Die Schenkeltrense gehört zu den klassischen Gebissarten im Reitsport und wird vor allem dann eingesetzt, wenn neben der normalen Zügelwirkung eine zusätzliche seitliche Begrenzung des Pferdemauls gewünscht ist. Charakteristisch sind die seitlich verlängerten Schenkel beziehungsweise Stege, die verhindern sollen, dass das Gebiss bei einer stärkeren einseitigen Zügeleinwirkung zu weit durch das Maul gezogen wird. Dadurch kann die Schenkeltrense insbesondere bei jungen Pferden, bei Pferden in der Ausbildung oder bei Tieren mit noch unsicherer Anlehnung eine interessante Alternative zu einer gewöhnlichen Wassertrense darstellen. Gleichzeitig gibt es zahlreiche unterschiedliche Bauformen, Materialien und Mundstücke, sodass die Auswahl nicht allein nach der äußeren Form erfolgen sollte.
Eine gut passende Schenkeltrense muss hinsichtlich Breite, Stärke und Mundstück zur individuellen Anatomie des Pferdes passen. Ein zu schmales Gebiss kann unangenehmen Druck an den Maulwinkeln erzeugen, während ein zu breites Modell seitlich verrutschen und dadurch unruhig im Maul liegen kann. Auch die Form des Mundstückes hat erheblichen Einfluss auf die Wirkung. Einfach gebrochene, doppelt gebrochene und gerade beziehungsweise flexible Varianten verteilen den Druck unterschiedlich auf Zunge, Laden und Maulwinkel. Hinzu kommen verschiedene Materialien wie Edelstahl, spezielle Metalllegierungen, Kunststoff oder flexible Kunststoffe.
Wer eine Schenkeltrense kaufen möchte, sollte daher nicht ausschließlich auf Preis oder Marke achten. Wesentlich wichtiger sind die richtige Größe, ein hochwertig verarbeitetes Mundstück, abgerundete Übergänge und eine Konstruktion, die zur Ausbildung des Pferdes und zur Hand des Reiters passt. Da jedes Pferd unterschiedlich auf ein Gebiss reagieren kann, sollte die Auswahl möglichst in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Ausbilder, Trainer oder gegebenenfalls einer fachkundigen Gebissberatung erfolgen. Dieser ausführliche Ratgeber erklärt, was eine Schenkeltrense auszeichnet, welche Arten erhältlich sind, welche Vor- und Nachteile bestehen und worauf beim Kauf, bei der Anpassung und bei der Pflege besonders geachtet werden sollte.
- Angenehme Passform, bietet auch bei längeren Tragezeiten einen optimalen Sitz und Komfort
- Dicke Polsterung
- Stoßabsorbierend
Was ist eine Schenkeltrense?
Eine Schenkeltrense ist ein Trensengebiss, das auf beiden Seiten mit verlängerten seitlichen Schenkeln ausgestattet ist. Diese Schenkel liegen außen neben dem Pferdemaul und sorgen für eine zusätzliche seitliche Führung. Dadurch unterscheidet sich die Schenkeltrense von einer gewöhnlichen Wassertrense, bei der sich das Mundstück frei in den Gebissringen bewegen kann.
Die seitlichen Schenkel werden auch als Knebel bezeichnet, weshalb die Schenkeltrense teilweise als Knebeltrense bezeichnet wird. Je nach Modell verlaufen die Schenkel relativ gerade nach oben und unten oder sind leicht gebogen. Einige Varianten besitzen zusätzlich Ringe oder Befestigungsmöglichkeiten, mit denen die oberen Schenkel am Backenstück des Zaums fixiert werden können.
Die Grundwirkung bleibt die einer Trense. Die Zügel werden seitlich am Gebiss befestigt, und der Zug der Reiterhand wirkt über das Mundstück auf Zunge, Laden und Maulwinkel. Die verlängerten Schenkel ergänzen diese Wirkung durch einen deutlicheren seitlichen Impuls. Wird beispielsweise einseitig am Zügel eingewirkt, liegt der gegenüberliegende Schenkel außen am Pferdemaul an und kann die seitliche Führung unterstützen.
Gerade bei jungen Pferden oder Pferden, die seitwärtsweisende Zügelhilfen noch lernen, kann diese zusätzliche Begrenzung hilfreich sein. Gleichzeitig darf eine Schenkeltrense nicht als Lösung für grundsätzliche Ausbildungs- oder Rittigkeitsprobleme verstanden werden. Auch mit diesem Gebiss bleiben eine ruhige Reiterhand, eine korrekte Verschnallung und eine passende Ausbildung entscheidend.
Vorteile und Nachteile einer Schenkeltrense
Vorteile
- Zusätzliche seitliche Führung: Die Schenkel können seitwärtsweisende Zügelhilfen deutlicher übertragen.
- Weniger Durchziehen des Gebisses: Das Gebiss kann bei einseitigem Zügelzug nicht so leicht vollständig durch das Maul gezogen werden.
- Für junge Pferde interessant: In der Ausbildung kann die seitliche Begrenzung hilfreich sein.
- Verschiedene Mundstücke: Schenkeltrensen sind einfach gebrochen, doppelt gebrochen und in weiteren Ausführungen erhältlich.
- Viele Materialien verfügbar: Edelstahl, verschiedene Legierungen und Kunststoffvarianten ermöglichen eine individuelle Auswahl.
- Ruhigere Lage möglich: Je nach Konstruktion kann das Gebiss stabiler im Pferdemaul liegen als eine sehr bewegliche Ringtrense.
Nachteile
- Passform besonders wichtig: Falsch gewählte Breite oder Höhe kann unangenehmen Druck erzeugen.
- Seitliche Schenkel können hängen bleiben: Bei unsachgemäßem Umgang besteht beispielsweise an Ausrüstung oder Gegenständen ein erhöhtes Risiko.
- Nicht für jedes Pferd ideal: Manche Pferde bevorzugen freier bewegliche Gebissringe.
- Fehlerhafte Reiterhand bleibt problematisch: Die Schenkeltrense kompensiert keine harte oder unruhige Zügelführung.
- Mehr Bauteile zu kontrollieren: Schenkel, Übergänge und Befestigungen sollten regelmäßig auf Beschädigungen geprüft werden.
Schenkeltrensen Bestseller Platz 2 – 4
Welche Arten von Schenkeltrensen gibt es?
Einfach gebrochene Schenkeltrense
Die einfach gebrochene Schenkeltrense besteht aus zwei Mundstückteilen, die in der Mitte über ein Gelenk miteinander verbunden sind. Sie gehört zu den klassischen Varianten und ist bei vielen Herstellern in unterschiedlichen Stärken und Breiten erhältlich. Bei Zügelzug verändern die beiden Mundstückhälften ihre Position und wirken auf Zunge, Laden und Maulwinkel.
Die Wirkung hängt stark von der Anatomie des Pferdemauls und der Gebissstärke ab. Bei Pferden mit wenig Platz zwischen Zunge und Gaumen kann ein sehr dickes Mundstück unangenehm sein. Ein dünneres Gebiss bietet zwar mehr Platz, kann aber bei gleichem Zügelzug punktueller wirken. Deshalb sollte die Stärke nicht nach der pauschalen Annahme ausgewählt werden, dass ein besonders dickes Mundstück grundsätzlich weicher sei.
Die seitlichen Schenkel sorgen dafür, dass das Gebiss bei einseitiger Einwirkung nicht so leicht durch das Maul gezogen wird. Gerade bei jungen Pferden kann dadurch die seitliche Führung deutlicher werden. Wichtig bleibt jedoch, dass die Schenkeltrense korrekt eingeschnallt wird und weder zu hoch noch zu tief liegt.
Doppelt gebrochene Schenkeltrense
Bei einer doppelt gebrochenen Schenkeltrense besteht das Mundstück aus drei Elementen. Zwischen den beiden äußeren Gebissteilen befindet sich ein mittleres Verbindungselement. Dieses kann beispielsweise als kleine Platte, Olive oder rundliches Element gestaltet sein.
Doppelt gebrochene Mundstücke können sich anders an die Zunge anpassen als einfach gebrochene Varianten. Viele Pferde akzeptieren diese Konstruktion gut, allerdings ist auch hier keine allgemeine Aussage möglich. Die Länge und Form des Mittelstückes beeinflusst die Lage im Maul erheblich.
Ein zu langes Mittelstück kann ungünstig auf Zunge und Laden einwirken. Ein passend dimensioniertes Mittelstück ermöglicht dagegen eine gleichmäßige Position. Deshalb sollte die Auswahl nicht nur anhand der Gesamtbreite erfolgen.
Gerade Schenkeltrense
Eine gerade Schenkeltrense besitzt kein klassisches Gelenk in der Mitte. Das Mundstück kann aus Metall, Kunststoff oder einem flexiblen Material bestehen. Gerade Mundstücke liegen ruhiger im Pferdemaul und verteilen die Zügeleinwirkung anders als gebrochene Varianten.
Ein starres gerades Mundstück kann auf Zunge und Laden relativ gleichmäßig wirken, setzt aber eine besonders feinfühlige Hand voraus. Flexible Kunststoffmodelle können sich etwas stärker der Maulform anpassen.
Gerade Schenkeltrensen werden teilweise bei Pferden verwendet, die mit stark beweglichen Mundstücken unruhig werden. Ob ein solches Gebiss geeignet ist, sollte individuell beurteilt werden.
Schenkeltrense aus Edelstahl
Edelstahl gehört zu den verbreitetsten Materialien für Gebisse. Es ist robust, relativ pflegeleicht und korrosionsbeständig. Eine hochwertige Edelstahl-Schenkeltrense kann bei regelmäßiger Pflege viele Jahre verwendet werden.
Das Material ist relativ geschmacksneutral und wird von vielen Pferden problemlos angenommen. Die Oberfläche sollte glatt poliert und frei von scharfen Übergängen oder Graten sein.
Edelstahlgebisse sind in zahlreichen Mundstückformen erhältlich und stellen deshalb eine klassische Wahl für Freizeit- und Sportreiter dar.
Schenkeltrense aus speziellen Metalllegierungen
Viele Hersteller bieten Gebisse aus speziellen kupferhaltigen oder anderen Metalllegierungen an. Diese sollen unter anderem die Speichelbildung fördern oder vom Pferd geschmacklich besser angenommen werden. Die Zusammensetzung unterscheidet sich erheblich zwischen den Herstellern.
Solche Gebisse besitzen häufig eine goldfarbene oder leicht rötliche Oberfläche. Neben der Materialzusammensetzung spielen Verarbeitung und Passform eine wesentlich wichtigere Rolle als die Farbe des Mundstückes.
Bei empfindlichen Pferden kann eine andere Metalllegierung durchaus einen Unterschied machen. Dennoch sollte nicht erwartet werden, dass ein bestimmtes Material allein Ausbildungsprobleme löst.
Schenkeltrense aus Kunststoff
Kunststoffgebisse besitzen häufig eine weichere Oberflächenwirkung und fühlen sich im Winter weniger kalt an als Metall. Manche Pferde kauen gerne auf solchen Mundstücken und nehmen sie gut an.
Der große Nachteil besteht darin, dass Kunststoff durch Zähne beschädigt werden kann. Kratzer, Kerben und scharfe Stellen müssen unbedingt kontrolliert werden. Ein beschädigtes Kunststoffmundstück sollte nicht weiterverwendet werden, wenn dadurch Verletzungsgefahr besteht.
Bei Pferden, die sehr stark auf dem Gebiss kauen, kann Metall deshalb langlebiger sein.
Flexible Schenkeltrense
Flexible Mundstücke können sich an die Form des Pferdemauls anpassen und liegen häufig relativ ruhig. Sie bestehen beispielsweise aus einem flexiblen Kunststoffkern oder einem anderen biegsamen Material.
Diese Modelle können für empfindliche Pferde interessant sein, die auf starre Gebisse ablehnend reagieren. Allerdings ist auch hier die Passform entscheidend. Ein flexibles Gebiss ist nicht automatisch sanfter, wenn es zu schmal, zu dick oder falsch verschnallt ist.
Schenkeltrense mit kurzen Schenkeln
Bei Modellen mit relativ kurzen Schenkeln fällt die seitliche Begrenzung kompakter aus. Sie können für kleinere Pferdeköpfe oder Ponys interessant sein, wenn sehr lange Schenkel unverhältnismäßig wirken würden.
Die genaue Länge sollte zur Kopfgröße und zum Einsatzzweck passen. Wichtig ist, dass die Schenkel frei liegen und nicht an andere Ausrüstungsteile geraten.
Schenkeltrense mit langen Schenkeln
Längere Schenkel erzeugen eine deutlichere seitliche Führung und verhindern besonders effektiv, dass das Mundstück seitlich durch das Maul gezogen wird. Sie werden häufig bei Ausbildungsgebissen für junge Pferde gesehen.
Aufgrund der Länge sollte besonders auf sicheren Umgang geachtet werden. Beim Führen, Putzen oder Anbinden können weit hervorstehende Teile leichter irgendwo hängen bleiben. Deshalb gehört eine Schenkeltrense nur während der vorgesehenen Nutzung ans Pferd.
Schenkeltrense mit Fixierriemen
Bei einigen Modellen können die oberen Schenkel über kleine Lederriemen an den Backenstücken des Zaums fixiert werden. Dadurch wird die Position des Gebisses beeinflusst und die Schenkel können stabiler liegen.
Solche Riemen werden teilweise als Fulmer Loops bezeichnet. Sie verändern die Lage und Wirkung des Gebisses und sollten korrekt angebracht werden. Wer mit dieser Konstruktion noch keine Erfahrung hat, sollte sich die Verschnallung von einer fachkundigen Person zeigen lassen.
Schenkeltrense für Ponys
Pony-Schenkeltrensen unterscheiden sich hauptsächlich durch kleinere Gebissbreiten und teilweise kürzere Schenkel. Gerade bei kleinen Ponys ist eine passende Größe besonders wichtig, weil ein Standardgebiss schnell zu breit oder zu massiv ausfallen kann.
Auch die Dicke des Mundstückes sollte berücksichtigt werden. Ein kleiner Pferdekopf bedeutet nicht automatisch, dass das Maul besonders viel Platz für ein dickes Gebiss bietet.
Welche Alternativen zur Schenkeltrense gibt es?
Wassertrense
Die Wassertrense gehört zu den verbreitetsten Trensengebissen. Das Mundstück ist über frei bewegliche Ringe mit den Zügeln verbunden. Dadurch ist das Gebiss beweglicher als eine Schenkeltrense.
Viele gut ausgebildete Pferde kommen mit einer Wassertrense hervorragend zurecht. Die seitliche Führung ist jedoch geringer, und bei sehr starker einseitiger Einwirkung kann das Gebiss stärker durch das Maul gezogen werden.
Olivenkopftrense
Die Olivenkopftrense besitzt feste seitliche Ringe beziehungsweise seitliche Elemente, die nicht frei durch das Mundstück gleiten. Dadurch liegt sie ruhiger im Pferdemaul als eine klassische Wassertrense.
Sie bietet eine gewisse seitliche Begrenzung, allerdings weniger ausgeprägt als eine Schenkeltrense. Für Pferde, die ein ruhiger liegendes Gebiss mögen, kann sie eine interessante Alternative sein.
D-Ring-Trense
Bei einer D-Ring-Trense besitzen die seitlichen Ringe eine D-förmige Konstruktion. Die gerade Seite des Rings liegt am Pferdemaul an und ermöglicht dadurch ebenfalls eine gewisse seitliche Führung.
Sie liegt zwischen klassischer Ringtrense und Schenkeltrense und kann für Pferde geeignet sein, bei denen eine moderate seitliche Begrenzung gewünscht ist.
Bauchertrense
Die Bauchertrense besitzt einen zusätzlichen oberen Ring beziehungsweise ein separates Element für die Befestigung am Backenstück. Dadurch liegt das Gebiss anders im Maul als eine normale Wassertrense.
Ihre Wirkung wird häufig unterschiedlich beschrieben und sollte nicht allein nach pauschalen Aussagen beurteilt werden. Entscheidend sind konkrete Konstruktion, Mundstück und Verschnallung.
Gebisslose Zäumung
Gebisslose Zäumungen wirken über Nase, Genick oder andere Bereiche des Pferdekopfes. Sie sind keine automatisch mildere Alternative, denn auch gebisslose Systeme können bei starker Einwirkung erheblichen Druck erzeugen.
Für bestimmte Pferde können sie dennoch sinnvoll sein, beispielsweise wenn aus gesundheitlichen oder anatomischen Gründen kein Gebiss verwendet werden soll. Die Auswahl sollte fachkundig erfolgen.
Schenkeltrensen Bestseller Platz 5 – 10
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Beliebte Schenkeltrensen und Hersteller im Überblick
Schenkeltrensen werden von zahlreichen bekannten Herstellern aus dem Reitsportbereich angeboten. Unterschiede bestehen vor allem bei Material, Mundstückform, Gebissstärke und Verarbeitung. Die folgenden Beispiele dienen lediglich als Orientierung. Preise können abhängig von Größe, Material und Händler deutlich variieren.
| Name / Produktreihe | Marke | Ungefährer Preis | Kurze Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Schenkeltrense / Full Cheek | Sprenger | ca. 60–180 Euro | Hochwertige Trensengebisse in unterschiedlichen Mundstückformen und Legierungen für verschiedene Anforderungen. |
| Full Cheek Bit | Waldhausen | ca. 25–60 Euro | Klassische Schenkeltrensen in verschiedenen Größen und Ausführungen für Freizeit und Ausbildung. |
| Schenkeltrense | Busse | ca. 30–70 Euro | Verschiedene Gebissmodelle mit seitlichen Schenkeln und unterschiedlichen Mundstückkonstruktionen. |
| Full Cheek Snaffle | Stübben | ca. 50–120 Euro | Trensengebisse aus hochwertigen Materialien mit verschiedenen Gebissstärken und Formen. |
| Schenkeltrense | HKM | ca. 20–50 Euro | Preislich interessante Schenkeltrensen für unterschiedliche Pferdegrößen und Einsatzzwecke. |
Schenkeltrense kaufen – wichtige Kaufkriterien
Gebissbreite
Die korrekte Gebissbreite gehört zu den wichtigsten Kriterien überhaupt. Das Mundstück sollte so im Pferdemaul liegen, dass die seitlichen Elemente nicht unangenehm in die Maulwinkel drücken, gleichzeitig aber auch nicht weit seitlich hervorstehen.
Eine zu breite Schenkeltrense kann unruhig werden und sich seitlich verschieben. Ein zu schmales Gebiss drückt dagegen an den Maulwinkeln und kann Scheuerstellen verursachen.
Vor dem Kauf sollte die passende Breite möglichst mit einer Gebissmesshilfe oder einem bereits gut passenden Gebiss bestimmt werden.
Gebissstärke
Die Stärke des Mundstückes muss zum verfügbaren Platz im Pferdemaul passen. Ein sehr dickes Gebiss ist nicht automatisch sanfter. In einem kleinen Maul mit relativ großer Zunge kann ein dickes Mundstück sogar unangenehm viel Platz beanspruchen.
Dünnere Gebisse nehmen weniger Raum ein, können die Kräfte jedoch auf eine kleinere Fläche verteilen. Deshalb muss ein sinnvoller Kompromiss zwischen Anatomie und gewünschter Wirkung gefunden werden.
Mundstück
Einfach gebrochen, doppelt gebrochen, gerade oder flexibel – die Mundstückform beeinflusst die Druckverteilung und Beweglichkeit erheblich.
Ein Pferd, das mit einer bestimmten Mundstückform gut zufrieden läuft, sollte nicht ohne Grund auf eine völlig andere Konstruktion umgestellt werden. Gleichzeitig kann ein Gebisswechsel sinnvoll sein, wenn deutliche Anzeichen von Unwohlsein bestehen.
Material
Edelstahl ist robust und pflegeleicht. Kupferhaltige Legierungen werden teilweise wegen ihres Geschmacks und der möglichen Förderung der Speichelbildung eingesetzt. Kunststoff kann weicher wirken und fühlt sich bei kalten Temperaturen angenehmer an.
Entscheidend ist jedoch nicht allein die Materialart, sondern auch die Oberflächenqualität. Ein hochwertiges Gebiss muss glatt verarbeitet sein und darf keine scharfen Kanten besitzen.
Länge der Schenkel
Die Schenkellänge beeinflusst die seitliche Begrenzung und die Handhabung. Lange Schenkel geben eine deutlichere seitliche Führung, stehen aber weiter am Kopf hervor.
Kürzere Varianten sind kompakter und können bei Ponys und kleinen Pferden besser proportioniert sein.
Verarbeitung
Alle Übergänge sollten glatt und sauber verarbeitet sein. Schweißstellen, Gelenke und Kanten müssen regelmäßig kontrolliert werden.
Ein minderwertiges Gebiss mit rauen Stellen kann das empfindliche Pferdemaul verletzen. Gerade bei beweglichen Gelenken sollte außerdem auf saubere und gleichmäßige Funktion geachtet werden.
Gewicht
Das Gewicht unterscheidet sich je nach Material und Konstruktion. Manche Pferde bevorzugen ein leichtes Mundstück, andere reagieren auf ein etwas schwereres Gebiss ruhiger.
Ein sehr schweres Gebiss kann bei einem kleinen Pferdemaul jedoch unangenehm sein. Auch dieser Faktor sollte zur individuellen Situation passen.
Turnierzulassung
Wer die Schenkeltrense auf Turnieren verwenden möchte, sollte die jeweils aktuellen Vorgaben der betreffenden Disziplin und des zuständigen Verbandes kontrollieren. Nicht jede Gebissform ist in jeder Prüfung zugelassen.
Regelwerke können geändert werden, sodass ältere Informationen nicht automatisch dauerhaft gültig bleiben.
Preis
Sehr günstige Schenkeltrensen können grundsätzlich funktionieren, solange Passform und Verarbeitung stimmen. Hochpreisige Modelle bieten häufig spezielle Legierungen, aufwendigere Mundstückformen und sehr präzise Verarbeitung.
Da ein Gebiss direkt im empfindlichen Pferdemaul liegt, sollte die Qualität jedoch wichtiger sein als ein möglichst niedriger Preis.
Wie muss eine Schenkeltrense sitzen?
Die Schenkeltrense sollte mittig im Pferdemaul liegen und weder seitlich stark herausragen noch die Maulwinkel einklemmen. Die Schenkel befinden sich außen am Pferdemaul und sollten frei liegen.
Die Höhe wird über die Backenstücke des Zaums eingestellt. Ein zu hoch eingeschnalltes Gebiss zieht dauerhaft an den Maulwinkeln. Liegt es zu tief, kann es gegen die Zähne schlagen oder vom Pferd unruhig bewegt werden.
Pauschale Regeln wie eine bestimmte Anzahl sichtbarer Falten am Maulwinkel können nur als grobe Orientierung dienen. Entscheidend sind Maulanatomie, Mundstückform und Reaktion des Pferdes.
Wer bei der Einstellung unsicher ist, sollte die Passform von einem erfahrenen Ausbilder, Trainer oder Gebissberater überprüfen lassen.
Für welche Pferde eignet sich eine Schenkeltrense?
Schenkeltrensen werden häufig bei jungen Pferden eingesetzt, die seitwärtsweisende Zügelhilfen noch erlernen. Die seitlichen Schenkel können dabei eine deutlichere Führung bieten.
Auch bei Pferden, bei denen eine normale Ringtrense stark seitlich verrutscht, kann eine Schenkeltrense interessant sein. Durch die äußere Begrenzung bleibt das Mundstück stabiler zentriert.
Einige Pferde schätzen die ruhige Lage, während andere ein beweglicheres Gebiss bevorzugen. Deshalb sollte immer beobachtet werden, wie das einzelne Pferd reagiert.
Typische positive Zeichen können eine ruhige Maulaktivität, konstante Anlehnung und entspannte Gesichtsmuskulatur sein. Häufiges Maulaufsperren, Kopfschlagen, starkes Zungenverhalten oder deutliche Abwehr sollten dagegen Anlass sein, Gebiss, Zähne, Passform und reiterliche Einwirkung zu überprüfen.
Schenkeltrense bei jungen Pferden
Bei der Ausbildung eines jungen Pferdes wird die Schenkeltrense häufig wegen ihrer seitlichen Führung geschätzt. Das Pferd kann eine seitwärtsweisende Zügelhilfe leichter zuordnen, weil der gegenüberliegende Schenkel einen zusätzlichen äußeren Impuls vermittelt.
Dennoch sollte die Ausbildung nicht vom Gebiss abhängig gemacht werden. Sitz, Gewichtshilfen, Schenkelhilfen und eine ruhige Hand bleiben die Grundlage der Kommunikation.
Ein junges Pferd benötigt zudem regelmäßige Kontrolle der Zähne und der Maulentwicklung. Veränderungen im Zahnstatus können die Lage und Akzeptanz eines Gebisses beeinflussen.
Schenkeltrense richtig verwenden
Vor jedem Auftrensen sollte geprüft werden, ob das Gebiss sauber und unbeschädigt ist. Besonders Gelenke und Übergänge verdienen Aufmerksamkeit.
Beim Auftrensen sollte das Mundstück vorsichtig angeboten werden. Es darf nicht gegen die Schneide- oder Backenzähne geschlagen werden. Nach dem Einlegen werden die Backenstücke kontrolliert und gegebenenfalls angepasst.
Während des Reitens sollte eine möglichst ruhige und unabhängige Hand angestrebt werden. Auch ein vermeintlich mildes Gebiss kann bei grober Einwirkung scharf wirken.
Nach dem Reiten wird die Schenkeltrense aus dem Maul genommen und gereinigt. Dadurch werden Speichel, Futterreste und Schmutz entfernt.
Schenkeltrense reinigen und pflegen
Metallgebisse können nach dem Reiten normalerweise mit klarem Wasser abgespült werden. Festsitzende Futterreste lassen sich mit einer weichen Bürste oder einem Tuch entfernen.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Gelenke. Dort können sich kleine Futterpartikel ablagern. Bewegliche Teile sollten regelmäßig kontrolliert werden.
Kunststoffmundstücke sollten auf Bissspuren untersucht werden. Tiefe Kerben können scharfe Kanten bilden und das Pferdemaul verletzen.
Nach der Reinigung sollte das Gebiss trocknen können. Eine saubere und trockene Lagerung verhindert unnötige Verschmutzungen.
Auch die kleinen Lederriemen beziehungsweise Fulmer Loops sollten bei entsprechenden Modellen regelmäßig gepflegt und auf Risse kontrolliert werden.
Häufige Fehler bei der Verwendung einer Schenkeltrense
Ein häufiger Fehler besteht darin, eine Schenkeltrense als Mittel gegen mangelnde Lenkbarkeit zu betrachten, ohne die eigentliche Ursache zu analysieren. Fehlt dem Pferd beispielsweise die grundlegende Ausbildung oder ist die Reiterhand unruhig, löst ein anderes Gebiss das Problem nicht dauerhaft.
Auch eine falsche Größe kommt häufig vor. Ein zu großes Gebiss wird manchmal aus Sorge vor Druckstellen gewählt, kann aber unruhig liegen und seitlich verrutschen.
Ein weiterer Fehler ist eine zu starke Zügeleinwirkung. Die seitlichen Schenkel verstärken die seitliche Führung. Deshalb ist keine übermäßige Kraft erforderlich.
Schließlich sollte die Schenkeltrense nicht beim unbeaufsichtigten Anbinden oder in Situationen getragen werden, in denen die hervorstehenden Schenkel an Gegenständen hängen bleiben könnten.
FAQ – häufige Fragen zur Schenkeltrense
Was bewirkt eine Schenkeltrense?
Die Schenkeltrense kombiniert die normale Wirkung eines Trensengebisses mit einer zusätzlichen seitlichen Begrenzung. Die verlängerten Schenkel liegen außen am Pferdemaul an und können seitwärtsweisende Zügelhilfen deutlicher machen. Gleichzeitig verhindern sie, dass das Mundstück bei einer starken einseitigen Einwirkung vollständig durch das Maul gezogen wird. Die genaue Wirkung hängt zusätzlich von Mundstück, Gebissstärke, Verschnallung und Reiterhand ab.
Ist eine Schenkeltrense schärfer als eine Wassertrense?
Eine pauschale Einteilung in scharf und weich ist wenig sinnvoll. Die Schenkeltrense bietet mehr seitliche Begrenzung als eine normale Wassertrense, erzeugt aber nicht automatisch eine grundsätzlich stärkere Wirkung. Mundstückstärke, Gelenke, Material, Passform und vor allem die Hand des Reiters bestimmen erheblich, wie das Pferd das Gebiss erlebt.
Für welche Pferde ist eine Schenkeltrense geeignet?
Sie wird häufig bei jungen Pferden, bei Pferden in der Ausbildung und bei Tieren eingesetzt, die von einer klareren seitlichen Führung profitieren. Auch Pferde, bei denen ein Ringgebiss stark seitlich verrutscht, können mit einer Schenkeltrense besser zurechtkommen. Ob sie tatsächlich geeignet ist, muss jedoch individuell beurteilt werden.
Wie breit muss eine Schenkeltrense sein?
Die Breite muss zur individuellen Maulweite passen. Das Mundstück sollte mittig liegen, ohne die Maulwinkel einzuquetschen oder seitlich stark zu viel Spiel zu haben. Da unterschiedliche Gebissarten teilweise verschiedene Anforderungen an die Breite stellen, ist eine professionelle Vermessung beziehungsweise ein Vergleich mit einem bereits passenden Gebiss sinnvoll.
Was ist besser: einfach oder doppelt gebrochene Schenkeltrense?
Keine der beiden Varianten ist grundsätzlich besser. Einfach gebrochene und doppelt gebrochene Mundstücke verteilen die Einwirkung unterschiedlich. Manche Pferde laufen mit einem doppelt gebrochenen Gebiss entspannter, andere bevorzugen eine einfach gebrochene Konstruktion. Maulanatomie, Zungenstärke, Gaumenform und individuelle Vorlieben spielen eine wichtige Rolle.
Kann eine Schenkeltrense bei einem jungen Pferd verwendet werden?
Ja, gerade in der Ausbildung junger Pferde wird sie häufig eingesetzt. Die zusätzliche seitliche Begrenzung kann helfen, seitwärtsweisende Zügelhilfen verständlicher zu machen. Entscheidend ist aber eine ruhige und feinfühlige Reiterhand. Das Gebiss sollte nicht genutzt werden, um fehlende Ausbildung durch stärkere mechanische Kontrolle zu ersetzen.
Müssen die Schenkel einer Schenkeltrense befestigt werden?
Das hängt von der konkreten Konstruktion ab. Einige Full-Cheek-Modelle können mit speziellen Riemen am Backenstück fixiert werden. Diese Befestigung verändert die Lage des Gebisses. Andere Schenkeltrensen werden ohne solche Riemen verwendet. Die Herstellerangaben und die korrekte Verschnallung sollten deshalb beachtet werden.
Wie oft sollte eine Schenkeltrense gereinigt werden?
Idealerweise wird das Gebiss nach jeder Nutzung zumindest mit klarem Wasser abgespült. Eingetrocknete Futter- und Speichelreste können unangenehme Ablagerungen bilden. Gelenke und Übergänge sollten regelmäßig gründlicher gereinigt und gleichzeitig auf Beschädigungen kontrolliert werden.
Wann muss eine Schenkeltrense ausgetauscht werden?
Ein Austausch ist notwendig, wenn scharfe Kanten, starke Abnutzung, Beschädigungen an Gelenken oder tiefe Kerben vorhanden sind. Besonders Kunststoffmundstücke können durch starkes Kauen beschädigt werden. Auch verbogene oder beschädigte Schenkel sollten nicht weiterverwendet werden. Ein Gebiss liegt direkt im empfindlichen Pferdemaul und sollte deshalb regelmäßig sorgfältig kontrolliert werden.
Kann eine Schenkeltrense Lenkprobleme lösen?
Sie kann die seitliche Führung deutlicher machen und deshalb in bestimmten Ausbildungssituationen hilfreich sein. Grundlegende Lenkprobleme haben jedoch häufig mehrere Ursachen, beispielsweise mangelnde Ausbildung, Balanceprobleme, körperliche Beschwerden oder unklare Hilfengebung. Ein anderes Gebiss sollte daher nicht als alleinige Problemlösung betrachtet werden.
Schenkeltrense Test bei Stiftung Warentest & Co
| Stiftung Warentest | Schenkeltrense Test bei test.de |
| Öko-Test | Schenkeltrense Test bei Öko-Test |
| Konsument.at | Schenkeltrense bei konsument.at |
| gutefrage.net | Schenkeltrense bei Gutefrage.de |
| Youtube.com | Schenkeltrense bei Youtube.com |
Schenkeltrense Testsieger
Stiftung Warentest ist bekannt dafür, eine Vielzahl an Produkte einem genauen Test zu unterziehen. Schenkeltrensen wurden bisher noch nicht getestet, so dass wir Ihnen keinen Schenkeltrense Testsieger präsentieren können.
Schenkeltrense Stiftung Warentest
Leider ist uns momentan kein Schenkeltrense Stiftung Warentest Sieger bekannt.
Fazit zur Schenkeltrense
Die Schenkeltrense ist ein vielseitiges Trensengebiss, das sich vor allem durch seine zusätzliche seitliche Führung von einer gewöhnlichen Wassertrense unterscheidet. Die verlängerten Schenkel können verhindern, dass das Gebiss bei einer einseitigen Zügelhilfe zu weit durch das Maul gezogen wird, und geben dem Pferd gleichzeitig einen deutlich wahrnehmbaren seitlichen Impuls. Gerade bei jungen Pferden oder während bestimmter Ausbildungsphasen kann diese Eigenschaft hilfreich sein.
Entscheidend für eine pferdegerechte Verwendung ist jedoch die richtige Passform. Gebissbreite, Stärke, Mundstück und Material müssen zur individuellen Maulanatomie passen. Ein zu dickes Mundstück kann in einem kleinen Maul ebenso unangenehm sein wie ein zu dünnes oder zu schmales Gebiss. Auch die Länge der Schenkel sollte zur Größe des Pferdekopfes passen.
Bei der Wahl zwischen einfach gebrochenen, doppelt gebrochenen, geraden und flexiblen Mundstücken gibt es keine Variante, die grundsätzlich allen anderen überlegen ist. Pferde reagieren individuell. Eine Konstruktion, die bei einem Pferd zu einer ruhigen Anlehnung beiträgt, kann von einem anderen Pferd deutlich weniger gut angenommen werden. Deshalb sollte immer das Verhalten des Pferdes beobachtet und die Auswahl bei Bedarf fachkundig überprüft werden.
Auch hochwertige Materialien und eine saubere Verarbeitung sind wichtig. Edelstahl ist robust und pflegeleicht, während spezielle Legierungen und Kunststoffvarianten zusätzliche Möglichkeiten bieten. Unabhängig vom Material müssen sämtliche Oberflächen glatt und frei von scharfen Kanten sein. Kunststoffmundstücke benötigen eine besonders regelmäßige Kontrolle auf Bissspuren.
Die Schenkeltrense sollte zudem nicht als technische Lösung für grundsätzliche Ausbildungsprobleme betrachtet werden. Eine korrekte Ausbildung, ein unabhängiger Sitz und eine feinfühlige Reiterhand bleiben entscheidend. Wird zu stark am Zügel eingewirkt, kann auch ein gut passendes Gebiss unangenehm wirken.
Insgesamt kann eine passend ausgewählte und korrekt verwendete Schenkeltrense eine sinnvolle Gebissvariante für Ausbildung, Freizeit und bestimmte reiterliche Situationen sein. Wer Gebissbreite, Mundstück, Material, Schenkellänge und Verarbeitung sorgfältig auswählt und gleichzeitig auf die individuelle Reaktion des Pferdes achtet, schafft die besten Voraussetzungen für eine ruhige und verständliche Kommunikation zwischen Reiterhand und Pferdemaul.
Zuletzt Aktualisiert am 03.09.2026
Letzte Aktualisierung am 18.09.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
