Ein Mikroskop Objektiv gehört zu den wichtigsten optischen Bauteilen eines Mikroskops, denn es entscheidet maßgeblich darüber, wie detailreich, scharf, kontrastreich und farbgetreu ein Präparat dargestellt wird, weshalb bei der Auswahl nicht allein die aufgedruckte Vergrößerung berücksichtigt werden sollte, sondern ebenso die numerische Apertur, die mechanische Tubuslänge, die Deckglaskorrektur, der Objektivtyp, das verwendete Immersionsmedium und die Kompatibilität zum vorhandenen Mikroskop. Während einfache Mikroskope häufig mit fest eingebauten oder qualitativ eher einfachen Objektiven ausgestattet sind, lassen sich bei vielen Labor-, Schul-, Forschungs- und Auflichtmikroskopen einzelne Objektive austauschen oder zu einem vollständigen Objektivsatz ergänzen. Je nach Einsatzbereich kann ein geeignetes Objektiv den Unterschied zwischen einem lediglich vergrößerten und einem tatsächlich klar aufgelösten Bild ausmachen. Dieser Ratgeber erklärt ausführlich, wie Mikroskop Objektive funktionieren, welche Arten angeboten werden, welche technischen Angaben wichtig sind und worauf beim Kauf eines neuen oder gebrauchten Objektivs geachtet werden sollte.
- Das achromatische DIN-Objektiv ist mit einem genormten Durchmesser versehen und eignet sich zum...
- Die parfokale Länge beträgt 45mm, die optische Länge 160 mm und es eignet sich für DIN / RMS...
- Weitere Merkmale sind eine 60-fache Vergrößerung, numerische Apertur von 0.85 und eine Deckglas...
- Gewicht: 81,6 g
Was ist ein Mikroskop Objektiv?
Ein Mikroskop Objektiv ist ein optisches System aus mehreren Linsen, das sich im unteren Bereich des Mikroskoptubus beziehungsweise am Objektivrevolver befindet. Es liegt dem Präparat am nächsten und erzeugt das vergrößerte Zwischenbild, das anschließend durch das Okular betrachtet oder von einer Kamera aufgenommen wird. Das Objektiv übernimmt damit den wichtigsten Teil der eigentlichen Bildentstehung.
Bei einem klassischen Lichtmikroskop werden häufig mehrere Objektive an einem drehbaren Revolver montiert. Durch Drehen des Revolvers kann zwischen unterschiedlichen Vergrößerungsstufen gewechselt werden. Übliche Vergrößerungen sind beispielsweise 4-fach, 10-fach, 20-fach, 40-fach und 100-fach. Die Gesamtvergrößerung ergibt sich aus der Objektivvergrößerung multipliziert mit der Okularvergrößerung. Wird ein 40-faches Objektiv mit einem 10-fachen Okular verwendet, ergibt sich eine rechnerische Gesamtvergrößerung von 400-fach.
Eine hohe Vergrößerung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass auch mehr Details erkennbar werden. Entscheidend ist die Auflösung. Sie beschreibt, wie gut zwei dicht beieinanderliegende Strukturen noch getrennt voneinander dargestellt werden können. Die Auflösung wird unter anderem von der numerischen Apertur des Objektivs, der Lichtwellenlänge, der Qualität der Optik und der korrekten Beleuchtung beeinflusst.
Ein hochwertiges Mikroskop Objektiv besteht nicht nur aus einer einzelnen Linse. Es enthält in der Regel mehrere sorgfältig aufeinander abgestimmte Linsenelemente. Diese sollen optische Fehler wie Farbabweichungen, Bildfeldwölbung, Verzerrungen und Unschärfen möglichst gut korrigieren. Je anspruchsvoller die Korrektur, desto aufwendiger und teurer ist das Objektiv normalerweise aufgebaut.
Auf dem Gehäuse eines Objektivs befinden sich verschiedene technische Angaben. Dazu gehören beispielsweise die Vergrößerung, die numerische Apertur, die Tubuslänge, die Deckglasdicke und bei speziellen Objektiven ein Hinweis auf das benötigte Immersionsmedium. Diese Angaben müssen zum Mikroskop, zum Präparat und zur vorgesehenen Beobachtungsmethode passen.
Welche Vorteile bietet ein hochwertiges Mikroskop Objektiv?
Ein gutes Objektiv verbessert in erster Linie die Bildqualität. Feine Zellstrukturen, kleine Kristalle, Fasern, Mikroorganismen oder Materialoberflächen lassen sich deutlich klarer erkennen. Gerade bei höheren Vergrößerungen treten Unterschiede zwischen einfachen und hochwertigen Optiken besonders deutlich hervor.
Ein weiterer Vorteil besteht in einer gleichmäßigeren Schärfe über das gesamte Bildfeld. Günstige Objektive können in der Bildmitte relativ scharf abbilden, während die Ränder sichtbar unscharf oder verzerrt erscheinen. Plan-korrigierte Objektive reduzieren diesen Effekt und eignen sich deshalb besonders für Fotografie, Dokumentation und präzise Auswertungen.
Hochwertige Objektive korrigieren außerdem Farbfehler besser. Bei einfachen Optiken können an kontrastreichen Kanten farbige Säume entstehen. Diese chromatische Aberration kann die Beurteilung feiner Strukturen erschweren. Achromatische, fluorite oder apochromatische Objektive reduzieren solche Fehler unterschiedlich stark.
Auch der Arbeitskomfort kann steigen. Objektive mit größerem Arbeitsabstand bieten mehr Platz zwischen Frontlinse und Präparat. Das ist besonders bei dicken Objekten, Präparierarbeiten, Auflichtuntersuchungen oder dem Einsatz von Mikromanipulatoren hilfreich.
Bei modular aufgebauten Mikroskopen ermöglicht ein passender Objektivsatz zudem eine flexible Anpassung an unterschiedliche Aufgaben. Für einen schnellen Überblick kann ein 4-faches Objektiv verwendet werden. Für Zellstrukturen eignet sich beispielsweise ein 40-faches Objektiv. Sehr kleine Details lassen sich mit einem 100-fachen Ölimmersionsobjektiv untersuchen.
Mögliche Nachteile und Grenzen
Hochwertige Mikroskop Objektive können deutlich teurer sein als einfache Standardoptiken. Professionelle Plan-Apochromaten oder Spezialobjektive kosten teilweise mehrere hundert oder sogar mehrere tausend Euro. Für gelegentliche Hobbybeobachtungen ist ein solches Objektiv nicht immer notwendig.
Ein weiterer Nachteil ist die eingeschränkte Kompatibilität. Nicht jedes Objektiv passt an jedes Mikroskop. Unterschiede können beim Gewinde, bei der Abgleichlänge, bei der Tubuslänge, beim optischen System und bei der Deckglaskorrektur bestehen. Ein Objektiv kann mechanisch eingeschraubt werden und optisch trotzdem nicht korrekt funktionieren.
Hoch vergrößernde Objektive besitzen häufig einen sehr kleinen Arbeitsabstand. Die Frontlinse befindet sich dann nur wenige Zehntelmillimeter über dem Deckglas. Bei unvorsichtigem Fokussieren kann das Objektiv gegen das Präparat stoßen. Dadurch können Deckglas, Objektträger oder Frontlinse beschädigt werden.
Immersionsobjektive erfordern zusätzliche Sorgfalt. Das Immersionsöl muss korrekt aufgetragen und nach der Verwendung vollständig entfernt werden. Bleibt Öl auf dem Objektiv, kann es eintrocknen, Staub binden oder in ungeeignete Bauteile eindringen.
Mikroskop Objektive Bestseller Platz 2 – 4
Welche unterschiedlichen Arten von Mikroskop Objektiven gibt es?
Achromatische Objektive
Achromatische Objektive gehören zu den am häufigsten verwendeten Objektivtypen bei Schul-, Ausbildungs- und einfachen Labormikroskopen. Sie korrigieren Farbfehler für bestimmte Wellenlängen und reduzieren sphärische Aberrationen in einem begrenzten Bereich. Dadurch liefern sie eine deutlich bessere Bildqualität als sehr einfache, unzureichend korrigierte Linsensysteme.
Für viele Anwendungen in Schule, Hobby und Routineuntersuchung sind achromatische Objektive vollkommen ausreichend. Sie bieten ein gutes Verhältnis zwischen Preis und Leistung und sind in den üblichen Vergrößerungen erhältlich. Besonders weit verbreitet sind achromatische Objektivsätze mit 4-fach, 10-fach, 40-fach und 100-fach.
Eine typische Einschränkung besteht darin, dass das Bildfeld nicht vollständig eben dargestellt wird. Die Bildmitte kann scharf sein, während die Randbereiche leicht unscharf erscheinen. Beim direkten Betrachten fällt dies häufig weniger stark auf als bei der Mikrofotografie.
Plan-achromatische Objektive
Plan-achromatische Objektive verbinden die Farbkorrektur eines Achromaten mit einer verbesserten Bildfeldebnung. Das bedeutet, dass ein deutlich größerer Bereich des sichtbaren Bildes gleichzeitig scharf dargestellt wird. Diese Eigenschaft ist besonders wichtig, wenn Proben fotografiert, vermessen oder auf einem Bildschirm betrachtet werden.
Bei einem nicht plan-korrigierten Objektiv muss möglicherweise ständig nachfokussiert werden, wenn Strukturen vom Zentrum zum Bildrand verfolgt werden. Ein Plan-Achromat reduziert dieses Problem deutlich. Deshalb werden solche Objektive häufig in anspruchsvolleren Labor-, Medizin- und Dokumentationsmikroskopen eingesetzt.
Plan-achromatische Objektive sind teurer als einfache Achromaten, bieten aber für viele Nutzer einen gut sichtbaren Mehrwert. Wer regelmäßig mikroskopische Aufnahmen erstellt, sollte diese Bauart besonders berücksichtigen.
Fluorit- und Semi-Apochromat-Objektive
Fluoritobjektive, teilweise auch als Semi-Apochromaten bezeichnet, besitzen eine bessere Korrektur als klassische Achromaten. Sie verwenden spezielle Glassorten oder Fluoritkomponenten, um Farb- und Abbildungsfehler stärker zu reduzieren. Gleichzeitig erreichen sie häufig eine höhere numerische Apertur.
Durch die höhere Lichtausbeute und bessere Auflösung eignen sich Fluoritobjektive für anspruchsvollere biologische Untersuchungen, Fluoreszenzmikroskopie und hochwertige Bildaufnahmen. Sie stellen einen Mittelweg zwischen Plan-Achromaten und sehr teuren Apochromaten dar.
Die genaue Bezeichnung kann je nach Hersteller unterschiedlich ausfallen. Deshalb sollte nicht allein auf den Namen geachtet werden. Wichtiger sind die technischen Daten, die optische Korrektur und die Kompatibilität zum jeweiligen Mikroskopsystem.
Apochromatische Objektive
Apochromatische Objektive bieten eine besonders aufwendige Korrektur chromatischer und sphärischer Abbildungsfehler. Sie können mehrere Wellenlängen in einem gemeinsamen Fokus zusammenführen und liefern dadurch eine hohe Farbtreue, Auflösung und Kontrastleistung.
Diese Objektive werden vor allem in Forschung, Diagnostik, hochwertiger Mikrofotografie und anspruchsvollen Laboranwendungen eingesetzt. Feine Details können klarer dargestellt werden, und störende Farbsäume fallen deutlich geringer aus.
Der Nachteil liegt im hohen Preis. Apochromatische Objektive erfordern eine aufwendige Konstruktion und präzise Fertigung. Sie entfalten ihren Vorteil außerdem nur dann vollständig, wenn auch Beleuchtung, Kondensor, Okular, Kamera und Präparat entsprechend hochwertig und korrekt eingestellt sind.
Plan-apochromatische Objektive
Plan-Apochromaten kombinieren eine sehr gute Farb- und Fehlerkorrektur mit einem weitgehend ebenen Bildfeld. Sie gehören zu den hochwertigsten Objektiven für die klassische Lichtmikroskopie. Bei korrekter Anwendung liefern sie über einen großen Bildbereich eine sehr hohe Schärfe und Detailtreue.
Diese Objektive eignen sich besonders für wissenschaftliche Dokumentation, digitale Bildanalyse, Fluoreszenzverfahren und hochwertige Mikrofotografie. Für einfache Hobbyanwendungen sind sie aufgrund des Preises häufig überdimensioniert.
Wer ein solches Objektiv nachrüsten möchte, muss besonders genau auf das vorhandene Mikroskopsystem achten. Hochwertige Hersteller verwenden oft aufeinander abgestimmte Objektive, Tubuslinsen und Okulare. Ein einzelnes Fremdobjektiv kann deshalb trotz hochwertiger Bauweise schlechter funktionieren als ein einfacheres, aber vollständig kompatibles Objektiv.
Trockenobjektive
Trockenobjektive werden ohne Flüssigkeit zwischen Frontlinse und Präparat verwendet. Zwischen Objektiv und Deckglas befindet sich Luft. Die meisten Objektive mit niedriger und mittlerer Vergrößerung arbeiten nach diesem Prinzip.
Trockenobjektive sind besonders einfach in der Handhabung. Sie müssen nach der Benutzung nicht von Immersionsflüssigkeit gereinigt werden und ermöglichen einen schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Vergrößerungen. Typische Trockenobjektive sind 4-fache, 10-fache, 20-fache und 40-fache Modelle.
Bei hohen Vergrößerungen begrenzt die Luft zwischen Präparat und Objektiv jedoch die erreichbare numerische Apertur. Deshalb werden für besonders hohe Auflösungen häufig Immersionsobjektive verwendet.
Ölimmersionsobjektive
Ölimmersionsobjektive werden meist bei einer 100-fachen Objektivvergrößerung eingesetzt. Zwischen Deckglas und Frontlinse wird ein Tropfen spezielles Immersionsöl gegeben. Dieses Öl besitzt einen Brechungsindex, der dem von Glas ähnlich ist.
Durch die Immersion gehen weniger Lichtstrahlen an der Grenzfläche zwischen Glas und Luft verloren. Dadurch kann das Objektiv eine höhere numerische Apertur erreichen und feinere Details auflösen. Ölimmersionsobjektive werden häufig bei der Untersuchung von Bakterien, Blutpräparaten und sehr kleinen Zellstrukturen verwendet.
Wichtig ist, ausschließlich geeignetes Immersionsöl zu verwenden. Haushaltsöle, Speiseöle oder andere Flüssigkeiten sind ungeeignet und können das Objektiv beschädigen. Nach der Verwendung müssen Ölreste mit einem geeigneten Linsenpapier und einem empfohlenen Reinigungsmittel entfernt werden.
Wasserimmersionsobjektive
Wasserimmersionsobjektive verwenden Wasser als Immersionsmedium. Sie werden unter anderem bei lebenden Proben, wässrigen Präparaten und bestimmten Forschungsanwendungen eingesetzt. Durch die Verwendung von Wasser können Brechungsunterschiede bei wässrigen Proben reduziert werden.
Diese Objektive sind nicht mit klassischen Ölimmersionsobjektiven gleichzusetzen. Die Konstruktion ist auf das jeweilige Immersionsmedium abgestimmt. Wird das falsche Medium verwendet, verschlechtert sich die Bildqualität erheblich.
Wasserimmersionsobjektive sind im Hobbybereich weniger verbreitet und meistens Bestandteil spezialisierter Mikroskopsysteme. Für professionelle Untersuchungen lebender Zellen können sie jedoch erhebliche Vorteile bieten.
Objektive für unendlich korrigierte Systeme
Moderne Labormikroskope arbeiten häufig mit einem unendlich korrigierten optischen System. Das Objektiv erzeugt dabei zunächst einen annähernd parallelen Strahlengang. Eine zusätzliche Tubuslinse im Mikroskop erzeugt anschließend das Zwischenbild.
Solche Objektive sind häufig mit einem Unendlichzeichen gekennzeichnet. Ihr Vorteil besteht unter anderem darin, dass zusätzliche optische Komponenten wie Filter, Strahlteiler oder Analysatoren in den parallelen Strahlengang eingebaut werden können, ohne die Bildentstehung unnötig stark zu beeinflussen.
Ein unendlich korrigiertes Objektiv funktioniert jedoch nicht korrekt an einem Mikroskop, das für eine feste mechanische Tubuslänge ausgelegt ist. Umgekehrt sollte ein 160-Millimeter-Objektiv nicht ohne Prüfung an einem Unendlichsystem verwendet werden.
Objektive für endliche Tubuslänge
Bei älteren und vielen einfachen Mikroskopen sind Objektive für eine feste Tubuslänge ausgelegt. Häufig findet sich die Angabe 160 auf dem Objektiv. Sie weist darauf hin, dass das optische System für eine mechanische Tubuslänge von 160 Millimetern berechnet wurde.
Diese Objektive erzeugen das Zwischenbild ohne zusätzliche Tubuslinse. Sie sind in vielen günstigen Mikroskopen, älteren Laborgeräten und klassischen Schulmikroskopen zu finden.
Beim Austausch muss auf die passende Tubuslänge geachtet werden. Ein Objektiv kann zwar mechanisch in den Revolver passen, aber dennoch eine falsche Vergrößerung, schlechte Korrektur oder unzureichende Bildqualität liefern.
Auflichtobjektive
Auflichtobjektive werden für undurchsichtige Objekte verwendet, bei denen das Licht von oben auf die Oberfläche fällt. Typische Anwendungsgebiete sind Metallografie, Elektronik, Materialprüfung, Münzen, Gesteine und technische Bauteile.
Diese Objektive sind häufig für Proben ohne Deckglas ausgelegt. Sie besitzen je nach Bauart einen größeren Arbeitsabstand und sind für die Beleuchtung durch oder um das Objektiv herum optimiert.
Ein biologisches Durchlichtobjektiv ist nicht automatisch für Auflichtanwendungen geeignet. Besonders bei reflektierenden Oberflächen können spezielle Korrekturen, Vergütungen und Beleuchtungswege erforderlich sein.
Objektive mit langem Arbeitsabstand
Long-Working-Distance-Objektive besitzen einen vergrößerten Abstand zwischen Frontlinse und scharf eingestellter Probe. Sie werden häufig bei dicken Präparaten, Kulturgefäßen, technischen Bauteilen oder Arbeiten mit Werkzeugen unter dem Mikroskop eingesetzt.
Der größere Arbeitsabstand reduziert das Risiko, dass das Objektiv mit der Probe kollidiert. Außerdem bleibt mehr Platz für Pinzetten, Nadeln, Elektroden oder andere Hilfsmittel.
Je nach Konstruktion kann ein besonders großer Arbeitsabstand mit einer geringeren numerischen Apertur verbunden sein. Deshalb muss zwischen Bewegungsfreiheit und maximaler Auflösung abgewogen werden.
Phasenkontrastobjektive
Phasenkontrastobjektive sind für die Beobachtung transparenter und ungefärbter Proben vorgesehen. Sie enthalten einen Phasenring, der mit einer passenden Ringblende im Kondensor zusammenarbeitet.
Durch dieses Verfahren werden Unterschiede in der optischen Dichte in sichtbare Helligkeitsunterschiede umgewandelt. Lebende Zellen, Mikroorganismen und feine Strukturen können dadurch ohne aufwendige Färbung untersucht werden.
Ein Phasenkontrastobjektiv allein reicht jedoch nicht aus. Es muss mit einem passenden Phasenkondensor beziehungsweise einer korrekt abgestimmten Ringblende verwendet und sorgfältig zentriert werden.
Dunkelfeldobjektive
Dunkelfeldobjektive werden in Verbindung mit einer speziellen Beleuchtung eingesetzt, bei der direktes Licht nicht in das Objektiv gelangt. Das Präparat erscheint hell vor einem dunklen Hintergrund.
Diese Methode eignet sich für sehr feine, lichtstreuende Strukturen, die im normalen Hellfeld nur schwer sichtbar sind. Je nach numerischer Apertur und Mikroskopsystem können spezielle Dunkelfeldkondensoren und geeignete Objektive erforderlich sein.
Bei hohen numerischen Aperturen muss das Objektiv möglicherweise über eine Irisblende verfügen, damit die Apertur an die Dunkelfeldbeleuchtung angepasst werden kann.
Objektive mit Irisblende
Einige Mikroskop Objektive besitzen eine integrierte Irisblende. Mit ihr lässt sich die wirksame numerische Apertur des Objektivs reduzieren. Diese Bauart findet sich unter anderem bei bestimmten Dunkelfeld- und Spezialobjektiven.
Durch das Schließen der Iris kann der Kontrast erhöht oder die Beleuchtung an ein spezielles Verfahren angepasst werden. Gleichzeitig sinkt jedoch die maximal erreichbare Auflösung.
Die Irisblende sollte deshalb nicht willkürlich verstellt werden. Sie dient der gezielten Anpassung an eine bestimmte Beobachtungsmethode und muss korrekt eingestellt sein.
Stereo-Mikroskop-Objektive
Stereomikroskope verwenden andere optische Systeme als klassische Durchlichtmikroskope. Bei vielen Geräten lässt sich ein Vorsatzobjektiv anbringen, das die Gesamtvergrößerung, das Sehfeld und den Arbeitsabstand verändert.
Ein 0,5-faches Vorsatzobjektiv reduziert beispielsweise die Gesamtvergrößerung, vergrößert das Sichtfeld und erhöht häufig den Arbeitsabstand. Ein 2-faches Vorsatzobjektiv erhöht dagegen die Vergrößerung, verkleinert das Sichtfeld und reduziert meist den Arbeitsabstand.
Solche Objektive sind besonders bei Elektronikarbeiten, Präparationen, Reparaturen und der Untersuchung größerer Objekte interessant. Sie müssen zum Gewinde und zum optischen System des Stereomikroskops passen.
Welche Alternativen zu einem neuen Mikroskop Objektiv gibt es?
Ein vollständiger Objektivsatz
Statt ein einzelnes Objektiv zu kaufen, kann ein kompletter Satz sinnvoll sein. Ein Objektivsatz enthält mehrere aufeinander abgestimmte Vergrößerungen. Dadurch stimmen Abgleichlänge, Korrektur und mechanische Bauform besser überein.
Besonders bei einem älteren oder unvollständigen Mikroskop kann ein kompletter Satz günstiger und problemloser sein als die Suche nach einzelnen passenden Objektiven. Vor dem Kauf müssen dennoch Gewinde, Tubuslänge und optische Auslegung geprüft werden.
Ein besseres Okular
In manchen Fällen liegt die unbefriedigende Bildqualität nicht am Objektiv, sondern am Okular. Ein hochwertiges Weitfeldokular kann den Sehkomfort verbessern, das sichtbare Feld vergrößern und störende Abbildungsfehler reduzieren.
Eine höhere Okularvergrößerung führt jedoch nicht automatisch zu mehr Auflösung. Wird ein 10-faches Okular einfach durch ein 20-faches Modell ersetzt, kann lediglich eine leere Vergrößerung entstehen. Das Bild wird größer, aber nicht detailreicher.
Eine bessere Beleuchtung
Viele Bildprobleme entstehen durch falsch eingestellte oder zu schwache Beleuchtung. Eine gleichmäßige LED-Beleuchtung, ein korrekt justierter Kondensor und eine passend eingestellte Aperturblende können die Bildqualität deutlich verbessern.
Vor dem Kauf eines teuren Objektivs sollte deshalb überprüft werden, ob das Mikroskop korrekt nach dem Köhler-Prinzip eingestellt werden kann. Eine schlechte Beleuchtung kann selbst ein hochwertiges Objektiv ausbremsen.
Eine Mikroskopkamera
Eine Kamera kann eine Alternative sein, wenn das Ziel vor allem in der Dokumentation oder gemeinsamen Betrachtung besteht. Sie vergrößert das Präparat nicht optisch besser, ermöglicht aber die Darstellung auf einem großen Bildschirm.
Wichtig ist ein passender Kameraadapter. Billige Kameras mit stark komprimierter Darstellung können die Bildqualität begrenzen. Eine hochwertige Kamera ersetzt daher kein gutes Objektiv, kann dessen Leistung aber sinnvoll nutzbar machen.
Ein neues Mikroskop
Bei sehr einfachen Mikroskopen lohnt sich der Kauf hochwertiger Einzelobjektive häufig nicht. Wenn Revolver, Tisch, Fokussierung, Beleuchtung und Kondensor qualitativ schwach sind, kann ein komplett neues Mikroskop wirtschaftlicher sein.
Ein besseres Mikroskop bietet häufig einen stabileren Aufbau, präzisere Fokussierung und ein aufeinander abgestimmtes optisches System. Besonders bei regelmäßiger Nutzung kann dies sinnvoller sein als eine kostspielige Aufrüstung eines ungeeigneten Grundgeräts.
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Wichtige Kaufkriterien für ein Mikroskop Objektiv
Vergrößerung
Die Vergrößerung muss zum geplanten Einsatz passen. Ein 4-faches Objektiv eignet sich für Übersichten und größere Strukturen. Ein 10-faches Objektiv ist ein vielseitiges Standardobjektiv. Ein 40-faches Objektiv ermöglicht die Untersuchung vieler Zellstrukturen. Ein 100-faches Objektiv wird häufig mit Immersionsöl für sehr kleine Details eingesetzt.
Eine möglichst hohe Vergrößerung ist nicht automatisch besser. Entscheidend ist, welche Strukturen untersucht werden sollen und welche Auflösung das gesamte System tatsächlich erreicht.
Numerische Apertur
Die numerische Apertur wird meist direkt neben der Vergrößerung angegeben. Ein Objektiv kann beispielsweise mit 40/0,65 beschriftet sein. Die Zahl 40 steht für die Vergrößerung, während 0,65 die numerische Apertur bezeichnet.
Eine höhere numerische Apertur ermöglicht grundsätzlich eine bessere Auflösung und höhere Lichtausbeute. Gleichzeitig wird die Schärfentiefe geringer, und die Fokussierung muss präziser erfolgen.
Objektivgewinde
Viele klassische Mikroskope verwenden das RMS-Gewinde. Es besitzt einen Durchmesser von ungefähr 20,32 Millimetern. Moderne oder professionelle Systeme können andere Gewinde verwenden, beispielsweise M25 oder M27.
Vor dem Kauf sollte das Gewinde des vorhandenen Objektivs oder des Revolvers exakt bestimmt werden. Adapter sind erhältlich, lösen jedoch nicht automatisch optische Kompatibilitätsprobleme.
Abgleichlänge
Die Abgleichlänge beschreibt den mechanischen Abstand zwischen Objektivanschluss und Präparatebene bei scharf gestelltem Bild. Häufige Werte sind 35 Millimeter, 45 Millimeter oder 60 Millimeter.
Werden Objektive mit unterschiedlichen Abgleichlängen gemeinsam an einem Revolver verwendet, kann beim Wechsel ein starkes Nachfokussieren notwendig sein. Im ungünstigsten Fall stößt ein längeres Objektiv gegen das Präparat.
Tubuslänge oder Unendlichsystem
Auf dem Objektiv befindet sich häufig die Angabe 160 oder ein Unendlichzeichen. Diese Angaben dürfen nicht ignoriert werden. Ein 160-Millimeter-Objektiv ist für ein endliches System ausgelegt, während ein Unendlichobjektiv eine passende Tubuslinse benötigt.
Ein mechanisch passendes Objektiv kann bei falscher Systemwahl deutliche Abbildungsfehler erzeugen. Deshalb sollte ein Ersatz möglichst aus derselben Systemfamilie stammen.
Deckglasdicke
Viele biologische Objektive sind für eine Deckglasdicke von 0,17 Millimetern korrigiert. Auf dem Objektiv ist dann häufig die Angabe 0.17 zu finden. Wird ohne Deckglas oder mit einem deutlich dickeren Deckglas gearbeitet, kann die Bildqualität besonders bei hoher numerischer Apertur leiden.
Auflichtobjektive tragen teilweise die Angabe 0, weil sie für Proben ohne Deckglas vorgesehen sind. Spezialobjektive können einen Korrekturring besitzen, mit dem unterschiedliche Deckglasdicken ausgeglichen werden.
Arbeitsabstand
Der Arbeitsabstand ist der Abstand zwischen Frontlinse und Präparat bei scharfem Bild. Niedrig vergrößernde Objektive besitzen häufig einen größeren Arbeitsabstand. Hoch vergrößernde Modelle liegen dagegen sehr nahe am Deckglas.
Für Präparierarbeiten, dicke Proben oder technische Anwendungen sollte ein Objektiv mit langem Arbeitsabstand gewählt werden. Bei klassischen Dünnschnittpräparaten kann eine höhere numerische Apertur wichtiger sein.
Federnde Frontlinse
Viele 40-fache und 100-fache Objektive besitzen eine federnde Frontfassung. Sie gibt bei einem leichten Kontakt mit dem Deckglas nach und kann dadurch das Risiko einer Beschädigung reduzieren.
Eine federnde Frontlinse ist dennoch kein vollständiger Schutz. Das Objektiv sollte immer vorsichtig und möglichst unter seitlicher Beobachtung an das Präparat herangeführt werden.
Vergütung und Kontrast
Moderne Linsenoberflächen werden häufig vergütet, um Reflexionen zu reduzieren und die Lichtübertragung zu verbessern. Eine hochwertige Mehrschichtvergütung kann Kontrast und Farbwiedergabe sichtbar verbessern.
Bei gebrauchten Objektiven sollte auf beschädigte Vergütungen, Pilzbefall und Kratzer geachtet werden. Solche Schäden können nicht ohne Weiteres beseitigt werden.
Beliebte Mikroskop Objektive und Produktarten im Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt beispielhafte Objektivarten und bekannte Marken. Die Preise sind grobe Orientierungswerte und können je nach Vergrößerung, Korrekturklasse, Händler und Lieferumfang deutlich abweichen.
| Produktname oder Objektivart | Marke | Ungefährer Preis | Kurze Beschreibung |
|---|---|---|---|
| 4x Achromat RMS Objektiv | AmScope | ca. 20 bis 40 Euro | Einfaches Übersichtsobjektiv für viele Mikroskope mit RMS-Gewinde und endlicher Tubuslänge. |
| 10x Achromat Objektiv | Swift | ca. 25 bis 50 Euro | Vielseitiges Standardobjektiv für Schule, Hobby und einfache Laborbeobachtungen. |
| 40x Achromat Objektiv | Bresser | ca. 30 bis 70 Euro | Hoch vergrößerndes Trockenobjektiv für Zellstrukturen und biologische Präparate. |
| 100x Öl Objektiv | Euromex | ca. 60 bis 150 Euro | Ölimmersionsobjektiv für hohe Auflösung bei sehr kleinen Strukturen. |
| Plan Achromat 10x | Motic | ca. 100 bis 250 Euro | Plan-korrigiertes Objektiv mit verbessertem ebenen Bildfeld für Dokumentation und Fotografie. |
| Plan Achromat 40x | Olympus | ca. 200 bis 600 Euro | Hochwertiges Laborobjektiv mit guter Feldkorrektur und hoher Detailwiedergabe. |
| Plan Fluor 20x | Nikon | ca. 500 bis 1.500 Euro | Leistungsfähiges Forschungsobjektiv mit hoher numerischer Apertur und verbesserter Farbkorrektur. |
| Plan Apochromat 60x | Zeiss | ca. 1.500 bis 5.000 Euro | Professionelles Hochleistungsobjektiv für Forschung, Bildanalyse und anspruchsvolle Mikrofotografie. |
| 0,5x Vorsatzobjektiv für Stereomikroskope | Hayear | ca. 25 bis 70 Euro | Reduziert die Vergrößerung, vergrößert das Sichtfeld und erhöht meist den Arbeitsabstand. |
| Objektivsatz 4x, 10x, 40x und 100x | Verschiedene Hersteller | ca. 80 bis 250 Euro | Kompletter Standardsatz für kompatible Schul-, Hobby- und Labormikroskope. |
Wie wird ein Mikroskop Objektiv richtig gewechselt?
Vor dem Wechsel sollte das Mikroskop ausgeschaltet und der Objekttisch abgesenkt werden. Anschließend wird der Revolver so gedreht, dass das zu wechselnde Objektiv gut erreichbar ist. Das Objektiv wird vorsichtig am Metallgehäuse gehalten und gegen den Uhrzeigersinn herausgeschraubt.
Die Linsenflächen dürfen nicht mit den Fingern berührt werden. Hautfett hinterlässt Rückstände und kann die Vergütung beeinträchtigen. Das neue Objektiv wird gerade angesetzt und vorsichtig eingeschraubt. Gewalt ist nicht erforderlich. Verkanten kann das Gewinde beschädigen.
Nach dem Einbau sollte geprüft werden, ob das Objektiv beim Wechsel zwischen den Vergrößerungen ungefähr parfokal arbeitet. Das bedeutet, dass nach einem Objektivwechsel nur geringfügig nachfokussiert werden muss.
Wenn ein Objektiv deutlich länger als die übrigen Modelle ist, muss besonders vorsichtig gearbeitet werden. Es kann beim Einschwenken mit dem Präparat kollidieren. Ein kompletter, aufeinander abgestimmter Satz ist daher sicherer als eine beliebige Mischung unterschiedlicher Bauformen.
Reinigung und Pflege
Staub auf der Frontlinse sollte zunächst mit einem sauberen Blasebalg entfernt werden. Druckluftsprays können Flüssigkeit oder Treibmittel ausstoßen und sind deshalb nur eingeschränkt geeignet.
Für die eigentliche Reinigung wird spezielles Linsenpapier verwendet. Normale Taschentücher, Küchenpapier oder Kleidung können feine Kratzer verursachen. Bei öligen Rückständen kann ein vom Hersteller empfohlenes Reinigungsmittel sparsam eingesetzt werden.
Immersionsöl sollte direkt nach der Beobachtung entfernt werden. Besonders wichtig ist, kein Öl an Trockenobjektive gelangen zu lassen. Ein 40-faches Trockenobjektiv kann versehentlich in den Öltropfen eintauchen, wenn nach dem 100-fachen Objektiv zurückgeschaltet wird.
Objektive sollten trocken, staubgeschützt und nicht in feuchten Räumen gelagert werden. Hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt Pilzbefall auf optischen Oberflächen. Bei längerer Lagerung sind Objektivkappen und eine geschlossene Aufbewahrungsbox sinnvoll.
Typische Fehler bei der Verwendung
Ein häufiger Fehler besteht darin, nur die Gesamtvergrößerung zu betrachten. Ein starkes Okular auf einem Objektiv mit niedriger Auflösung erzeugt keine zusätzlichen Details. Das Ergebnis ist lediglich ein größeres und häufig unschärferes Bild.
Ebenso problematisch ist eine falsch eingestellte Beleuchtung. Wird die Aperturblende zu weit geschlossen, steigt zwar der Kontrast, aber die Auflösung sinkt. Ist sie vollständig geöffnet, kann das Bild flau und kontrastarm erscheinen.
Ein weiterer Fehler ist die Verwendung des falschen Immersionsmediums. Öl, Wasser und Glyzerin besitzen unterschiedliche Brechungsindizes. Das Objektiv muss ausdrücklich für das verwendete Medium vorgesehen sein.
Auch verschmutzte Deckgläser können die Bildqualität deutlich verschlechtern. Bevor ein Objektiv als fehlerhaft eingestuft wird, sollten Präparat, Kondensor, Okular und Beleuchtung überprüft werden.
Häufig gestellte Fragen zu Mikroskop Objektiven
Welche Vergrößerung sollte ein Mikroskop Objektiv haben?
Die richtige Vergrößerung hängt von der untersuchten Probe ab. Für größere Strukturen, Insektenbestandteile oder Gewebeschnitte eignet sich ein 4-faches oder 10-faches Objektiv. Für Zellen und feinere Strukturen wird häufig ein 40-faches Objektiv verwendet. Bakterien und sehr kleine Details erfordern in vielen Fällen ein 100-faches Ölimmersionsobjektiv.
Für ein vielseitiges biologisches Mikroskop ist ein Satz aus 4-fach, 10-fach, 40-fach und 100-fach üblich. Nicht jeder Nutzer benötigt jedoch alle Stufen. Für technische Untersuchungen können 5-fache, 20-fache oder 50-fache Objektive sinnvoller sein.
Was bedeutet 40/0,65 auf einem Objektiv?
Die Zahl 40 bezeichnet die Objektivvergrößerung. Das Objektiv vergrößert das Zwischenbild somit um den Faktor 40. Die Zahl 0,65 beschreibt die numerische Apertur.
Die numerische Apertur beeinflusst die Auflösung und die Lichtaufnahme. Ein höherer Wert ermöglicht grundsätzlich die Darstellung feinerer Details. Gleichzeitig nimmt die Schärfentiefe ab, und die Fokussierung wird anspruchsvoller.
Was bedeutet 160/0,17?
Die Angabe 160 weist auf eine mechanische Tubuslänge von 160 Millimetern hin. Das Objektiv ist für ein endliches optisches System ausgelegt. Die Angabe 0,17 bezeichnet die vorgesehene Deckglasdicke in Millimetern.
Ein solches Objektiv sollte möglichst mit einem Mikroskop für 160-Millimeter-Optik und einem Standarddeckglas von ungefähr 0,17 Millimetern verwendet werden. Abweichungen können besonders bei höheren Aperturen zu Unschärfen führen.
Passen alle RMS-Objektive an jedes Mikroskop?
Mechanisch passen viele RMS-Objektive in Mikroskope mit entsprechendem Gewinde. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie optisch vollständig kompatibel sind. Tubuslänge, Abgleichlänge, Deckglaskorrektur und Korrektionssystem können unterschiedlich sein.
Besonders bei modernen Unendlichsystemen sollte ein Objektiv aus der passenden Hersteller- oder Systemserie gewählt werden. Ein fremdes Objektiv kann ein Bild erzeugen, aber dennoch falsche Vergrößerung, Farbfehler oder Randunschärfen zeigen.
Was ist besser: Achromat oder Plan-Achromat?
Ein Plan-Achromat bietet normalerweise ein ebeneres Bildfeld und eine bessere Schärfe bis zum Bildrand. Für Mikrofotografie, Kameraaufnahmen und Dokumentation ist er daher meist besser geeignet.
Ein klassischer Achromat ist günstiger und für viele Beobachtungen mit dem Auge ausreichend. Wer hauptsächlich gelegentlich mikroskopiert, benötigt nicht zwingend eine vollständige Planoptik.
Warum ist das Bild mit dem 100-fachen Objektiv dunkel?
Ein 100-faches Objektiv besitzt eine sehr hohe Vergrößerung und benötigt eine korrekt eingestellte Beleuchtung. Häufig muss der Kondensor angehoben und die Beleuchtungsstärke erhöht werden.
Bei einem Ölimmersionsobjektiv muss außerdem Immersionsöl verwendet werden. Ohne Öl gelangt deutlich weniger nutzbares Licht in das Objektiv, und die Auflösung bleibt weit unter dem vorgesehenen Wert.
Kann man ein 100-faches Ölobjektiv ohne Öl verwenden?
Ein 100-faches Ölimmersionsobjektiv kann zwar unter Umständen ein sichtbares Bild erzeugen, liefert ohne Öl jedoch nicht die vorgesehene Bildqualität. Die numerische Apertur und Auflösung werden nicht erreicht.
Das Objektiv sollte deshalb nur mit geeignetem Immersionsöl verwendet werden. Nach der Benutzung muss das Öl sorgfältig entfernt werden, damit keine Rückstände eintrocknen.
Kann ein Mikroskop Objektiv zerkratzt werden?
Ja, besonders die Frontlinse kann durch falsche Reinigung, harte Partikel oder Kontakt mit dem Präparat beschädigt werden. Normales Papier, Kleidung oder verschmutzte Reinigungstücher sind ungeeignet.
Zur Reinigung sollten ausschließlich ein Blasebalg, sauberes Linsenpapier und geeignete Reinigungsflüssigkeit verwendet werden. Starker Druck ist zu vermeiden.
Lohnt sich ein gebrauchtes Mikroskop Objektiv?
Ein gebrauchtes Objektiv kann eine günstige Möglichkeit sein, hochwertige Optik zu erwerben. Vor dem Kauf sollte es auf Kratzer, Pilzbefall, Ölreste, Delamination, schwergängige Federfassungen und beschädigte Gewinde geprüft werden.
Auch die genaue Modellbezeichnung ist wichtig. Ein hochwertiges Objektiv ist nur dann sinnvoll, wenn es zum vorhandenen Mikroskopsystem passt. Bei fehlender Rückgabemöglichkeit ist der Kauf riskanter.
Warum ist nur die Bildmitte scharf?
Bei einfachen Achromaten ist eine gewisse Bildfeldwölbung normal. Die Bildmitte kann scharf sein, während der Rand leicht nachfokussiert werden muss. Ein Plan-Achromat oder Plan-Apochromat reduziert diesen Effekt.
Auch ein falsch eingesetztes Objektiv, ein ungeeignetes Okular oder eine verkippte Probe kann Randunschärfen verursachen. Deshalb sollte das gesamte optische System überprüft werden.
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Fazit: Das passende Mikroskop Objektiv entscheidet über die Bildqualität
Ein Mikroskop Objektiv ist weit mehr als ein einfaches Vergrößerungsglas. Es ist das zentrale optische Bauteil des Mikroskops und beeinflusst Auflösung, Schärfe, Kontrast, Farbwiedergabe und Bildfeldebnung. Wer ein neues Objektiv kaufen möchte, sollte deshalb nicht ausschließlich auf die Vergrößerungszahl achten.
Zu den wichtigsten technischen Angaben gehören die numerische Apertur, die Tubuslänge, die Abgleichlänge, die vorgesehene Deckglasdicke, das Objektivgewinde und das verwendete Korrektionssystem. Diese Werte müssen zum vorhandenen Mikroskop passen. Ein mechanisch einschraubbares Objektiv ist nicht automatisch optisch kompatibel.
Für Schule, Hobby und einfache Routineanwendungen sind achromatische Objektive häufig ausreichend. Plan-Achromaten bieten ein ebeneres Bildfeld und eignen sich besser für Fotografie und Dokumentation. Fluorit- und apochromatische Objektive liefern eine deutlich bessere Korrektur, sind jedoch wesentlich teurer und vor allem für anspruchsvolle Labor- und Forschungsanwendungen vorgesehen.
Auch die Art der Beobachtung spielt eine wichtige Rolle. Trockenobjektive sind unkompliziert und vielseitig. Ölimmersionsobjektive ermöglichen bei hohen Vergrößerungen eine bessere Auflösung, erfordern aber eine sorgfältige Anwendung und Reinigung. Für Auflicht, Phasenkontrast, Dunkelfeld, Fluoreszenz oder Arbeiten mit großem Abstand werden spezielle Objektive benötigt.
Vor einer teuren Neuanschaffung sollte geprüft werden, ob die vorhandene Beleuchtung, der Kondensor, das Okular und die Präparatequalität korrekt sind. Viele scheinbare Objektivprobleme entstehen durch falsche Einstellungen oder verschmutzte optische Flächen. Eine sorgfältige Reinigung und korrekte Beleuchtung können die Bildqualität erheblich verbessern.
Wer regelmäßig mikroskopiert, profitiert von einem aufeinander abgestimmten Objektivsatz. Ein typischer Satz aus 4-fach, 10-fach, 40-fach und 100-fach deckt viele biologische Anwendungen ab. Für technische Untersuchungen oder Stereomikroskopie können andere Vergrößerungsstufen und größere Arbeitsabstände sinnvoller sein.
Insgesamt sollte ein Mikroskop Objektiv gezielt nach Einsatzbereich und Kompatibilität ausgewählt werden. Das teuerste Modell ist nicht automatisch die beste Wahl für jedes Mikroskop. Ein passendes, sauber gefertigtes und korrekt eingesetztes Objektiv liefert häufig bessere Ergebnisse als eine hochwertige, aber nicht abgestimmte Fremdoptik. Wer die technischen Angaben sorgfältig vergleicht, das Objektiv sachgerecht reinigt und das Mikroskop richtig einstellt, kann die Leistungsfähigkeit seines Geräts deutlich verbessern und selbst feinste Strukturen zuverlässig beobachten.
Zuletzt Aktualisiert am 28.07.2026
Letzte Aktualisierung am 26.08.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
