Ein Bremsenentlüftungsgerät ist ein wichtiges Hilfsmittel für die Wartung hydraulischer Bremsanlagen, denn bereits kleine Luftblasen im Bremssystem können dazu führen, dass sich das Bremspedal schwammig anfühlt, der Druckpunkt unpräzise wird oder die Bremswirkung nicht zuverlässig zur Verfügung steht. Beim Wechsel der Bremsflüssigkeit, nach Reparaturen an Bremssätteln, Bremsschläuchen, Bremsleitungen oder Hauptbremszylindern sowie nach dem Öffnen des hydraulischen Systems muss die eingeschlossene Luft deshalb sorgfältig entfernt werden. Während das klassische Entlüften häufig zwei Personen erfordert, ermöglichen viele moderne Bremsenentlüftungsgeräte ein kontrolliertes Arbeiten durch nur eine Person. Je nach Bauart wird die neue Bremsflüssigkeit mit Druck durch das System gepresst oder die alte Flüssigkeit mithilfe eines Unterdrucks am Entlüftungsventil abgesaugt. Daneben gibt es einfache Rückschlagventile, manuelle Pumpensysteme und professionelle Geräte mit Druckluft- oder Elektroantrieb. Die Unterschiede zwischen den angebotenen Modellen sind erheblich. Sie betreffen unter anderem den erzeugten Arbeitsdruck, das Behältervolumen, die Qualität der Schläuche, die Kompatibilität der Adapter, die Bedienung und die Eignung für verschiedene Fahrzeuge. Da die Bremsanlage zu den sicherheitsrelevantesten Bauteilen eines Fahrzeugs gehört, sollte ein Bremsenentlüftungsgerät nicht allein nach dem niedrigsten Preis ausgewählt werden. Ebenso wichtig sind eine zuverlässige Abdichtung, gut ablesbare Anzeigen, beständige Materialien und ein zur jeweiligen Bremsanlage passendes Arbeitsverfahren. Dieser ausführliche Ratgeber erklärt, was ein Bremsenentlüftungsgerät ist, welche Varianten angeboten werden, wie Druck- und Unterdrucksysteme funktionieren, welche Vorteile und Nachteile zu beachten sind und worauf es bei Kauf, Anwendung, Reinigung und Aufbewahrung ankommt.
- Professioneller Flüssigkeitswechsel: Elektrisches Bremsenentlüftungsgerät für DOT-Brems...
- Regelbarer Arbeitsdruck: Präzise Drucksteuerung von 0,8 bis 3,0 bar ermöglicht kontrolliertes...
- Vielseitiger Betrieb: Netz- & Akkubetrieb (12/24V DC/90/240V AC maximale Flexibilität für...
- Hohe Kompatibilität: Inklusive Adapter-Set kompatibel mit: VW, Audi, BMW, Mercedes, Opel u.v.m...
Was ist ein Bremsenentlüftungsgerät?
Ein Bremsenentlüftungsgerät ist ein Werkzeug, mit dem Luft und verbrauchte Bremsflüssigkeit aus einer hydraulischen Bremsanlage entfernt werden können. In den meisten Pkw, Motorrädern und zahlreichen Nutzfahrzeugen wird die vom Fahrer aufgebrachte Pedal- oder Handkraft über Bremsflüssigkeit an die Radbremsen übertragen. Da Flüssigkeiten im Gegensatz zu Gasen nahezu nicht komprimierbar sind, kann der erzeugte Druck direkt an den Bremssätteln oder Radbremszylindern wirken.
Befindet sich Luft im System, verändert sich dieses Verhalten. Luftblasen lassen sich zusammendrücken. Ein Teil der Pedalbewegung wird dann zunächst dafür benötigt, die eingeschlossene Luft zu komprimieren. Das Bremspedal kann dadurch weich wirken, weiter als üblich absinken oder erst nach mehrmaligem Betätigen einen klaren Druckpunkt aufbauen. Eine solche Bremsanlage darf nicht als ordnungsgemäß funktionierend angesehen werden.
Luft kann beispielsweise nach dem Öffnen einer Bremsleitung, dem Austausch eines Bremsschlauchs, dem Wechsel eines Bremssattels oder durch einen zu niedrigen Flüssigkeitsstand in das Bremssystem gelangen. Auch beim vollständigen Wechsel der Bremsflüssigkeit muss darauf geachtet werden, dass der Vorratsbehälter während des gesamten Arbeitsvorgangs nicht leerläuft. Andernfalls kann über den Hauptbremszylinder erneut Luft eingesogen werden.
Ein Bremsenentlüftungsgerät erleichtert den Austausch der Flüssigkeit und das Entfernen der Luft. Je nach Arbeitsprinzip wird am Bremsflüssigkeitsbehälter ein kontrollierter Überdruck erzeugt oder am Entlüftungsventil des jeweiligen Bremssattels ein Unterdruck aufgebaut. Die alte Flüssigkeit fließt dabei durch einen transparenten Schlauch in einen Auffangbehälter. An der Farbe der Flüssigkeit und an sichtbaren Luftblasen lässt sich der Ablauf beobachten.
Professionelle Druckentlüftungsgeräte besitzen einen separaten Vorratsbehälter für frische Bremsflüssigkeit. Das Gerät wird über einen Adapter mit dem Bremsflüssigkeitsbehälter verbunden und setzt das System unter Druck. Wird das Entlüftungsventil an einem Rad geöffnet, strömt die Flüssigkeit kontrolliert durch die Leitung. Der Vorratsbehälter des Fahrzeugs wird dabei automatisch mit neuer Bremsflüssigkeit versorgt.
Unterdruckgeräte werden dagegen direkt am Entlüftungsnippel angeschlossen. Eine Handpumpe, ein Druckluftanschluss oder eine elektrische Pumpe erzeugt einen Unterdruck. Dadurch werden Bremsflüssigkeit und Luft aus dem System gesaugt. Diese Geräte sind häufig kompakter und benötigen keinen speziellen Deckel für den Vorratsbehälter. Allerdings kann an den Gewindegängen des Entlüftungsventils Nebenluft angesaugt werden, die im transparenten Schlauch wie Luft aus der Bremsanlage aussieht.
Bremsenentlüftungsgeräte werden nicht nur bei Autos eingesetzt. Je nach Adapter und Ausführung eignen sie sich auch für Motorräder, Motorroller, Quads, Transporter, Anhängerbremsanlagen oder hydraulische Kupplungssysteme. Vor der Verwendung muss jedoch immer geprüft werden, ob das Gerät zum jeweiligen Fahrzeug und zur vorgeschriebenen Bremsflüssigkeit passt.
Vorteile eines Bremsenentlüftungsgeräts
Arbeiten durch eine einzelne Person
Beim klassischen Entlüften muss eine zweite Person das Bremspedal betätigen, während eine andere Person das Entlüftungsventil öffnet und schließt. Mit einem geeigneten Bremsenentlüftungsgerät kann der Vorgang häufig allein durchgeführt werden. Das erleichtert Reparaturen in der privaten Garage und spart Zeit in der Werkstatt.
Gleichmäßiger Druck oder Unterdruck
Ein Bremsenentlüftungsgerät erzeugt einen kontrollierteren Flüssigkeitsstrom als unkoordiniertes Pumpen am Bremspedal. Besonders Druckgeräte können die neue Bremsflüssigkeit gleichmäßig durch die Leitungen fördern. Dadurch lässt sich der Wechsel sauber und nachvollziehbar durchführen.
Geringeres Risiko eines leeren Vorratsbehälters
Geräte mit eigenem Flüssigkeitsreservoir versorgen den Bremsflüssigkeitsbehälter während des Entlüftens automatisch. Dadurch sinkt das Risiko, dass der Behälter unbemerkt leerläuft und erneut Luft in das System gelangt. Der Flüssigkeitsstand muss trotzdem regelmäßig kontrolliert werden.
Saubereres Auffangen alter Bremsflüssigkeit
Die alte Flüssigkeit wird über einen Schlauch direkt in einen geschlossenen oder weitgehend geschlossenen Auffangbehälter geleitet. Das reduziert Spritzer und erleichtert die umweltgerechte Sammlung. Bremsflüssigkeit sollte niemals in den Ausguss, auf den Boden oder in den Hausmüll gegeben werden.
Sichtkontrolle während des Entlüftens
Transparente Schläuche ermöglichen es, Farbe, Verschmutzungen und Luftblasen zu beobachten. Dadurch ist besser erkennbar, wann frische Flüssigkeit am jeweiligen Bremssattel angekommen ist und ob noch größere Luftblasen austreten.
Vielseitige Verwendung
Ein gut ausgestattetes Gerät kann an unterschiedlichen Fahrzeugen eingesetzt werden. Mit passenden Adaptern lassen sich verschiedene Bremsflüssigkeitsbehälter anschließen. Manche Systeme eignen sich zusätzlich für hydraulisch betätigte Kupplungen.
Nachteile eines Bremsenentlüftungsgeräts
Adapter müssen exakt passen
Bei Druckgeräten muss der Adapter den Bremsflüssigkeitsbehälter zuverlässig abdichten. Ein nicht passender Deckel kann sich lösen oder Bremsflüssigkeit austreten lassen. Universelle Adapter sind praktisch, sitzen aber nicht an jedem Behälter gleich sicher.
Fehlerhafte Anwendung kann Schäden verursachen
Ein zu hoher Druck kann Behälter, Dichtungen oder Verbindungen belasten. Wird das Gerät falsch angeschlossen oder eine Leitung undicht, kann Bremsflüssigkeit austreten. Deshalb müssen die Herstellerangaben des Fahrzeugs und des Geräts beachtet werden.
Unterdruck kann Nebenluft ansaugen
Bei Vakuumgeräten können Luftblasen über das Gewinde des geöffneten Entlüftungsventils angesaugt werden. Diese Blasen stammen dann nicht zwingend aus der Bremsleitung. Das kann die Beurteilung erschweren und zu unnötig langem Absaugen führen.
Reinigung ist erforderlich
Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch und greift bestimmte Oberflächen an. Behälter, Schläuche und Adapter müssen nach der Arbeit entsprechend den Herstellerangaben gereinigt und trocken gelagert werden. Verschmutzte Geräte können die neue Bremsflüssigkeit verunreinigen.
Professionelle Geräte sind vergleichsweise teuer
Einfache Einmannsysteme kosten nur wenig. Hochwertige Druckentlüftungsgeräte mit großem Tank, Druckregelung, Manometer und umfangreichem Adaptersatz sind deutlich teurer. Für gelegentliche Arbeiten lohnt sich ein professionelles Werkstattgerät nicht immer.
Nicht jede Bremsanlage lässt sich gleich entlüften
Moderne Fahrzeuge können besondere Entlüftungsabläufe erfordern. Bei bestimmten ABS- oder ESP-Systemen müssen Ventile und Pumpen über ein Diagnosegerät angesteuert werden. Ein Bremsenentlüftungsgerät allein reicht dann möglicherweise nicht aus.
Bremsenentlüftungsgeräte Bestseller Platz 2 – 4
Welche Arten von Bremsenentlüftungsgeräten gibt es?
Druckluft-Bremsenentlüftungsgeräte mit Vorratsbehälter
Ein Druckentlüftungsgerät wird am Bremsflüssigkeitsbehälter des Fahrzeugs angeschlossen. Es enthält in der Regel einen separaten Tank, der mit frischer Bremsflüssigkeit befüllt wird. Anschließend wird im Gerät ein kontrollierter Überdruck aufgebaut. Dieser drückt die Flüssigkeit über den Hauptbremszylinder durch die Leitungen bis zu den geöffneten Entlüftungsventilen.
Der Druck kann manuell mit einer integrierten Handpumpe, über Druckluft oder durch eine elektrische Pumpe erzeugt werden. Ein Manometer zeigt an, wie hoch der aktuelle Arbeitsdruck ist. Der zulässige Wert richtet sich nach dem Gerät und dem Fahrzeug. Ein höherer Druck bedeutet nicht automatisch ein besseres Ergebnis. Zu viel Druck kann den Bremsflüssigkeitsbehälter oder angeschlossene Komponenten beschädigen.
Der große Vorteil dieser Bauart ist die gleichmäßige Versorgung mit neuer Bremsflüssigkeit. Solange ausreichend Flüssigkeit im Gerät vorhanden ist, bleibt der Behälter am Fahrzeug gefüllt. Dadurch eignet sich das System gut für einen vollständigen Bremsflüssigkeitswechsel und für Fahrzeuge mit längeren Leitungswegen.
Entscheidend ist ein passender Adapter. Viele europäische Fahrzeuge besitzen einen geschraubten Deckel mit verbreitetem Gewindemaß. Andere Fahrzeuge verwenden Bajonettverschlüsse, rechteckige Behälter oder spezielle Anschlussformen. Vor dem Kauf sollte geprüft werden, ob ein passender Adapter im Lieferumfang enthalten oder separat erhältlich ist.
Druckentlüftungsgeräte sind sowohl für ambitionierte Hobbyschrauber als auch für Werkstätten geeignet. Bei häufiger Nutzung lohnen sich Modelle mit robustem Tank, präzisem Manometer, Druckbegrenzung und austauschbaren Dichtungen. Ein transparenter oder mit Skala versehener Behälter erleichtert die Kontrolle der eingefüllten Menge.
Manuelle Druckentlüftungsgeräte
Manuelle Druckentlüftungsgeräte besitzen eine Handpumpe, mit der der benötigte Überdruck im Tank erzeugt wird. Sie benötigen weder einen Kompressor noch einen Stromanschluss. Dadurch sind sie flexibel einsetzbar und eignen sich für private Garagen, mobile Reparaturen oder Werkstätten ohne feste Druckluftversorgung.
Vor Arbeitsbeginn wird frische Bremsflüssigkeit eingefüllt und das Gerät über den passenden Adapter angeschlossen. Anschließend wird mit der Handpumpe der vorgesehene Druck aufgebaut. Während des Entlüftens sinkt der Druck allmählich ab und muss gegebenenfalls erneut erhöht werden.
Die einfache Technik ist ein Vorteil, weil weniger elektronische oder pneumatische Komponenten vorhanden sind. Gleichzeitig hängt die Konstanz des Drucks stärker von der Bedienung ab. Bei größeren Bremsanlagen oder mehreren Fahrzeugen kann das wiederholte Pumpen auf Dauer anstrengend sein.
Für gelegentliche Wartungen sind manuelle Geräte häufig ein guter Kompromiss zwischen günstigen Schlauchsystemen und teuren Werkstattlösungen. Wichtig sind ein sicher schließender Tankdeckel, ein ausreichend großer Vorratsbehälter und ein gut ablesbares Manometer.
Pneumatische Vakuum-Bremsenentlüftungsgeräte
Pneumatische Vakuumgeräte werden an einen Druckluftkompressor angeschlossen. Im Gerät erzeugt die vorbeiströmende Druckluft einen Unterdruck. Dieser Unterdruck saugt die alte Bremsflüssigkeit über einen Schlauch direkt am Entlüftungsventil ab.
Die Bedienung ist vergleichsweise schnell. Der Auffangbehälter wird mit dem Entlüftungsnippel verbunden, der Kompressor eingeschaltet und das Ventil vorsichtig geöffnet. Die Flüssigkeit strömt in den Sammelbehälter. Gleichzeitig muss der Vorratsbehälter am Hauptbremszylinder regelmäßig mit neuer Bremsflüssigkeit aufgefüllt werden.
Ein Vorteil ist, dass kein fahrzeugspezifischer Deckeladapter benötigt wird. Der Anschluss erfolgt direkt am jeweiligen Rad. Dadurch lassen sich unterschiedliche Fahrzeuge bearbeiten, sofern der Schlauch sicher auf das Entlüftungsventil passt.
Die Methode hat jedoch eine typische Besonderheit. Durch das Gewinde des geöffneten Entlüftungsventils kann Umgebungsluft angesaugt werden. Im Schlauch erscheinen dann möglicherweise dauerhaft kleine Bläschen, obwohl sich in der Bremsleitung keine Luft mehr befindet. Ein geeignetes Dichtmittel am Gewindebereich kann je nach Anwendung helfen, darf aber keinesfalls in das Bremssystem gelangen.
Pneumatische Geräte benötigen einen ausreichend leistungsfähigen Kompressor. Die Herstellerangaben zum Luftverbrauch und zum benötigten Betriebsdruck sollten deshalb vor dem Kauf geprüft werden. Kleine Kompressoren müssen möglicherweise häufig nachlaufen.
Hand-Vakuumpumpen
Eine Hand-Vakuumpumpe erzeugt den Unterdruck manuell. Sie wird über einen Schlauch mit einem Auffangbehälter und dem Entlüftungsventil verbunden. Durch wiederholtes Betätigen des Handgriffs wird die Flüssigkeit abgesaugt.
Diese Geräte sind kompakt, günstig und benötigen weder Strom noch Druckluft. Sie eignen sich für gelegentliche Arbeiten, Motorräder, kleinere Bremsanlagen und hydraulische Kupplungen. Viele Sets enthalten zusätzlich Schläuche, Stopfen und Adapter für weitere Unterdruckprüfungen.
Bei größeren Fahrzeugen kann das manuelle Pumpen jedoch zeitaufwendig werden. Außerdem muss der Auffangbehälter rechtzeitig geleert werden. Gelangt Bremsflüssigkeit in die Pumpe, kann sie Dichtungen und Mechanik beschädigen. Ein zwischengeschalteter Sammelbehälter ist daher unverzichtbar.
Die erreichbare Absaugleistung ist geringer als bei pneumatischen Geräten. Dafür lässt sich der Unterdruck fein dosieren. Wer nur einzelne Bremssättel nach einer Reparatur entlüften möchte, erhält mit einer Handpumpe eine preiswerte und mobile Lösung.
Elektrische Bremsenentlüftungsgeräte
Elektrische Entlüftungsgeräte verfügen über eine integrierte Pumpe. Je nach Modell arbeiten sie als Druck- oder Unterdrucksystem. Die Stromversorgung erfolgt über eine Steckdose, einen Akku oder das Bordnetz des Fahrzeugs.
Professionelle Druckgeräte können den eingestellten Arbeitsdruck automatisch aufrechterhalten. Das erleichtert wiederkehrende Arbeiten in Werkstätten. Manche Geräte besitzen eine elektronische Steuerung, Warnanzeigen, automatische Abschaltung oder eine Rückgewinnungsfunktion für nicht verwendete Flüssigkeit.
Elektrische Modelle bieten einen hohen Bedienkomfort, sind aber teurer und technisch aufwendiger. Bei gelegentlicher privater Nutzung ist der Mehrpreis oft nicht notwendig. In Betrieben mit mehreren Bremsflüssigkeitswechseln pro Woche kann die Zeitersparnis dagegen erheblich sein.
Vor dem Kauf sollten Förderleistung, Druckregelung, Behältervolumen, Adapterauswahl und Ersatzteilversorgung geprüft werden. Da Bremsflüssigkeit empfindlich auf Verunreinigungen reagiert, muss das Gerät einfach zu reinigen und sicher zu verschließen sein.
Einmann-Bremsenentlüfter mit Rückschlagventil
Ein Einmann-Bremsenentlüfter besteht häufig aus einem transparenten Schlauch, einem kleinen Auffangbehälter und einem Rückschlagventil. Das Schlauchende wird auf das Entlüftungsventil gesteckt. Anschließend wird das Bremspedal vorsichtig betätigt.
Das Rückschlagventil soll verhindern, dass beim Loslassen des Pedals Luft oder alte Bremsflüssigkeit zurück in die Leitung gezogen wird. Das System ist günstig, kompakt und benötigt keine zusätzliche Energiequelle. Es ähnelt dem klassischen Entlüften, kann aber von einer Person bedient werden.
Die Qualität des Rückschlagventils ist entscheidend. Ein undichtes Ventil oder ein schlecht sitzender Schlauch kann Luft in das System gelangen lassen. Außerdem muss der Bremsflüssigkeitsbehälter nach wenigen Pedalbewegungen kontrolliert und nachgefüllt werden.
Beim Betätigen des Bremspedals ist Vorsicht erforderlich. Bei älteren Hauptbremszylindern sollte das Pedal nicht mit Gewalt vollständig bis zum Boden durchgetreten werden. Der Kolben kann dabei in Bereiche gelangen, die im normalen Betrieb nicht genutzt werden. Ablagerungen oder Korrosion können die Dichtungen beschädigen.
Auffangflaschen ohne Pumpe
Einfache Auffangflaschen bestehen aus einem Behälter und einem transparenten Schlauch. Sie erzeugen weder Druck noch Unterdruck. Das Entlüften erfolgt durch Betätigung des Bremspedals oder mit Unterstützung einer zweiten Person.
Der Schlauch wird auf das Entlüftungsventil gesteckt und sein Ende befindet sich möglichst unterhalb des Flüssigkeitsstands im Auffangbehälter. Dadurch soll verhindert werden, dass Luft zurückgesaugt wird. Diese Methode ist preiswert, erfordert aber sorgfältige Abstimmung zwischen Pedalbetätigung und Öffnen beziehungsweise Schließen des Ventils.
Eine reine Auffangflasche ist vor allem für Nutzer geeignet, die das klassische Verfahren beherrschen und lediglich eine saubere Sammlung der alten Flüssigkeit benötigen. Für regelmäßige Arbeiten bietet ein Druck- oder Vakuumgerät mehr Komfort.
Bremsenentlüftungsgeräte für Motorräder
Motorräder besitzen kleinere Flüssigkeitsbehälter und häufig kurze Leitungswege. Kompakte Hand-Vakuumpumpen, Rückschlagventile oder Spritzensysteme sind daher verbreitet. Bei einigen Motorrädern sind Vorder- und Hinterradbremse getrennt, während kombinierte Bremssysteme einen komplexeren Ablauf besitzen können.
Besonders bei kleinen Vorratsbehältern muss der Flüssigkeitsstand ständig kontrolliert werden. Bereits wenige Pumpvorgänge können den Behälter leeren. Außerdem sollten lackierte Flächen sorgfältig abgedeckt werden, da verschüttete Bremsflüssigkeit Lack und Kunststoffe angreifen kann.
Bei Motorrädern mit ABS können zusätzliche Entlüftungsschritte oder eine Diagnosefunktion erforderlich sein. Die fahrzeugspezifische Reparaturanleitung ist daher ebenso wichtig wie das eigentliche Gerät.
Werkstattgeräte mit großem Flüssigkeitsbehälter
Professionelle Werkstattgeräte besitzen häufig Behälter mit mehreren Litern Volumen. Sie sind für wiederholte Bremsflüssigkeitswechsel ausgelegt und können mehrere Fahrzeuge bearbeiten, ohne ständig neu befüllt zu werden. Robuste Schläuche, Druckregelung und umfangreiche Adaptersätze gehören häufig zur Ausstattung.
Ein großer Behälter spart Zeit, erhöht aber das Risiko, dass Bremsflüssigkeit längere Zeit im Gerät verbleibt und Feuchtigkeit aufnimmt. Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch und bindet Wasser aus der Umgebung. Deshalb muss das Gerät dicht verschlossen und entsprechend den Vorgaben betrieben werden.
Für Privatnutzer ist ein übermäßig großes Gerät meist unnötig. Kleine Tanks sind leichter zu reinigen und reduzieren die Menge an angebrochener Bremsflüssigkeit. In Werkstätten kann ein professionelles System dagegen wirtschaftlicher sein.
Welche Alternativen zu einem Bremsenentlüftungsgerät gibt es?
Klassisches Entlüften mit zwei Personen
Beim klassischen Verfahren sitzt eine Person im Fahrzeug und betätigt das Bremspedal. Eine zweite Person öffnet das Entlüftungsventil am Bremssattel, lässt Flüssigkeit austreten und schließt das Ventil wieder, bevor das Pedal losgelassen wird. Dieser Ablauf wird mehrfach wiederholt.
Die Methode benötigt nur einen passenden Ringschlüssel, einen transparenten Schlauch und einen Auffangbehälter. Sie kann zuverlässig funktionieren, wenn beide Personen gut abgestimmt arbeiten. Fehler bei der Reihenfolge können jedoch dazu führen, dass erneut Luft eingesaugt wird.
Außerdem muss der Flüssigkeitsstand im Vorratsbehälter regelmäßig geprüft werden. Läuft er leer, gelangt Luft in den Hauptbremszylinder. Das verlängert die Arbeit erheblich und kann bei komplexen ABS-Systemen zusätzliche Maßnahmen erforderlich machen.
Schwerkraftentlüftung
Bei der Schwerkraftmethode wird das Entlüftungsventil geöffnet und die Bremsflüssigkeit fließt allein durch die Wirkung der Schwerkraft langsam durch das System. Der Vorratsbehälter muss dabei kontinuierlich gefüllt bleiben.
Diese Methode benötigt kaum Spezialwerkzeug, kann aber sehr lange dauern. Sie eignet sich nicht für jede Bremsanlage und entfernt hartnäckige Luftblasen möglicherweise nicht vollständig. Für einen schnellen Bremsflüssigkeitswechsel ist sie meist weniger praktisch.
Entlüften mit einer Spritze
Bei kleineren hydraulischen Systemen kann eine geeignete Spritze verwendet werden, um Flüssigkeit abzusaugen oder entgegen der üblichen Flussrichtung einzudrücken. Dieses sogenannte Rückwärtsentlüften wird gelegentlich bei Motorrädern, Fahrrädern oder Kupplungssystemen eingesetzt.
Die Methode erfordert sauberes Arbeiten und passende Schläuche. Wird zu viel Druck aufgebaut, können Dichtungen oder Behälter beschädigt werden. Außerdem darf die verwendete Spritze keine Rückstände anderer Flüssigkeiten enthalten.
Werkstattservice
Wer keine Erfahrung mit Bremsanlagen besitzt, nicht über einen sicheren Arbeitsplatz verfügt oder nach dem Entlüften keinen eindeutigen Druckpunkt erreicht, sollte die Arbeit einer Fachwerkstatt überlassen. Die Bremsanlage ist sicherheitsrelevant. Fehler können zu einer deutlich eingeschränkten oder vollständig ausfallenden Bremswirkung führen.
Eine Werkstatt besitzt neben dem Entlüftungsgerät auch Diagnosegeräte, technische Daten und Möglichkeiten zur Dichtigkeitsprüfung. Bei modernen ABS- und ESP-Systemen kann das entscheidend sein.
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Wichtige Kaufkriterien für ein Bremsenentlüftungsgerät
Arbeitsprinzip
Vor dem Kauf sollte entschieden werden, ob ein Druck- oder Unterdruckgerät benötigt wird. Druckgeräte ermöglichen häufig einen besonders gleichmäßigen Bremsflüssigkeitswechsel, benötigen aber einen passenden Behälteradapter. Unterdruckgeräte werden direkt am Entlüftungsventil angeschlossen und sind dadurch flexibler, können jedoch Nebenluft am Gewinde ansaugen.
Kompatible Adapter
Der Lieferumfang sollte zum vorhandenen Fahrzeugbestand passen. Ein Universaladapter kann mehrere Behälter abdecken, muss jedoch sicher befestigt werden. Fahrzeugspezifische Schraubadapter bieten häufig eine zuverlässigere Abdichtung. Ersatzdichtungen und weitere Adapter sollten nachgekauft werden können.
Behältervolumen
Für einzelne Pkw reicht häufig ein Behälter von etwa einem bis zwei Litern. Ein zu kleiner Tank muss während der Arbeit nachgefüllt werden. Ein sehr großer Tank ist schwerer, benötigt mehr Flüssigkeit und ist aufwendiger zu reinigen. Für Werkstätten eignen sich größere Behälter, während private Nutzer meist mit einem kompakteren Gerät besser bedient sind.
Manometer und Druckregelung
Bei Druckgeräten ist ein gut ablesbares Manometer wichtig. Der Druck sollte kontrolliert aufgebaut und bei Bedarf abgelassen werden können. Eine integrierte Druckbegrenzung erhöht die Sicherheit. Ungenaue oder sehr kleine Anzeigen erschweren die Bedienung.
Qualität der Schläuche
Schläuche müssen gegenüber Bremsflüssigkeit beständig sein und dürfen nicht schnell aushärten. Transparente Leitungen erleichtern die Beobachtung von Luftblasen und Flüssigkeitsfarbe. Schlauchanschlüsse sollten dicht sitzen und mit geeigneten Schellen oder Kupplungen gesichert sein.
Dichtheit des Geräts
Ein Druckgerät muss den aufgebauten Druck über einen angemessenen Zeitraum halten. Sinkt der Druck ohne geöffnetes Entlüftungsventil schnell ab, kann eine Undichtigkeit vorliegen. Bei Vakuumgeräten müssen Behälterdeckel, Schläuche und Anschlüsse ebenfalls luftdicht sein.
Materialbeständigkeit
Bremsflüssigkeit kann ungeeignete Kunststoffe, Lacke und Dichtungen angreifen. Behälter, Schläuche und Dichtungen müssen ausdrücklich für die verwendete Flüssigkeit geeignet sein. Ein Gerät, das für Mineralöl oder andere Hydraulikflüssigkeiten entwickelt wurde, ist nicht automatisch für Bremsflüssigkeit geeignet.
Bedienung und Reinigung
Große Einfüllöffnungen, klar markierte Anschlüsse und leicht zerlegbare Behälter vereinfachen die Arbeit. Restflüssigkeit sollte vollständig entfernt werden können. Schläuche und Adapter müssen sich so lagern lassen, dass kein Schmutz in das System gelangt.
Kompressorbedarf
Bei pneumatischen Geräten sind der erforderliche Eingangsdruck und der Luftverbrauch zu beachten. Ein zu kleiner Kompressor kann den benötigten Unterdruck nicht dauerhaft erzeugen. Für gelegentliche Arbeiten kann eine Handpumpe praktischer sein.
Lieferumfang
Ein sinnvoller Lieferumfang umfasst neben dem Gerät passende Schläuche, Auffangbehälter, Adapter, Ersatzdichtungen und eine verständliche Anleitung. Ein umfangreiches Set ist jedoch nur dann vorteilhaft, wenn die enthaltenen Adapter tatsächlich benötigt werden.
Ersatzteile und Garantie
Dichtungen, Schläuche, Manometer, Deckel und Adapter sind Verschleißteile. Bei hochwertigen Geräten sollten sie separat erhältlich sein. Eine nachvollziehbare Garantie und ein erreichbarer Hersteller erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass das Gerät langfristig genutzt werden kann.
Beliebte Bremsenentlüftungsgeräte und Marken im Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt bekannte Produktreihen und Hersteller als Orientierung. Die Preise können abhängig von Lieferumfang, Händler, Adapterauswahl und Ausführung deutlich schwanken.
| Produktname | Marke | Ungefährer Preis | Kurze Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Bremsenentlüftungsgerät 3 Liter | CCLIFE | ca. 45 bis 80 Euro | Manuelles Druckentlüftungsgerät mit Vorratsbehälter, Handpumpe, Manometer und unterschiedlichen Adaptern. |
| Bremsenentlüfter mit Auffangbehälter | BGS | ca. 35 bis 90 Euro | Je nach Ausführung als pneumatisches Absauggerät oder manuelles System für Werkstatt und Hobbybereich erhältlich. |
| Bremsenentlüftungsgerät | Vigor | ca. 80 bis 180 Euro | Robustes Werkstattgerät zum kontrollierten Wechseln und Entlüften hydraulischer Bremsanlagen. |
| Bremsenentlüfter Eezibleed | Gunson | ca. 30 bis 60 Euro | Kompaktes Drucksystem, das je nach Ausführung mit dem Druck eines Fahrzeugreifens betrieben wird. |
| Bremsenentlüftungsgerät | Hazet | ca. 100 bis 300 Euro | Hochwertige Werkstattlösung mit langlebigen Komponenten und professioneller Ausrichtung. |
| Vakuumpumpe und Bremsenentlüfter | Silverline | ca. 25 bis 50 Euro | Manuelle Unterdruckpumpe mit Auffangbehälter und Zubehör für gelegentliche Wartungsarbeiten. |
| Druckluft-Bremsenentlüfter | KS Tools | ca. 50 bis 150 Euro | Pneumatisches Absauggerät für den Betrieb an einem Druckluftkompressor. |
| Bremsenentlüftungsgerät FB 5ev | ATE | ca. 700 bis 1.200 Euro | Professionelles elektrisches Werkstattgerät für regelmäßige Bremsflüssigkeitswechsel und Entlüftungsarbeiten. |
Wie funktioniert das Entlüften mit einem Druckgerät?
Vor Beginn muss das Fahrzeug sicher abgestellt und gegen Wegrollen gesichert werden. Je nach Fahrzeug werden die Räder demontiert oder die Entlüftungsventile anderweitig zugänglich gemacht. Die Umgebung des Bremsflüssigkeitsbehälters wird gereinigt, damit beim Öffnen kein Schmutz in das System gelangt.
Das Druckgerät wird mit der vorgeschriebenen neuen Bremsflüssigkeit befüllt. Verschiedene Bremsflüssigkeitstypen dürfen nur gemischt werden, wenn dies ausdrücklich zulässig ist. Die Vorgaben des Fahrzeugherstellers sind maßgeblich. Anschließend wird der passende Adapter dicht auf dem Vorratsbehälter befestigt.
Der Arbeitsdruck wird entsprechend der Anleitung aufgebaut. Vor dem Öffnen eines Entlüftungsventils sollte geprüft werden, ob alle Verbindungen dicht sind. Tritt Bremsflüssigkeit am Adapter aus oder fällt der Druck schnell ab, darf die Arbeit nicht fortgesetzt werden, bevor die Ursache behoben ist.
Der transparente Auffangschlauch wird auf das erste Entlüftungsventil gesteckt. Die Reihenfolge der Räder ist fahrzeugspezifisch. Häufig wird mit dem vom Hauptbremszylinder am weitesten entfernten Rad begonnen, dies gilt jedoch nicht ausnahmslos. Die Reparaturanleitung des Fahrzeugs hat Vorrang.
Das Entlüftungsventil wird mit einem passenden Ringschlüssel vorsichtig geöffnet. Alte Flüssigkeit und Luft strömen durch den Schlauch in den Auffangbehälter. Sobald blasenfreie und sichtbar frische Flüssigkeit austritt, wird das Ventil mit dem vorgeschriebenen Drehmoment geschlossen. Der Vorgang wird an den weiteren Rädern wiederholt.
Nach Abschluss wird der Druck vollständig aus dem Gerät abgelassen, bevor der Adapter entfernt wird. Der Flüssigkeitsstand im Fahrzeugbehälter wird korrekt eingestellt. Anschließend werden alle Entlüftungsventile auf Dichtheit geprüft und mit Schutzkappen versehen.
Wie funktioniert das Entlüften mit einem Vakuumgerät?
Beim Unterdruckverfahren wird der Auffangbehälter über einen transparenten Schlauch mit dem Entlüftungsventil verbunden. Der Bremsflüssigkeitsbehälter am Fahrzeug wird geöffnet und bis zur vorgesehenen Markierung gefüllt.
Die Handpumpe, Druckluft- oder Elektropumpe erzeugt einen Unterdruck im Auffangbehälter. Danach wird das Entlüftungsventil leicht geöffnet. Die Flüssigkeit wird durch die Leitung und den Schlauch in den Behälter gesaugt.
Während des gesamten Vorgangs muss der Flüssigkeitsstand am Hauptbremszylinder überwacht werden. Vakuumgeräte können Flüssigkeit relativ schnell absaugen. Läuft der Behälter leer, gelangt Luft in das System. Deshalb sollte eine ausreichende Menge neuer Bremsflüssigkeit griffbereit stehen.
Kleine Luftblasen im transparenten Schlauch können aus der Bremsanlage oder über das Gewinde des Entlüftungsventils stammen. Das Ventil darf nur so weit geöffnet werden, wie für einen ausreichenden Durchfluss erforderlich. Starkes Herausdrehen erhöht die Wahrscheinlichkeit von Nebenluft.
Nach dem Absaugen wird das Ventil geschlossen, bevor der Unterdruck vollständig aufgehoben wird. Anschließend wird der Vorgang an den weiteren Rädern entsprechend der vorgeschriebenen Reihenfolge wiederholt.
Wichtige Sicherheitshinweise
Bremsflüssigkeit ist gesundheitsschädlich und kann Lacke, Kunststoffe und beschichtete Oberflächen beschädigen. Schutzhandschuhe und eine geeignete Schutzbrille sind deshalb sinnvoll. Verschüttete Flüssigkeit sollte sofort entsprechend den Herstellerangaben entfernt werden.
Neue Bremsflüssigkeit muss aus einem sauberen, möglichst frisch geöffneten Behälter stammen. Da sie Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt, sollte sie nicht über längere Zeit offen stehen. Verunreinigte oder alte Flüssigkeit darf nicht zurück in das Bremssystem gegeben werden.
Das Fahrzeug muss auf standsicheren Unterstellböcken stehen, wenn Räder entfernt werden. Ein Wagenheber allein ist keine ausreichende Absicherung. Entlüftungsventile dürfen nicht mit ungeeignetem Werkzeug geöffnet werden, da ihre Kanten leicht beschädigt werden können.
Nach dem Entlüften muss das Bremspedal einen klaren und stabilen Druckpunkt besitzen. Alle Anschlüsse, Entlüftungsventile und reparierten Bauteile müssen auf Undichtigkeiten geprüft werden. Bestehen Zweifel an der Funktion, darf das Fahrzeug nicht im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden.
Bei Fahrzeugen mit komplexen ABS-, ESP- oder elektrohydraulischen Bremssystemen können besondere Werkstattabläufe vorgeschrieben sein. Teilweise müssen Pumpen und Ventile über ein Diagnosegerät angesteuert werden. Ohne passende technische Informationen sollte eine solche Anlage nicht eigenständig geöffnet werden.
Reinigung und Aufbewahrung
Nach der Verwendung darf alte Bremsflüssigkeit nicht im Gerät verbleiben, sofern der Hersteller keine andere Vorgehensweise ausdrücklich erlaubt. Auffangbehälter und Schläuche werden entleert und entsprechend der Anleitung gereinigt. Wasser ist nicht für jedes Gerät und nicht für alle Bauteile geeignet.
Frische und gebrauchte Bremsflüssigkeit dürfen nicht vermischt werden. Alte Flüssigkeit wird in einem dicht verschlossenen und eindeutig gekennzeichneten Behälter gesammelt. Die Entsorgung erfolgt über eine geeignete Schadstoffsammelstelle oder einen Fachbetrieb.
Dichtungen und Schläuche sollten auf Risse, Verfärbungen und Verhärtungen kontrolliert werden. Beschädigte Bauteile sind vor der nächsten Verwendung zu ersetzen. Gewinde und Adapter werden sauber und trocken aufbewahrt, damit keine Fremdkörper in das Bremssystem gelangen.
Das Gerät sollte an einem trockenen Ort geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung gelagert werden. Schläuche dürfen nicht stark geknickt werden. Adapter lassen sich am besten in einer geschlossenen Box aufbewahren.
FAQ zu Bremsenentlüftungsgeräten
Kann man eine Bremsanlage allein entlüften?
Mit einem geeigneten Druckgerät, Vakuumgerät oder einem Einmannsystem mit Rückschlagventil kann eine Bremsanlage grundsätzlich von einer einzelnen Person entlüftet werden. Ein Druckentlüftungsgerät bietet dabei häufig den größten Komfort, weil es den Bremsflüssigkeitsbehälter automatisch mit neuer Flüssigkeit versorgt. Trotzdem muss der Anwender die fahrzeugspezifische Entlüftungsreihenfolge kennen, den Flüssigkeitsstand kontrollieren und alle Verbindungen sorgfältig auf Dichtheit prüfen. Wer keine Erfahrung mit hydraulischen Bremsanlagen besitzt, sollte die Arbeit von einer Fachwerkstatt durchführen lassen.
Ist ein Druck- oder Vakuumgerät besser?
Beide Verfahren können zuverlässig funktionieren. Druckgeräte fördern neue Flüssigkeit vom Vorratsbehälter zu den Radbremsen und ermöglichen einen gleichmäßigen Austausch. Sie benötigen jedoch einen exakt passenden Adapter. Vakuumgeräte werden direkt am Entlüftungsventil angeschlossen und lassen sich flexibel an unterschiedlichen Fahrzeugen verwenden. Dafür können sie über das Ventilgewinde Nebenluft ansaugen. Für regelmäßige vollständige Bremsflüssigkeitswechsel wird häufig ein Druckgerät bevorzugt. Für einzelne Reparaturen oder Motorräder kann eine Vakuumpumpe praktischer sein.
Wie viel Druck darf ein Bremsenentlüftungsgerät erzeugen?
Der zulässige Arbeitsdruck hängt vom Fahrzeug und vom verwendeten Gerät ab. Es gibt keinen universellen Wert, der bedenkenlos für alle Bremsanlagen verwendet werden kann. Zu hoher Druck kann den Bremsflüssigkeitsbehälter, Adapter oder Dichtungen beschädigen. Maßgeblich sind die Herstellerangaben des Fahrzeugs und des Entlüftungsgeräts. Der Druck sollte langsam aufgebaut und über ein gut ablesbares Manometer kontrolliert werden.
Warum erscheinen beim Vakuumentlüften ständig Luftblasen?
Die sichtbaren Blasen müssen nicht zwangsläufig aus der Bremsleitung stammen. Beim Unterdruckverfahren kann Umgebungsluft über das Gewinde des geöffneten Entlüftungsventils in den Schlauch gezogen werden. Das tritt besonders auf, wenn das Ventil weit geöffnet ist oder das Gewinde viel Spiel besitzt. Ein gleichmäßiger Flüssigkeitsstrom, die Farbe der austretenden Flüssigkeit und ein stabiler Pedaldruck sind deshalb ebenfalls wichtige Hinweise. Das Entlüftungsventil sollte nur so weit geöffnet werden, wie für den Durchfluss erforderlich.
Welche Bremsflüssigkeit gehört in das Entlüftungsgerät?
Verwendet werden darf ausschließlich die Bremsflüssigkeit, die für das jeweilige Fahrzeug vorgeschrieben ist. Häufig handelt es sich um Flüssigkeiten nach DOT-Spezifikation, es gibt jedoch unterschiedliche Varianten und spezielle Herstellerfreigaben. Silikonbasierte, glykolbasierte und mineralölbasierte Flüssigkeiten dürfen nicht beliebig gemischt werden. Die Angaben in der Betriebsanleitung oder Reparaturdokumentation des Fahrzeugs sind verbindlich.
Wie viel Bremsflüssigkeit wird für einen Wechsel benötigt?
Die benötigte Menge hängt von Fahrzeuggröße, Bremsanlage, Leitungswegen und Arbeitsmethode ab. Bei vielen Pkw wird für einen vollständigen Wechsel ungefähr ein Liter bereitgehalten. Größere Fahrzeuge oder stark verunreinigte Systeme können mehr benötigen. Es ist sinnvoll, etwas Reserve einzuplanen, damit der Vorratsbehälter während der Arbeit nicht leerläuft. Übrig gebliebene Flüssigkeit aus einem geöffneten Behälter sollte nicht unbegrenzt gelagert werden, da sie Feuchtigkeit aufnimmt.
Muss beim Entlüften der Motor laufen?
Bei vielen herkömmlichen Bremsanlagen wird mit ausgeschaltetem Motor gearbeitet. Es gibt jedoch Fahrzeuge und Systeme, bei denen besondere Abläufe gelten. Elektronisch geregelte Bremsanlagen können eine Diagnoseroutine oder eine aktivierte Pumpe erfordern. Ohne fahrzeugspezifische Vorgabe sollte der Motor nicht einfach gestartet werden. Die Reparaturanleitung des Herstellers ist maßgeblich.
In welcher Reihenfolge werden die Bremsen entlüftet?
Häufig wird mit dem Rad begonnen, dessen Leitung am weitesten vom Hauptbremszylinder entfernt ist. Danach arbeitet man sich zum nächstgelegenen Rad vor. Diese allgemeine Regel gilt jedoch nicht für jedes Fahrzeug. Diagonal geteilte Bremskreise, spezielle ABS-Blöcke und unterschiedliche Leitungsführungen können eine andere Reihenfolge erfordern. Deshalb sollte immer die fahrzeugspezifische Reparaturinformation verwendet werden.
Kann ein Bremsenentlüftungsgerät auch für die Kupplung verwendet werden?
Viele hydraulische Kupplungen verwenden dieselbe oder eine ähnliche Bremsflüssigkeit und können mit einem Bremsenentlüftungsgerät bearbeitet werden. Voraussetzung ist, dass das Gerät, die Adapter und das Verfahren zum jeweiligen Kupplungssystem passen. Manche Kupplungsnehmerzylinder lassen sich nur schwer entlüften und benötigen einen besonderen Ablauf. Auch hier gelten die Fahrzeugherstellerangaben.
Was ist zu tun, wenn das Bremspedal nach dem Entlüften weich bleibt?
Ein weiterhin weiches Pedal kann auf verbliebene Luft, eine Undichtigkeit, einen defekten Hauptbremszylinder, falsch montierte Bremssättel oder andere Probleme hinweisen. Auch eine notwendige ABS-Entlüftungsroutine kann die Ursache sein. Das Fahrzeug darf nicht gefahren werden, solange kein sicherer Druckpunkt vorhanden ist. Alle Anschlüsse und Bauteile müssen überprüft und der Entlüftungsvorgang gegebenenfalls nach Herstellervorgabe wiederholt werden. Bleibt das Problem bestehen, ist eine Fachwerkstatt erforderlich.
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Fazit: Welches Bremsenentlüftungsgerät ist die richtige Wahl?
Ein Bremsenentlüftungsgerät erleichtert den Wechsel der Bremsflüssigkeit und das Entfernen von Luft aus hydraulischen Brems- und Kupplungssystemen erheblich. Besonders bei regelmäßigen Wartungsarbeiten ist es komfortabler und kontrollierter als das klassische Entlüften mit zwei Personen. Welches Gerät am besten geeignet ist, hängt vom Fahrzeug, von der Nutzungshäufigkeit und von der vorhandenen Werkstattausstattung ab.
Für ambitionierte Hobbyschrauber ist ein manuelles Druckentlüftungsgerät mit eigenem Flüssigkeitsbehälter häufig eine gute Wahl. Es benötigt keinen Stromanschluss und keinen Kompressor, erzeugt einen kontrollierten Überdruck und versorgt den Fahrzeugbehälter während des Entlüftens mit neuer Flüssigkeit. Entscheidend sind ein passender Adapter, ein gut ablesbares Manometer und ein zuverlässig dichter Behälter.
Pneumatische Vakuumgeräte sind besonders flexibel, weil sie direkt am Entlüftungsventil angeschlossen werden. Sie eignen sich für unterschiedliche Fahrzeuge und ermöglichen ein schnelles Absaugen. Ein ausreichend leistungsfähiger Kompressor ist jedoch erforderlich. Außerdem können sichtbare Luftblasen über das Gewinde des Entlüftungsventils eingesaugt werden und die Beurteilung erschweren.
Hand-Vakuumpumpen und einfache Rückschlagventile sind günstige Alternativen für gelegentliche Arbeiten, Motorräder und kleinere Reparaturen. Sie verlangen mehr Aufmerksamkeit und sind bei einem vollständigen Wechsel häufig langsamer. Professionelle elektrische Geräte bieten den höchsten Komfort, lohnen sich aber hauptsächlich für Werkstätten oder Nutzer mit regelmäßigem Bedarf.
Unabhängig von der Bauart sind saubere Schläuche, beständige Materialien, dichte Verbindungen und eine korrekte Druckregelung entscheidend. Ebenso wichtig ist die Kompatibilität mit der vorgeschriebenen Bremsflüssigkeit. Alte und neue Flüssigkeit dürfen nicht verunreinigt oder unkontrolliert vermischt werden.
Die Arbeit an einer Bremsanlage setzt technisches Verständnis und sorgfältiges Vorgehen voraus. Nach dem Entlüften müssen ein stabiler Druckpunkt, ein korrekter Flüssigkeitsstand und vollständige Dichtheit gegeben sein. Bei modernen ABS- und ESP-Systemen können zusätzliche Diagnosefunktionen erforderlich sein. Bestehen Zweifel an der Durchführung oder am Ergebnis, sollte das Fahrzeug nicht bewegt und die Bremsanlage von einer Fachwerkstatt geprüft werden.
Das beste Bremsenentlüftungsgerät ist deshalb nicht automatisch das teuerste Modell. Für den privaten Einsatz zählt vor allem, dass das Gerät zum vorhandenen Fahrzeug passt, sicher abdichtet, einfach kontrolliert werden kann und sich nach der Arbeit gründlich reinigen lässt. Wer diese Punkte berücksichtigt und strikt nach den Herstellervorgaben arbeitet, erhält ein hilfreiches Werkzeug für einen sauberen und kontrollierten Bremsflüssigkeitswechsel.
Zuletzt Aktualisiert am 20.07.2026
Letzte Aktualisierung am 8.08.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
