mineralstoffreichste Produkt, sondern die Sorte, die zum jeweiligen Rezept passt. Wer Mehlsorte, Typenzahl, Eiweißgehalt und gewünschtes Backergebnis berücksichtigt, kann Teige gezielter herstellen und sowohl bei Brot und Pizza als auch bei Kuchen und Gebäck deutlich bessere Ergebnisse erzielen.
Zuletzt Aktualisiert am 21.08.2026
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