Johanniskraut zählt zu den bekanntesten europäischen Heilpflanzen und wird in unterschiedlichen Darreichungsformen wie Tabletten, Kapseln, Tee, Tinktur, Öl oder Salbe angeboten, wobei sich die einzelnen Produkte hinsichtlich Wirkstoffkonzentration, Anwendungsgebiet, Qualität und medizinischer Bedeutung erheblich unterscheiden können. Besonders bekannt sind standardisierte Johanniskraut-Arzneimittel, die unter bestimmten Voraussetzungen zur Behandlung leichter depressiver Episoden beziehungsweise vorübergehender depressiver Verstimmungen eingesetzt werden, während traditionelle Zubereitungen teilweise bei nervöser Unruhe, vorübergehender geistiger Erschöpfung oder äußerlich zur Pflege beanspruchter Haut angeboten werden. Trotz seiner pflanzlichen Herkunft ist Johanniskraut keineswegs automatisch harmlos, denn hoch dosierte Präparate können zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln verursachen, deren Wirkung abschwächen oder gemeinsam mit bestimmten Medikamenten unerwünschte Reaktionen auslösen. Besonders Menschen, die regelmäßig verschreibungspflichtige Medikamente einnehmen, sollten Johanniskraut deshalb nicht eigenständig verwenden, sondern die Einnahme vorher ärztlich oder in einer Apotheke abklären. Dieser ausführliche Ratgeber erklärt, was Johanniskraut ist, welche Arten und Zubereitungen erhältlich sind, worin sich Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und traditionelle Produkte unterscheiden, welche Vor- und Nachteile zu beachten sind und warum Dosierung, Wechselwirkungen, Lichtempfindlichkeit sowie eine fachkundige Beratung bei der Auswahl eine zentrale Rolle spielen.
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Was ist Johanniskraut?
Johanniskraut ist eine krautige Pflanze aus der Familie der Johanniskrautgewächse. Botanisch wird das Echte Johanniskraut als Hypericum perforatum bezeichnet. Die mehrjährige Pflanze wächst bevorzugt an sonnigen Standorten, auf Wiesen, an Wegrändern, Böschungen und Waldrändern. Während der Blütezeit bildet sie zahlreiche gelbe Blüten, die meist zwischen Juni und Spätsommer zu sehen sind.
Die Bezeichnung „perforatum“ bedeutet sinngemäß durchlöchert. Hält man ein Blatt gegen das Licht, wirken darin zahlreiche kleine helle Punkte sichtbar. Dabei handelt es sich nicht um tatsächliche Löcher, sondern um durchscheinende Drüsenräume. In Blüten und Knospen befinden sich außerdem dunklere Drüsen. Zerreibt man frische Blüten zwischen den Fingern, kann ein rötlicher Farbstoff austreten.
Für medizinische Zubereitungen werden überwiegend die zur Blütezeit geernteten oberirdischen Pflanzenteile verwendet. Dazu gehören Blüten, Knospen, Blätter und Teile der Stängel. Das gewonnene Pflanzenmaterial wird getrocknet oder zu Extrakten, Ölauszügen und anderen Zubereitungen weiterverarbeitet.
Johanniskraut enthält verschiedene Stoffgruppen. Dazu gehören unter anderem Hypericine, Hyperforin, Flavonoide und weitere Pflanzeninhaltsstoffe. Die Wirkung eines standardisierten Johanniskraut-Arzneimittels beruht nicht ausschließlich auf einem einzelnen Inhaltsstoff, sondern auf dem Zusammenspiel verschiedener Bestandteile des Extrakts. Deshalb lassen sich Produkte mit unterschiedlichen Extraktionsverfahren und Wirkstoffgehalten nicht automatisch miteinander vergleichen.
Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem zugelassenen pflanzlichen Arzneimittel und einem gewöhnlichen Nahrungsergänzungsmittel. Bei Arzneimitteln müssen Qualität, Zusammensetzung, Dosierung und Anwendungsgebiet nach festgelegten Vorgaben dokumentiert werden. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich Lebensmittel. Sie dürfen nicht mit einer nachgewiesenen Behandlung von Krankheiten gleichgesetzt werden.
Johanniskraut ist vor allem für seine Anwendung bei bestimmten depressiven Beschwerden bekannt. Hoch dosierte, standardisierte Extrakte können jedoch nur dann sinnvoll eingesetzt werden, wenn das konkrete Präparat für das betreffende Anwendungsgebiet zugelassen und für die betroffene Person geeignet ist. Eine schwere Depression, Suizidgedanken, starke Antriebslosigkeit, psychotische Symptome oder eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands gehören unverzüglich in ärztliche Behandlung.
Die Wirkung tritt bei innerlich eingenommenen Arzneimitteln in der Regel nicht sofort ein. Wie bei anderen antidepressiv wirkenden Präparaten kann es eine gewisse Zeit dauern, bis sich eine erkennbare Veränderung zeigt. Eine kurzfristige Einnahme von wenigen Tagen erlaubt deshalb normalerweise keine zuverlässige Beurteilung. Gleichzeitig sollte Johanniskraut nicht ohne fachliche Begleitung immer weiter eingenommen werden, wenn keine Besserung eintritt.
Vorteile und Nachteile von Johanniskraut
Vorteile
- Pflanzlicher Wirkstoffkomplex: Standardisierte Johanniskraut-Extrakte enthalten verschiedene pflanzliche Inhaltsstoffe, deren Zusammenspiel für die Wirkung relevant ist.
- Unterschiedliche Darreichungsformen: Johanniskraut ist unter anderem als Tablette, Kapsel, Tee, Tinktur, Öl und äußerlich anzuwendendes Pflegeprodukt erhältlich.
- Arzneimittel für bestimmte depressive Beschwerden verfügbar: Für definierte Anwendungsgebiete gibt es zugelassene und standardisierte Johanniskraut-Arzneimittel.
- Teilweise gute Verträglichkeit: Manche Anwender empfinden zugelassene Präparate bei sachgerechter Einnahme als gut verträglich.
- Lange Tradition als Heilpflanze: Johanniskraut wird seit langer Zeit innerlich und äußerlich verwendet.
- Auch äußerliche Produkte erhältlich: Johanniskrautöl wird traditionell zur Pflege trockener oder beanspruchter Haut angeboten.
- Verschiedene Dosierungen verfügbar: Arzneimittel können abhängig vom vorgesehenen Anwendungsgebiet unterschiedliche Extraktmengen enthalten.
Nachteile
- Zahlreiche Wechselwirkungen: Johanniskraut kann den Abbau vieler Medikamente beschleunigen und deren Wirkung deutlich abschwächen.
- Nicht zur unkontrollierten Selbstbehandlung geeignet: Depressive Beschwerden müssen fachlich eingeordnet werden, insbesondere wenn sie stärker ausgeprägt sind oder länger anhalten.
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit möglich: Vor allem bei höheren Dosierungen können Haut und Augen empfindlicher auf intensive UV-Strahlung reagieren.
- Unterschiedliche Produktqualität: Tee, Nahrungsergänzungsmittel und standardisierte Arzneimittel sind hinsichtlich Zusammensetzung und Wirkung nicht gleichwertig.
- Verzögerter Wirkungseintritt: Eine mögliche Wirkung zeigt sich normalerweise nicht unmittelbar nach der ersten Einnahme.
- Nicht für jede Person geeignet: Schwangerschaft, Stillzeit, bestimmte Erkrankungen, andere Medikamente oder ein erhöhtes Risiko für Wechselwirkungen können gegen eine Anwendung sprechen.
- Absetzen kann ebenfalls relevant sein: Da Johanniskraut den Arzneimittelabbau beeinflussen kann, können sich beim Absetzen die Blutspiegel anderer Medikamente verändern.
- Pflanzlich bedeutet nicht risikofrei: Hoch dosierte Extrakte besitzen eine pharmakologische Wirkung und müssen entsprechend verantwortungsvoll verwendet werden.
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Die unterschiedlichen Arten von Johanniskraut-Produkten
Standardisierte Johanniskraut-Tabletten
Tabletten mit standardisiertem Johanniskraut-Trockenextrakt gehören zu den bekanntesten Darreichungsformen. Bei einem standardisierten Arzneimittel werden Zusammensetzung und Herstellungsprozess kontrolliert, damit jede Tablette eine möglichst gleichbleibende Extraktmenge enthält. Dadurch kann die Einnahme genauer erfolgen als bei selbst gesammeltem Pflanzenmaterial oder einem frei dosierten Tee.
Die Präparate unterscheiden sich unter anderem in der verwendeten Extraktmenge, dem Auszugsmittel, der Dosierung und dem zugelassenen Anwendungsgebiet. Eine Tablette mit einer hohen Milligrammangabe ist nicht automatisch besser als ein anderes Produkt, weil unterschiedliche Extrakte nicht allein anhand ihres Gewichts verglichen werden können.
Tabletten sind einfach zu dosieren und lassen sich gut in einen regelmäßigen Tagesablauf integrieren. Sie sollten entsprechend der Packungsbeilage unzerkaut und mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden. Ob eine Einnahme zu den Mahlzeiten empfohlen wird, hängt vom jeweiligen Produkt ab.
Vor der Anwendung muss geprüft werden, ob gleichzeitig andere Arzneimittel eingenommen werden. Das gilt nicht nur für verschreibungspflichtige Medikamente, sondern auch für rezeptfreie Präparate, hormonelle Verhütungsmittel und andere pflanzliche Produkte.
Johanniskraut-Kapseln
Kapseln können ebenfalls standardisierte Extrakte, gemahlenes Johanniskrautpulver oder Kombinationen mit anderen Inhaltsstoffen enthalten. Deshalb ist bei Kapseln besonders genau auf die Produktkennzeichnung zu achten. Eine Kapsel mit reinem Pflanzenpulver ist nicht automatisch mit einem konzentrierten Trockenextrakt vergleichbar.
Arzneimittelkapseln bieten eine festgelegte Dosierung und können eine Alternative für Personen sein, die Tabletten ungern schlucken. Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform dürfen dagegen nicht allein aufgrund der Darreichungsform als therapeutisch gleichwertig angesehen werden.
Bei Kombinationsprodukten sollte kontrolliert werden, welche weiteren Pflanzenstoffe, Vitamine oder Mineralstoffe enthalten sind. Mehr Inhaltsstoffe bedeuten nicht automatisch eine bessere Wirkung. Zusätzliche Bestandteile können weitere Gegenanzeigen oder Wechselwirkungen mit sich bringen.
Johanniskraut-Tee
Johanniskraut-Tee wird aus getrocknetem, zerkleinertem Pflanzenmaterial zubereitet. Er ist als loser Tee oder in Filterbeuteln erhältlich. Die genaue Zubereitung richtet sich nach den Angaben des Herstellers beziehungsweise der Packungsbeilage.
Ein Tee enthält in der Regel eine andere Zusammensetzung und Konzentration als ein standardisierter Arzneimittelextrakt. Er darf deshalb nicht ohne Weiteres als Ersatz für ein zugelassenes Präparat zur Behandlung depressiver Beschwerden betrachtet werden. Der Gehalt an einzelnen Inhaltsstoffen kann je nach Ernte, Lagerung, Zerkleinerung und Zubereitung schwanken.
Auch ein Tee kann grundsätzlich pharmakologisch wirksame Bestandteile enthalten. Personen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten daher nicht davon ausgehen, dass Johanniskraut-Tee völlig frei von Wechselwirkungen ist. Bei häufiger oder längerfristiger Anwendung ist eine fachliche Rücksprache sinnvoll.
Johanniskraut-Tinktur und Tropfen
Tinkturen werden üblicherweise hergestellt, indem Pflanzenmaterial mit Alkohol oder einer alkoholhaltigen Flüssigkeit ausgezogen wird. Die flüssige Form ermöglicht eine tropfenweise Dosierung. Der tatsächliche Extraktgehalt und das vorgesehene Anwendungsgebiet unterscheiden sich jedoch stark von Produkt zu Produkt.
Alkoholhaltige Tropfen sind nicht für jede Person geeignet. Kinder, Schwangere, Menschen mit bestimmten Lebererkrankungen oder Personen, die Alkohol vermeiden müssen, sollten die Zusammensetzung besonders sorgfältig prüfen. Auch bei Tinkturen sind mögliche Wechselwirkungen zu beachten.
Die Dosierung sollte nicht nach Gefühl erfolgen. Die vom Hersteller angegebene Tropfenzahl und Einnahmehäufigkeit sind einzuhalten. Eine höhere Menge führt nicht automatisch zu einer besseren Wirkung, kann aber unerwünschte Wirkungen wahrscheinlicher machen.
Johanniskrautöl beziehungsweise Rotöl
Johanniskrautöl wird traditionell durch das Einlegen frischer Johanniskrautblüten und weiterer oberirdischer Pflanzenteile in ein pflanzliches Trägeröl hergestellt. Während der Auszugszeit nimmt das Öl häufig eine rötliche Farbe an, weshalb es auch als Rotöl bezeichnet wird.
Es wird äußerlich zur Hautpflege und für Massagen verwendet. Im Handel finden sich reine Ölauszüge sowie Mischungen mit weiteren Pflanzenölen, ätherischen Ölen oder kosmetischen Inhaltsstoffen. Ein kosmetisches Johanniskrautöl ist nicht automatisch ein zugelassenes Arzneimittel.
Da Johanniskraut die Lichtempfindlichkeit erhöhen kann, sollte behandelte Haut abhängig vom Produkt und der Anwendung nicht unmittelbar intensiver Sonne oder künstlicher UV-Strahlung ausgesetzt werden. Maßgeblich sind die Hinweise des Herstellers.
Das Öl darf nicht unkritisch auf größere offene Wunden, stark entzündete Haut oder unbekannte Hautveränderungen aufgetragen werden. Bei anhaltenden Beschwerden, Infektionszeichen oder starken Schmerzen ist eine medizinische Abklärung erforderlich.
Johanniskraut-Salbe und Creme
Salben und Cremes enthalten Johanniskrautöl, Extrakte oder Kombinationen mit weiteren hautpflegenden Stoffen. Sie werden beispielsweise zur Pflege trockener, rauer oder strapazierter Haut angeboten. Die genaue Zweckbestimmung hängt vom jeweiligen Produkt ab.
Eine Salbe enthält meist einen höheren Fettanteil und bildet einen schützenden Film auf der Haut. Eine Creme zieht häufig schneller ein und kann je nach Zusammensetzung weniger fettig wirken. Für das Gesicht oder größere Hautflächen sollte auf die individuelle Verträglichkeit geachtet werden.
Vor der ersten großflächigen Verwendung kann eine kleine Menge an einer unauffälligen Hautstelle getestet werden. Treten Rötung, Brennen, Juckreiz oder Schwellung auf, sollte das Produkt abgewaschen und nicht weiterverwendet werden.
Johanniskraut als homöopathische Zubereitung
Homöopathische Johanniskraut-Produkte werden häufig unter der Bezeichnung Hypericum angeboten. Sie unterscheiden sich grundlegend von pflanzlichen Arzneimitteln mit messbaren Mengen eines Johanniskraut-Extrakts. Aufgrund der starken Verdünnung enthalten höhere homöopathische Potenzen möglicherweise keine nachweisbaren Mengen der ursprünglichen Pflanze.
Homöopathische Präparate sollten nicht mit standardisierten Johanniskraut-Arzneimitteln gleichgesetzt werden. Sie sind kein Ersatz für eine medizinisch notwendige Behandlung depressiver Beschwerden, starker Schmerzen, Nervenverletzungen oder anderer ernsthafter Erkrankungen.
Johanniskraut als Nahrungsergänzungsmittel
Nahrungsergänzungsmittel mit Johanniskraut werden als Kapseln, Tabletten, Pulver oder flüssige Produkte angeboten. Sie unterliegen anderen rechtlichen Vorgaben als Arzneimittel. Käufer sollten deshalb genau prüfen, welche Pflanzenmenge, welcher Extrakt und welche weiteren Inhaltsstoffe enthalten sind.
Eine auffällige Verpackung, Begriffe wie „natürlich“, „hoch dosiert“ oder positive Kundenbewertungen ersetzen keine Arzneimittelzulassung. Gerade bei Johanniskraut ist eine nachvollziehbare Produktqualität wichtig, weil unterschiedliche Extrakte verschiedene Gehalte wirksamer Bestandteile aufweisen können.
Wer Johanniskraut wegen psychischer Beschwerden verwenden möchte, sollte vorzugsweise eine medizinische oder pharmazeutische Beratung nutzen, anstatt ein beliebiges Nahrungsergänzungsmittel allein nach Preis oder Werbeaussage auszuwählen.
Kombinationspräparate mit Johanniskraut
Einige Produkte kombinieren Johanniskraut mit Baldrian, Passionsblume, Melisse, Hopfen, Traubensilberkerze oder verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen. Solche Kombinationen werden teilweise für Stimmung, Entspannung, Wechseljahresbeschwerden oder Schlaf angeboten.
Die Kombination mehrerer Inhaltsstoffe erschwert die Beurteilung von Wirkung, Verträglichkeit und Wechselwirkungen. Jeder Bestandteil kann eigene Einschränkungen besitzen. Besonders bei hoch dosiertem Johanniskraut bleiben die bekannten Arzneimittelwechselwirkungen auch in einem Kombinationsprodukt relevant.
Alternativen zu Johanniskraut
Ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung
Bei länger anhaltender Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, Antriebsmangel, Schlafstörungen, starker innerer Unruhe oder anderen depressiven Symptomen ist eine professionelle Abklärung die wichtigste Alternative zur Selbstbehandlung. Eine Ärztin, ein Arzt oder eine psychotherapeutische Fachkraft kann beurteilen, ob eine Depression, eine andere psychische Erkrankung oder eine körperliche Ursache vorliegt.
Je nach Schweregrad können psychotherapeutische Verfahren, medikamentöse Behandlungen oder eine Kombination verschiedener Maßnahmen sinnvoll sein. Johanniskraut ist nicht für jede Form und jeden Schweregrad depressiver Erkrankungen geeignet.
Konventionelle Antidepressiva
Verschreibungspflichtige Antidepressiva stehen in unterschiedlichen Wirkstoffgruppen zur Verfügung. Welches Medikament infrage kommt, hängt von Diagnose, Beschwerden, Begleiterkrankungen, weiteren Arzneimitteln und früheren Behandlungserfahrungen ab.
Johanniskraut darf nicht eigenständig zusätzlich zu einem Antidepressivum eingenommen werden. Bestimmte Kombinationen können serotonerge Nebenwirkungen verstärken und im ungünstigen Fall ein gefährliches Serotoninsyndrom begünstigen.
Psychotherapie
Psychotherapeutische Behandlungen können dabei helfen, belastende Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen, mit Krisen umzugehen und neue Strategien für den Alltag zu entwickeln. Sie wirken nicht wie ein kurzfristiges Beruhigungsmittel, sondern setzen strukturiert an psychischen Beschwerden und deren Aufrechterhaltung an.
Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach Erkrankung, persönlicher Situation und Verfügbarkeit. Bei akuten Krisen reicht es nicht aus, lediglich auf einen regulären Therapieplatz zu warten; dann sind ärztliche oder psychiatrische Soforthilfen notwendig.
Bewegung und geregelte Tagesstruktur
Regelmäßige körperliche Aktivität, Tageslicht, Schlafhygiene und eine geregelte Tagesstruktur können das allgemeine Wohlbefinden unterstützen. Sie ersetzen bei einer behandlungsbedürftigen Depression jedoch keine fachgerechte Therapie.
Realistische, kleine Schritte sind meist sinnvoller als überhöhte Ziele. Bei starkem Antriebsmangel kann bereits ein kurzer Spaziergang oder eine feste tägliche Routine eine praktikable Maßnahme darstellen.
Andere pflanzliche Präparate
Baldrian, Passionsblume, Melisse, Hopfen und Lavendel werden für andere Beschwerden wie nervöse Unruhe oder Schlafprobleme angeboten. Sie besitzen andere Inhaltsstoffe und Anwendungsgebiete als Johanniskraut und sind kein direkter Ersatz für eine antidepressive Behandlung.
Auch andere pflanzliche Produkte können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen verursachen. Eine Kombination mehrerer Präparate sollte deshalb nicht unkontrolliert erfolgen.
Lichttherapie
Bei bestimmten saisonal auftretenden depressiven Beschwerden kann eine fachgerecht durchgeführte Lichttherapie infrage kommen. Dafür werden spezielle Therapielampen mit definierter Lichtstärke verwendet. Gewöhnliche Wohnraumlampen ersetzen eine solche Anwendung nicht.
Menschen mit Augenerkrankungen, bestimmten Medikamenten oder einer Neigung zu manischen Phasen sollten die Anwendung vorher ärztlich besprechen.
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Bekannte Johanniskraut-Produkte und Darreichungsformen im Vergleich
Die folgende Tabelle enthält beispielhafte Produktnamen und Darreichungsformen. Sie stellt keine medizinische Empfehlung und keinen unabhängigen Produkttest dar. Preise können je nach Packungsgröße, Apotheke, Händler und Angebotszeitpunkt deutlich abweichen. Vor der Einnahme hoch dosierter Johanniskraut-Präparate sollten mögliche Wechselwirkungen ärztlich oder in einer Apotheke geprüft werden.
| Name | Marke | Ungefährer Preis | Kurze Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Laif 900 Balance | Bayer Vital | etwa 20 bis 45 Euro | Johanniskraut-Arzneimittel mit hoch dosiertem Trockenextrakt; Packungsbeilage, Gegenanzeigen und Wechselwirkungen müssen beachtet werden. |
| Neuroplant Aktiv | Schwabe | etwa 20 bis 45 Euro | Pflanzliches Arzneimittel mit Johanniskraut-Trockenextrakt für ein in der Packungsbeilage festgelegtes Anwendungsgebiet. |
| Jarsin 300 | Cassella-med | etwa 15 bis 35 Euro | Johanniskraut-Arzneimittel in niedriger dosierten Einzeltabletten, die entsprechend der Produktinformation eingenommen werden. |
| Johanniskraut-ratiopharm | ratiopharm | etwa 10 bis 30 Euro | Johanniskraut-Präparat in Tablettenform; genaue Stärke und Packungsgröße sind beim Kauf zu kontrollieren. |
| Johanniskraut Tee | Salus | etwa 4 bis 9 Euro | Arzneitee aus getrocknetem Johanniskraut; nicht mit einem hoch konzentrierten standardisierten Extrakt gleichzusetzen. |
| Johanniskraut Bio Tee | Sonnentor | etwa 4 bis 8 Euro | Getrocknetes Johanniskraut zur Teezubereitung, abhängig von Produktkennzeichnung und Herstellerhinweisen. |
| Johanniskrautöl | Weleda | etwa 10 bis 20 Euro | Ölhaltiges Produkt zur äußerlichen Anwendung und Massage; Hinweise zur Sonneneinstrahlung beachten. |
| Johanniskrautöl Rotöl | Bergland | etwa 8 bis 18 Euro | Ölauszug zur äußerlichen Hautpflege und Massage, nicht zur Behandlung depressiver Beschwerden bestimmt. |
Wichtige Kaufkriterien bei Johanniskraut
Produktkategorie
Das wichtigste Kriterium ist die Frage, ob es sich um ein zugelassenes Arzneimittel, einen Arzneitee, ein Nahrungsergänzungsmittel oder ein kosmetisches Produkt handelt. Diese Kategorien dürfen nicht miteinander gleichgesetzt werden.
Wer ein Produkt wegen depressiver Beschwerden sucht, sollte nicht allein nach einem günstigen Johanniskraut-Angebot greifen. Entscheidend ist, ob das Präparat für das betreffende Anwendungsgebiet vorgesehen und in der jeweiligen Situation geeignet ist.
Standardisierter Extrakt
Bei Arzneimitteln sollte auf die genaue Bezeichnung des verwendeten Extrakts geachtet werden. Angaben wie Droge-Extrakt-Verhältnis und Auszugsmittel helfen dabei, den Herstellungsprozess einzuordnen. Zwei Präparate mit gleicher Milligrammzahl können unterschiedliche Extrakte enthalten.
Dosierung
Die richtige Dosierung ergibt sich aus der Packungsbeilage des jeweiligen Arzneimittels. Angaben verschiedener Produkte dürfen nicht eigenständig miteinander übertragen werden. Eine höhere Dosierung verbessert die Wirkung nicht zwangsläufig, kann aber Risiken erhöhen.
Zugelassenes Anwendungsgebiet
Auf der Verpackung und in der Packungsbeilage muss ersichtlich sein, wofür das Arzneimittel vorgesehen ist. Begriffe wie depressive Episode, depressive Verstimmung, nervöse Unruhe oder Erschöpfung beschreiben nicht automatisch dieselbe Erkrankung.
Weitere Inhaltsstoffe
Tabletten und Kapseln können Lactose, Farbstoffe, Gelatine, Zucker, Alkoholbestandteile oder weitere Hilfsstoffe enthalten. Menschen mit Allergien, Unverträglichkeiten oder besonderen Ernährungsanforderungen sollten die vollständige Zusammensetzung prüfen.
Wechselwirkungen
Johanniskraut kann Enzymsysteme und Transportproteine beeinflussen, die am Abbau beziehungsweise Transport zahlreicher Arzneimittel beteiligt sind. Dadurch können die Konzentrationen anderer Medikamente sinken und deren Wirkung nachlassen.
Besonders kritisch können unter anderem Medikamente nach Organtransplantationen, bestimmte Blutverdünner, Arzneimittel gegen HIV, einige Krebsmedikamente, bestimmte Herzmittel, Antiepileptika, einzelne Cholesterinsenker und hormonelle Verhütungsmittel sein. Auch mit antidepressiv oder serotonerg wirkenden Medikamenten sind problematische Kombinationen möglich.
Eine vollständige Wechselwirkungsprüfung kann nicht anhand einer kurzen allgemeinen Liste erfolgen. Wer Medikamente einnimmt, sollte daher vor Beginn und auch vor dem Absetzen eines Johanniskraut-Präparats ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen.
Vertrauenswürdiger Anbieter
Arzneimittel sollten über Apotheken oder andere seriöse Bezugsquellen erworben werden. Bei unbekannten Internetanbietern besteht das Risiko unklarer Zusammensetzung, fehlerhafter Dosierung, unzulässiger Werbeaussagen oder schlechter Lagerbedingungen.
Packungsgröße
Eine große Packung ist nur dann sinnvoll, wenn das Produkt nach fachlicher Abklärung geeignet ist und regelmäßig verwendet werden soll. Für einen ersten Versuch kann eine kleinere Packung praktischer sein. Die Anwendung sollte dennoch nicht willkürlich nach wenigen Tagen beendet oder dauerhaft ohne Kontrolle fortgeführt werden.
Haltbarkeit und Lagerung
Johanniskraut-Produkte müssen entsprechend den Herstellerangaben gelagert werden. Tabletten und Kapseln sind meist vor Feuchtigkeit und übermäßiger Wärme zu schützen. Öle sollten gut verschlossen und je nach Produkt vor Licht geschützt aufbewahrt werden.
Wirkung von Johanniskraut richtig einordnen
Für bestimmte standardisierte Johanniskraut-Extrakte gibt es Hinweise auf eine Wirksamkeit bei leichten bis mittelgradigen depressiven Beschwerden. Diese Erkenntnisse dürfen jedoch nicht pauschal auf jeden Tee, jedes Öl oder jedes Nahrungsergänzungsmittel übertragen werden.
Die Wirkung hängt unter anderem vom verwendeten Extrakt, der Dosis, der regelmäßigen Einnahme und dem individuellen Krankheitsbild ab. Auch die Erwartung, Johanniskraut müsse als pflanzliches Produkt sofort entspannen oder aufheitern, ist falsch. Ein antidepressiver Effekt entwickelt sich nicht innerhalb weniger Minuten.
Bei stärkeren Beschwerden, Suizidgedanken, manischen Symptomen, Halluzinationen oder einer erheblichen Beeinträchtigung des Alltags ist Johanniskraut kein geeignetes Mittel zur alleinigen Selbstbehandlung. In diesen Fällen muss unverzüglich professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.
Nebenwirkungen und Risiken
Mögliche Nebenwirkungen können unter anderem Magen-Darm-Beschwerden, Schwindel, Unruhe, Müdigkeit, Schlafprobleme, Hautreaktionen oder eine erhöhte Lichtempfindlichkeit umfassen. Nicht jede Person entwickelt Beschwerden, dennoch sollten ungewöhnliche Reaktionen ernst genommen werden.
Bei einer erhöhten Lichtempfindlichkeit kann intensive Sonne schneller zu Hautreaktionen führen. Solarien und starke künstliche UV-Strahlung sollten während der Einnahme hoch dosierter Präparate vermieden werden. Besonders lichtempfindliche Personen sollten sich zum geeigneten Sonnenschutz beraten lassen.
Bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter serotonerg wirkender Arzneimittel können Symptome wie starke Unruhe, Zittern, Schwitzen, Durchfall, Herzrasen, Muskelzuckungen, Fieber oder Verwirrtheit auftreten. Solche Beschwerden können auf eine ernsthafte Reaktion hindeuten und müssen unverzüglich medizinisch abgeklärt werden.
Johanniskraut sollte nicht eigenmächtig während einer Schwangerschaft oder Stillzeit eingesetzt werden. Auch für Kinder und Jugendliche gelten je nach Produkt Altersbeschränkungen. Die konkrete Packungsbeilage ist verbindlich.
Johanniskraut richtig anwenden
Ein Arzneimittel wird genau nach Packungsbeilage beziehungsweise ärztlicher Anweisung eingenommen. Die Dosis sollte weder eigenständig erhöht noch unregelmäßig über den Tag verteilt werden. Eine vergessene Einnahme wird normalerweise nicht durch eine doppelte Menge ausgeglichen.
Da die Wirkung verzögert eintreten kann, ist eine regelmäßige Einnahme erforderlich. Gleichzeitig muss geprüft werden, ob sich die Beschwerden bessern, unverändert bleiben oder verschlechtern. Das in der Packungsbeilage angegebene Zeitfenster für eine ärztliche Rücksprache ist einzuhalten.
Beim Wechsel von einem anderen Antidepressivum zu Johanniskraut oder umgekehrt sind mögliche Übergangszeiten und Wechselwirkungen zu beachten. Ein solcher Wechsel sollte nicht ohne ärztliche Begleitung erfolgen.
Auch das Absetzen kann relevant sein. Die enzymaktivierende Wirkung hoch dosierter Präparate klingt nicht zwingend sofort ab. Dadurch können sich die Konzentrationen gleichzeitig eingenommener Arzneimittel nach dem Absetzen wieder erhöhen.
Häufig gestellte Fragen zu Johanniskraut
Wofür wird Johanniskraut verwendet?
Bestimmte standardisierte Johanniskraut-Arzneimittel werden für klar definierte depressive Beschwerden beziehungsweise vorübergehende depressive Verstimmungen angeboten. Andere traditionelle Zubereitungen können für nervöse Unruhe oder vorübergehende geistige Erschöpfung vorgesehen sein. Johanniskrautöl und Salben dienen überwiegend der äußerlichen Anwendung und Hautpflege. Entscheidend ist immer das konkrete Anwendungsgebiet des jeweiligen Produkts.
Wie schnell wirkt Johanniskraut?
Eine mögliche antidepressive Wirkung tritt normalerweise nicht unmittelbar ein. Abhängig vom Präparat und der individuellen Situation können mehrere Wochen regelmäßiger Einnahme erforderlich sein, bevor sich eine Veränderung beurteilen lässt. Bleiben die Beschwerden bestehen oder verschlechtern sie sich, muss ärztlicher Rat eingeholt werden. Akute Krisen dürfen keinesfalls über Wochen beobachtet werden.
Kann Johanniskraut zusammen mit der Antibabypille eingenommen werden?
Johanniskraut kann den Abbau bestimmter hormoneller Verhütungsmittel beschleunigen und dadurch deren Zuverlässigkeit beeinträchtigen. Zwischenblutungen können ein Warnzeichen sein, sind aber nicht die einzige mögliche Folge. Vor der Einnahme muss ärztlich oder in einer Apotheke geklärt werden, ob eine zusätzliche beziehungsweise alternative Verhütungsmethode notwendig ist.
Darf Johanniskraut mit Antidepressiva kombiniert werden?
Eine eigenständige Kombination ist nicht empfehlenswert. Johanniskraut kann gemeinsam mit bestimmten Antidepressiva die serotonerge Wirkung verstärken. Dadurch können erhebliche Nebenwirkungen bis hin zu einem Serotoninsyndrom auftreten. Auch beim Wechsel zwischen Präparaten sind mögliche Abstände und Nachwirkungen zu berücksichtigen.
Macht Johanniskraut müde?
Die Reaktion kann individuell unterschiedlich ausfallen. Manche Personen berichten über Müdigkeit, andere über Unruhe oder Schlafprobleme. Treten solche Beschwerden auf, sollte geprüft werden, ob das Präparat weiterhin geeignet ist. Die Einnahmezeit sollte nicht ohne Rücksprache verändert werden, wenn dadurch von den Herstellerangaben abgewichen wird.
Kann Johanniskraut die Haut lichtempfindlicher machen?
Ja, insbesondere hoch dosierte Präparate können die Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht und anderer intensiver UV-Strahlung erhöhen. Menschen mit heller oder besonders lichtempfindlicher Haut sollten intensive Sonnenbäder und Solarien vermeiden. Auch bei äußerlich angewendetem Johanniskrautöl sind die produktspezifischen Hinweise zum Lichtschutz zu beachten.
Ist Johanniskraut-Tee genauso wirksam wie Tabletten?
Nein, ein Tee lässt sich nicht pauschal mit einem standardisierten Trockenextrakt vergleichen. Beim Tee schwanken Zusammensetzung und extrahierte Stoffmenge stärker. Ein zugelassenes Arzneimittel besitzt dagegen eine definierte Qualität und Dosierung. Tee ist daher kein automatisch gleichwertiger Ersatz für ein medizinisch eingesetztes Extraktpräparat.
Ist Johanniskraut rezeptpflichtig?
Der Abgabestatus hängt vom konkreten Präparat, seiner Dosierung und seinem Anwendungsgebiet ab. Viele Johanniskraut-Produkte sind ohne ärztliches Rezept erhältlich, können aber apothekenpflichtig sein. Rezeptfreie Verfügbarkeit bedeutet nicht, dass das Produkt ohne Wechselwirkungsprüfung oder fachliche Beratung für jeden Menschen geeignet ist.
Kann Johanniskraut bei Schlafstörungen helfen?
Schlafstörungen können als Begleitsymptom psychischer Belastungen auftreten. Manche traditionelle Johanniskraut-Zubereitungen werden bei nervöser Unruhe angeboten. Johanniskraut ist jedoch kein allgemeines Schlafmittel. Hinter anhaltenden Schlafproblemen können zahlreiche körperliche, psychische oder medikamentöse Ursachen stehen, die abgeklärt werden sollten.
Darf Johanniskraut in der Schwangerschaft verwendet werden?
Eine Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit sollte nicht eigenständig erfolgen. Für viele Präparate liegen keine ausreichenden Sicherheitsdaten vor oder die Anwendung wird ausdrücklich nicht empfohlen. Betroffene sollten vor jeder Einnahme ärztlichen Rat einholen.
Kann Johanniskraut plötzlich abgesetzt werden?
Das Absetzen sollte bei hoch dosierten Präparaten mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apotheke besprochen werden, insbesondere wenn gleichzeitig andere Arzneimittel eingenommen werden. Wenn die durch Johanniskraut verstärkte Enzymaktivität nachlässt, können die Blutspiegel anderer Medikamente wieder ansteigen. Dadurch können sich Wirkung und Nebenwirkungsrisiko verändern.
Kann Johanniskraut bei schweren Depressionen eingesetzt werden?
Eine schwere Depression gehört in fachärztliche beziehungsweise psychotherapeutische Behandlung. Johanniskraut ist nicht zur eigenständigen Behandlung schwerer depressiver Episoden geeignet. Bei Suizidgedanken, konkreten Suizidplänen, starker Hoffnungslosigkeit, psychotischen Symptomen oder völliger Handlungsunfähigkeit ist sofortige professionelle Hilfe erforderlich.
Ist Johanniskrautöl zum Einnehmen geeignet?
Nicht jedes Johanniskrautöl ist für die Einnahme bestimmt. Viele Produkte sind ausschließlich für die äußerliche Anwendung zugelassen oder als Kosmetik ausgewiesen. Ein solches Öl darf nicht getrunken werden. Maßgeblich sind die Produktkennzeichnung und die Herstellerhinweise.
Kann Johanniskraut mit Schmerzmitteln kombiniert werden?
Das hängt vom verwendeten Schmerzmittel, weiteren Medikamenten und dem Johanniskraut-Präparat ab. Einige Schmerzmittel beeinflussen ebenfalls das serotonerge System oder werden über Enzyme abgebaut, die durch Johanniskraut verändert werden können. Eine pauschale Freigabe ist daher nicht möglich. Die Kombination sollte in einer Apotheke oder ärztlich geprüft werden.
Johanniskraut Test bei Stiftung Warentest & Co
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| Konsument.at | Johanniskraut bei konsument.at |
| gutefrage.net | Johanniskraut bei Gutefrage.de |
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Johanniskraut Testsieger
Stiftung Warentest ist bekannt dafür, eine Vielzahl an Produkte einem genauen Test zu unterziehen. Johanniskräuter wurden bisher noch nicht getestet, so dass wir Ihnen keinen Johanniskraut Testsieger präsentieren können.
Johanniskraut Stiftung Warentest
Leider ist uns momentan kein Johanniskraut Stiftung Warentest Sieger bekannt.
Fazit zu Johanniskraut
Johanniskraut ist eine traditionsreiche Heilpflanze, deren Bedeutung weit über einen einfachen Kräutertee hinausgeht. Insbesondere standardisierte und hoch dosierte Extrakte besitzen eine messbare pharmakologische Wirkung und werden in zugelassenen Arzneimitteln für bestimmte depressive Beschwerden eingesetzt. Diese Produkte dürfen jedoch nicht mit niedrig dosierten Nahrungsergänzungsmitteln, Johanniskraut-Tee oder äußerlich angewendetem Rotöl gleichgesetzt werden.
Vor dem Kauf sollte daher zuerst geklärt werden, welchem Zweck das Produkt dienen soll. Wer ein Pflegeöl für trockene Haut sucht, benötigt eine andere Zubereitung als eine Person, die wegen anhaltender Niedergeschlagenheit über ein Johanniskraut-Arzneimittel nachdenkt. Ebenso unterscheiden sich Tee, Tinktur, Tabletten und Kapseln hinsichtlich Konzentration, Zusammensetzung und Anwendungsgebiet.
Das größte praktische Risiko von Johanniskraut liegt in seinen zahlreichen Wechselwirkungen. Die Pflanze kann den Abbau verschiedener Medikamente beschleunigen und deren Konzentration im Körper senken. Dadurch können wichtige Arzneimittel an Wirksamkeit verlieren. Betroffen sein können unter anderem hormonelle Verhütungsmittel, bestimmte Blutverdünner, Immunsuppressiva, HIV-Medikamente, Krebsmedikamente, Herzmittel und Antiepileptika. Gleichzeitig kann die Kombination mit serotonerg wirkenden Arzneimitteln zu einer gefährlichen Überstimulation führen.
Deshalb reicht es nicht aus, nur die Packungsangabe „pflanzlich“ oder „natürlich“ zu betrachten. Vor einer innerlichen Anwendung sollte eine vollständige Liste aller regelmäßig und gelegentlich verwendeten Medikamente in einer Apotheke oder ärztlich geprüft werden. Das gilt ebenfalls für rezeptfreie Präparate und andere pflanzliche Produkte.
Bei der Auswahl eines Präparats sind ein nachvollziehbarer Extrakt, eine klare Dosierungsangabe, ein zugelassenes Anwendungsgebiet und eine seriöse Bezugsquelle wichtiger als eine möglichst hohe Milligrammzahl. Kundenbewertungen können Hinweise zur Handhabung geben, ersetzen aber keine medizinische Beurteilung und keinen Wirksamkeitsnachweis.
Johanniskraut ist außerdem kein Ersatz für eine notwendige psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Depressive Erkrankungen können schwerwiegend verlaufen und erfordern eine fachliche Diagnose. Wenn Beschwerden stärker werden, über längere Zeit bestehen oder mit Suizidgedanken, extremer Hoffnungslosigkeit, manischen Phasen oder psychotischen Symptomen verbunden sind, muss unverzüglich professionelle Hilfe gesucht werden.
Bei sachgerechter Auswahl, geprüfter Verträglichkeit und Beachtung aller Wechselwirkungen kann ein geeignetes Johanniskraut-Arzneimittel für bestimmte Erwachsene eine mögliche Behandlungsoption darstellen. Eine unkritische Selbstmedikation mit beliebigen hoch dosierten Produkten ist dagegen nicht empfehlenswert. Entscheidend sind nicht allein Pflanzenname und Dosierung, sondern das konkrete Präparat, die persönliche gesundheitliche Situation und sämtliche gleichzeitig verwendeten Medikamente.
Zuletzt Aktualisiert am 01.08.2026
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