Schildkrötenfutter ist ein besonders wichtiges Thema für alle Halter, denn eine falsche oder dauerhaft unausgewogene Ernährung kann bei Land- und Wasserschildkröten zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen, die sich häufig erst nach längerer Zeit deutlich zeigen. Schildkröten wirken zwar robust und anspruchslos, stellen abhängig von ihrer Art, ihrem natürlichen Lebensraum, ihrem Alter und ihrer Haltungsform jedoch sehr unterschiedliche Anforderungen an die Zusammensetzung des Futters. Während viele europäische Landschildkröten überwiegend faserreiche Wildkräuter, Blätter und getrocknete Pflanzenbestandteile benötigen, fressen zahlreiche Wasserschildkröten neben pflanzlicher Nahrung auch Insekten, kleine Krebstiere, Würmer oder andere tierische Bestandteile. Fertig angebotenes Schildkrötenfutter kann die Versorgung erleichtern, sollte jedoch nicht wahllos und nicht bei jeder Schildkrötenart als alleinige Nahrungsquelle verwendet werden. Entscheidend sind unter anderem ein angemessenes Verhältnis von Calcium und Phosphor, ein niedriger Zucker- und Eiweißgehalt bei pflanzenfressenden Arten, ausreichend Rohfaser, eine passende Portionsgröße und die Vermeidung ungeeigneter Lebensmittel. In diesem ausführlichen Ratgeber wird erklärt, welche Arten von Schildkrötenfutter erhältlich sind, wie sich die Ernährung von Land- und Wasserschildkröten unterscheidet, welche Inhaltsstoffe wichtig sind und worauf bei Auswahl, Fütterung, Lagerung und Ergänzung besonders geachtet werden sollte.
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Was ist Schildkrötenfutter?
Schildkrötenfutter bezeichnet sämtliche Futtermittel, die für die Ernährung von Land-, Wasser- oder Sumpfschildkröten vorgesehen sind. Dazu gehören sowohl natürliche Nahrungsquellen wie Wildkräuter, Blätter, Wasserpflanzen, Insekten und Kleinkrebse als auch industriell hergestellte Produkte in Form von Pellets, Sticks, Granulat, getrockneten Mischungen oder Ergänzungsfuttermitteln.
Die Bezeichnung allein sagt allerdings wenig darüber aus, für welche Schildkrötenart ein Produkt tatsächlich geeignet ist. Ein Futter für eine europäische Landschildkröte unterscheidet sich deutlich von einem Futter für eine Wasserschildkröte. Landschildkröten benötigen je nach Art meist eine sehr pflanzenreiche, rohfaserhaltige und kalorienarme Ernährung. Viele Wasserschildkröten fressen dagegen in jungen Jahren einen höheren Anteil tierischer Nahrung und wechseln mit zunehmendem Alter teilweise zu einer stärker pflanzlich geprägten Ernährung.
Gutes Schildkrötenfutter orientiert sich möglichst eng an der natürlichen Nahrung der jeweiligen Art. In freier Wildbahn fressen Schildkröten nicht täglich identische Zutaten. Das Nahrungsangebot verändert sich mit den Jahreszeiten, dem Lebensraum und den verfügbaren Pflanzen oder Beutetieren. Eine abwechslungsreiche Fütterung ist deshalb meist sinnvoller als die ausschließliche Gabe eines einzigen Fertigprodukts.
Bei Landschildkröten besteht die natürliche Nahrung häufig aus Kräutern, Blättern, Blüten und trockenen Pflanzenbestandteilen. Die Tiere verbringen viel Zeit mit der Futtersuche und nehmen dabei relativ energiearme Nahrung auf. Sehr süßes Obst, weiches Gemüse oder eiweißreiches Tierfutter passt nicht zu diesem Verdauungssystem und kann bei regelmäßiger Gabe schädlich sein.
Wasserschildkröten sind je nach Art Allesfresser, Fleischfresser oder überwiegend Pflanzenfresser. Jungtiere benötigen bei vielen Arten mehr tierisches Eiweiß, da sie sich im Wachstum befinden. Erwachsene Tiere nehmen häufig mehr Wasserpflanzen und andere pflanzliche Bestandteile auf. Eine pauschale Ernährungsempfehlung für sämtliche Wasserschildkröten ist deshalb nicht sinnvoll.
Warum ist das richtige Schildkrötenfutter so wichtig?
Schildkröten wachsen langsam und können ein hohes Alter erreichen. Fehler bei der Ernährung zeigen sich deshalb nicht immer sofort. Eine dauerhaft ungeeignete Fütterung kann jedoch zu einem zu schnellen Wachstum, einem ungleichmäßig geformten Panzer, Verdauungsstörungen, Nierenproblemen, Übergewicht oder Mangelerscheinungen führen.
Besonders wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit Calcium. Calcium wird für den Aufbau und die Stabilität von Knochen und Panzer benötigt. Gleichzeitig muss die Schildkröte geeignetes UV-Licht erhalten, damit ihr Körper Vitamin D bilden und Calcium verwerten kann. Hochwertiges Futter allein kann eine falsche Beleuchtung oder ungeeignete Haltung daher nicht ausgleichen.
Auch das Verhältnis von Calcium zu Phosphor spielt eine Rolle. Enthält die Nahrung dauerhaft sehr viel Phosphor und wenig Calcium, kann der Mineralstoffhaushalt gestört werden. Bei pflanzenfressenden Landschildkröten sollten daher calciumreiche Wildkräuter und eine geeignete Calciumquelle zur Verfügung stehen.
Zu viel Eiweiß ist ebenfalls problematisch. Vor allem Landschildkröten sollten keine regelmäßigen Mengen Fleisch, Katzenfutter, Hundefutter, Milchprodukte oder anderes stark eiweißhaltiges Futter erhalten. Diese Nahrungsmittel entsprechen nicht ihrer natürlichen Ernährung und belasten den Organismus.
Vorteile von hochwertigem Schildkrötenfutter
Ein artgerecht zusammengesetztes Schildkrötenfutter erleichtert die tägliche Versorgung und kann helfen, die natürlichen Nahrungsbestandteile sinnvoll zu ergänzen. Hochwertige Kräutermischungen für Landschildkröten enthalten beispielsweise getrocknete Blätter, Blüten und Pflanzen mit einem hohen Rohfaseranteil.
Für Wasserschildkröten können ausgewogene Pellets oder Granulate eine praktische Ergänzung darstellen. Sie lassen sich gut dosieren und enthalten je nach Produkt wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Allerdings sollten sie meist nicht die einzige Futterquelle sein.
Fertigfutter hat außerdem den Vorteil einer längeren Lagerfähigkeit. Getrocknete Kräuter oder Pellets können unabhängig von der Jahreszeit angeboten werden. Dies ist besonders im Winter oder in Regionen praktisch, in denen frische geeignete Wildkräuter nicht jederzeit verfügbar sind.
Vorteile im Überblick
- Einfache und schnelle Dosierung
- Je nach Produkt lange haltbar
- Kann die Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen unterstützen
- Verschiedene Produkte für Land- und Wasserschildkröten erhältlich
- Getrocknete Kräutermischungen eignen sich als Ergänzung im Winter
- Pellets können bei richtiger Auswahl ausgewogene Bestandteile liefern
- Praktisch für Urlaubsvertretungen und die regelmäßige Bevorratung
Nachteile und Risiken von ungeeignetem Schildkrötenfutter
Nicht jedes im Handel angebotene Schildkrötenfutter ist automatisch optimal zusammengesetzt. Manche Produkte enthalten einen hohen Anteil an Getreide, Zucker, tierischem Eiweiß oder wenig geeigneten Füllstoffen. Gerade bunte Mischungen mit getrockneten Früchten wirken ansprechend, entsprechen aber häufig nicht der natürlichen Ernährung einer Landschildkröte.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass Fertigfutter leicht überdosiert wird. Pellets und Sticks besitzen häufig eine höhere Energiedichte als frische Wildkräuter. Wird zu viel davon angeboten, kann die Schildkröte zu schnell wachsen oder Übergewicht entwickeln.
Bei Wasserschildkröten können Futterreste das Wasser stark belasten. Nicht gefressene Sticks, getrocknete Tiere oder Granulate sinken zu Boden und beginnen sich zu zersetzen. Dadurch verschlechtert sich die Wasserqualität, und Filter sowie Bodengrund müssen häufiger gereinigt werden.
Auch eine einseitige Ernährung ist problematisch. Selbst ein grundsätzlich geeignetes Alleinfuttermittel sollte nicht ohne Prüfung dauerhaft als einzige Nahrungsquelle verwendet werden. Natürliche Futterbestandteile fördern Abwechslung und ermöglichen ein arttypisches Fressverhalten.
Mögliche Nachteile im Überblick
- Teilweise ungeeignete Zusammensetzung mit zu viel Zucker oder Getreide
- Gefahr einer Überfütterung durch hohe Energiedichte
- Nicht jedes Produkt passt zu jeder Schildkrötenart
- Futterreste können Aquarienwasser stark belasten
- Einseitige Fütterung kann zu Mangelerscheinungen führen
- Billige Produkte enthalten teilweise viele Füllstoffe
- Fertigfutter kann natürliche Pflanzen und Futtertiere nicht vollständig ersetzen
Schildkrötenfutter Bestseller Platz 2 – 4
Welche Arten von Schildkrötenfutter gibt es?
Die Auswahl an Schildkrötenfutter ist groß und reicht von frischen Wildpflanzen über getrocknete Kräutermischungen bis zu Pellets, Futtertieren und Mineralstoffpräparaten. Welche Futterart sinnvoll ist, hängt vor allem von der Schildkrötenart ab.
Frische Wildkräuter für Landschildkröten
Frische Wildkräuter bilden für viele europäische Landschildkröten die wichtigste Grundlage der Ernährung. Geeignet sind je nach Art und Verfügbarkeit beispielsweise Löwenzahn, Spitzwegerich, Breitwegerich, Gänseblümchen, Malve, Distelblätter, Brennnesseln, Vogelmiere, Wegwarte und verschiedene ungiftige Wiesenkräuter.
Die Pflanzen sollten möglichst von unbelasteten Flächen stammen. Kräuter direkt neben stark befahrenen Straßen, auf gedüngten Feldern oder auf Flächen mit möglichem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sind ungeeignet. Auch Hundewiesen und stark verschmutzte Standorte sollten gemieden werden.
Wildkräuter besitzen gegenüber vielen Gemüsesorten den Vorteil eines höheren Rohfasergehalts und einer meist günstigeren Nährstoffzusammensetzung. Sie fördern eine natürliche Verdauung und sorgen dafür, dass die Tiere längere Zeit mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt sind.
Die Auswahl sollte abwechslungsreich sein. Es ist besser, mehrere geeignete Pflanzenarten in wechselnder Zusammensetzung anzubieten, als über Wochen ausschließlich Löwenzahn zu füttern. Auch geeignete Blüten können die Mischung ergänzen.
Getrocknete Kräutermischungen
Getrocknete Kräutermischungen sind eine praktische Ergänzung für Zeiten, in denen frische Wildpflanzen nur eingeschränkt verfügbar sind. Sie enthalten häufig getrockneten Löwenzahn, Wegerich, Brennnessel, Blüten, Blätter und weitere Pflanzenbestandteile.
Durch die Trocknung sinkt der Wassergehalt, während die Rohfaser erhalten bleibt. Die Mischung kann trocken angeboten oder leicht angefeuchtet werden. Manche Tiere benötigen eine gewisse Eingewöhnungszeit, da getrocknete Kräuter weniger intensiv riechen und anders strukturiert sind als frische Pflanzen.
Beim Kauf sollte auf eine möglichst naturbelassene Zusammensetzung ohne Zucker, Melasse, künstliche Farbstoffe oder unnötige Getreideanteile geachtet werden. Grob strukturierte Mischungen sind häufig besser geeignet als stark gemahlenes Pulver.
Pellets für Landschildkröten
Pellets für Landschildkröten bestehen meist aus gepressten Pflanzen, Kräutern und Fasern. Gute Produkte besitzen einen hohen Rohfasergehalt und einen niedrigen Eiweißanteil. Sie können gelegentlich oder saisonal als Ergänzung verwendet werden.
Pellets sollten nicht automatisch das Hauptfutter ersetzen. Viele Landschildkröten fressen gepresste Futtermittel schneller als natürliche Pflanzen, wodurch sie in kurzer Zeit relativ viele Kalorien aufnehmen. Außerdem fehlt die natürliche Struktur unterschiedlich großer Blätter und Stängel.
Vor der Fütterung können harte Pellets abhängig von der Herstellerempfehlung leicht eingeweicht werden. Dadurch lassen sie sich einfacher aufnehmen. Zu stark eingeweichtes Futter sollte jedoch nicht lange im Gehege liegen bleiben, da es schnell verdirbt.
Frisches Gemüse
Gemüse wird häufig als Schildkrötenfutter angeboten, sollte bei vielen Landschildkröten jedoch nicht die Hauptnahrung darstellen. Salate und Gemüse besitzen meist weniger Rohfaser als Wildkräuter und weisen teilweise eine ungünstigere Mineralstoffzusammensetzung auf.
In Ausnahmefällen oder als Übergang können geeignete Blattsalate verwendet werden. Stark wasserhaltige Sorten sättigen jedoch, ohne ausreichend faserreiche Bestandteile zu liefern. Wurzelgemüse, Tomaten, Paprika und anderes Fruchtgemüse sollten bei mediterranen Landschildkröten höchstens sehr sparsam oder gar nicht eingesetzt werden.
Bei Wasserschildkröten können bestimmte Gemüsearten abhängig von der Art sinnvoll sein. Dunkle Blattsalate, Wasserpflanzen oder Kräuter werden häufig besser angenommen als harte Gemüsestücke.
Obst als Schildkrötenfutter
Obst enthält viel Zucker und entspricht bei vielen europäischen Landschildkröten nicht der natürlichen Hauptnahrung. Regelmäßige Obstfütterung kann die Darmflora beeinträchtigen und Verdauungsprobleme verursachen.
Auch wenn Schildkröten Erdbeeren, Banane, Apfel oder Melone häufig gerne fressen, bedeutet dies nicht, dass diese Lebensmittel gesund für sie sind. Für mediterrane Landschildkröten sollte Obst möglichst nicht oder nur in sehr seltenen Ausnahmefällen angeboten werden.
Bei tropischen Schildkrötenarten kann ein begrenzter Fruchtanteil natürlicherweise zur Ernährung gehören. Hier muss die Fütterung an die konkrete Art angepasst werden.
Pellets und Sticks für Wasserschildkröten
Futtersticks und Pellets gehören zu den bekanntesten Fertigfuttermitteln für Wasserschildkröten. Sie schwimmen häufig zunächst an der Wasseroberfläche und können dadurch leicht gefressen werden. Je nach Produkt enthalten sie Fischmehl, Krebstiere, Pflanzenbestandteile, Mineralstoffe und Vitamine.
Ein hochwertiges Produkt sollte möglichst klar deklarierte Zutaten und eine zur Schildkrötenart passende Zusammensetzung besitzen. Sehr proteinreiche Sticks können für junge räuberische Arten geeignet sein, sind für erwachsene überwiegend pflanzenfressende Tiere jedoch häufig zu energiereich.
Pellets sollten nur in einer Menge angeboten werden, die innerhalb kurzer Zeit gefressen wird. Übrig gebliebenes Futter muss entfernt werden, damit die Wasserqualität nicht unnötig belastet wird.
Getrocknete Bachflohkrebse und Garnelen
Getrocknete Bachflohkrebse, Garnelen und ähnliche Futtertiere werden häufig für Wasserschildkröten verkauft. Sie werden von vielen Tieren gerne angenommen und eignen sich als gelegentliche Ergänzung.
Als alleiniges Futter sind getrocknete Krebstiere jedoch ungeeignet. Sie enthalten nicht sämtliche benötigten Nährstoffe und können bei übermäßiger Gabe zu einer einseitigen Eiweißversorgung führen. Außerdem besitzen getrocknete Produkte wenig Feuchtigkeit.
Sie sollten deshalb eher als Bestandteil einer abwechslungsreichen Fütterung betrachtet werden. Jungtiere erhalten abhängig von ihrer Art einen höheren tierischen Anteil, während erwachsene Tiere häufig mehr Pflanzen benötigen.
Lebende Futtertiere
Lebende Futtertiere fördern bei vielen Wasserschildkröten das natürliche Jagdverhalten. Geeignet können abhängig von der Art Regenwürmer, Insektenlarven, Schnecken, kleine Krebstiere oder andere wirbellose Tiere sein.
Futtertiere sollten aus sicherer Quelle stammen und dürfen nicht mit Schadstoffen, Parasiten oder Pflanzenschutzmitteln belastet sein. Wild gefangene Tiere aus unbekannten Gewässern können Krankheitserreger einschleppen.
Die Größe des Futtertiers muss zur Schildkröte passen. Zu große oder hartschalige Tiere können Schwierigkeiten bei der Aufnahme verursachen. Futtertiere sollten ebenfalls nicht unbegrenzt angeboten werden.
Frostfutter
Frostfutter ist vor allem aus der Aquaristik bekannt und kann je nach Schildkrötenart eine praktische tierische Futterquelle darstellen. Angeboten werden beispielsweise Mückenlarven, Muschelfleisch, kleine Garnelen oder andere Wasserorganismen.
Das Futter sollte vor der Gabe aufgetaut und kurz abgespült werden. Auftauwasser gehört nicht in das Becken, da es viele gelöste Nährstoffe enthalten und das Wasser belasten kann.
Einmal aufgetautes Frostfutter darf nicht erneut eingefroren werden. Es sollte nur in kleinen Portionen verwendet und hygienisch getrennt von menschlichen Lebensmitteln gelagert werden.
Wasserpflanzen
Wasserpflanzen sind für viele erwachsene Wasserschildkröten ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Geeignet können je nach Tierart beispielsweise Wasserpest, Hornkraut, Wasserlinsen oder andere ungiftige Pflanzen sein.
Die Pflanzen liefern Ballaststoffe, beschäftigen die Tiere und können gleichzeitig zur Gestaltung des Beckens beitragen. Viele Schildkröten fressen eine Bepflanzung allerdings sehr schnell ab oder beschädigen sie beim Schwimmen.
Es kann deshalb sinnvoll sein, Wasserpflanzen in einem separaten Becken zu vermehren und regelmäßig portionsweise anzubieten. Pflanzen aus Gartenteichen oder natürlichen Gewässern sollten nur verwendet werden, wenn keine Schadstoff- oder Parasitenbelastung zu erwarten ist.
Calcium und Sepiaschale
Sepiaschale ist eine beliebte Calciumquelle für Land- und Wasserschildkröten. Sie kann in geeigneten Stücken frei angeboten werden. Viele Tiere nehmen sie nach Bedarf auf und nutzen sie gleichzeitig zur natürlichen Abnutzung des Schnabels.
Bei Wasserschildkröten kann ein Stück Sepiaschale im Becken schwimmen. Die harte Außenschicht wird teilweise entfernt, damit das weichere Material leichter erreichbar ist. Die konkrete Anwendung hängt vom Produkt und der Schildkrötenart ab.
Calciumpulver kann ebenfalls verwendet werden. Dabei ist auf eine korrekte Dosierung zu achten. Vitaminpräparate sollten nicht unkontrolliert gegeben werden, da auch eine Überversorgung gesundheitliche Probleme verursachen kann.
Blütenmischungen
Getrocknete oder frische Blüten können das Futter vieler Landschildkröten ergänzen. Geeignet sind abhängig von Herkunft und Art beispielsweise Hibiskus, Rose, Ringelblume, Malve oder Löwenzahnblüten.
Blüten sollten unbehandelt und frei von Pflanzenschutzmitteln sein. Schnittblumen aus dem normalen Handel sind meist nicht als Tierfutter geeignet, da sie chemisch behandelt sein können.
Eine Blütenmischung bringt Abwechslung in den Speiseplan, sollte aber nicht die faserreichen Blätter und Kräuter als Hauptbestandteil ersetzen.
Welche Alternativen gibt es zu fertigem Schildkrötenfutter?
Selbst gesammelte Wildkräuter
Für Landschildkröten sind selbst gesammelte Wildkräuter häufig die beste Alternative zu Fertigfutter. Sie sind abwechslungsreich, faserreich und entsprechen dem natürlichen Fressverhalten.
Voraussetzung ist eine sichere Pflanzenkenntnis. Unbekannte Pflanzen dürfen nicht verfüttert werden, da es giftige oder ungeeignete Arten gibt. Ein Pflanzenbestimmungsbuch oder eine seriöse Bestimmungs-App kann unterstützen, ersetzt bei Unsicherheit jedoch keine fachkundige Einschätzung.
Eigene Futterwiese
Eine eigene Futterwiese im Garten oder Freigehege bietet den Vorteil, dass die Schildkröten einen Teil ihrer Nahrung selbst suchen können. Geeignete Kräuter- und Samenmischungen lassen sich gezielt aussäen.
Die Fläche darf nicht mit Pflanzenschutzmitteln oder Kunstdünger behandelt werden. Außerdem sollte sie so bepflanzt sein, dass nicht eine einzelne Pflanzenart alles überwuchert.
Eine gut angelegte Futterwiese beschäftigt die Tiere und ermöglicht ein naturnahes Fressverhalten. Trotzdem muss regelmäßig kontrolliert werden, ob ausreichend geeignete Nahrung vorhanden ist.
Selbst getrocknete Kräuter
Geeignete Wildkräuter können im Sommer gesammelt und für den Winter getrocknet werden. Sie werden an einem luftigen, schattigen und trockenen Ort ausgebreitet oder gebündelt aufgehängt.
Direkte starke Sonne kann Farbe und empfindliche Inhaltsstoffe beeinträchtigen. Die Kräuter müssen vollständig trocken sein, bevor sie in Papierbeuteln, Kartons oder luftdurchlässigen Behältern gelagert werden.
Feuchte Pflanzen können schimmeln und dürfen nicht verfüttert werden. Ein muffiger Geruch, sichtbare Flecken oder verklumpte Bestandteile sind deutliche Warnzeichen.
Lebend- und Frostfutter für Wasserschildkröten
Statt ausschließlich getrocknete Sticks zu verwenden, können Wasserschildkröten abhängig von ihrer Art mit lebenden oder tiefgekühlten Futtertieren versorgt werden. Dadurch wird die Ernährung abwechslungsreicher und das natürliche Beutefangverhalten gefördert.
Wichtig ist eine hygienisch einwandfreie Herkunft. Die Futtermenge muss zum Alter und Aktivitätsniveau des Tieres passen. Erwachsene Schildkröten benötigen häufig deutlich weniger tierische Nahrung als Jungtiere.
Wasserpflanzen aus eigener Zucht
Wasserpflanzen können in einem separaten Aquarium, einer Wanne oder einem kleinen Teich vermehrt werden. So steht regelmäßig frisches pflanzliches Futter zur Verfügung, ohne dass das Hauptbecken ständig neu bepflanzt werden muss.
Diese Lösung ist besonders für Halter sinnvoll, deren Schildkröten große Mengen Pflanzen fressen. Die Pflanzenzucht benötigt Licht, sauberes Wasser und eine geeignete Temperatur.
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Beliebte Schildkrötenfutter und bekannte Marken
Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft bekannte Produktarten und Marken. Die Eignung eines Futters hängt immer von der Schildkrötenart, dem Alter und der übrigen Ernährung ab. Preise können je nach Packungsgröße, Händler und Zusammensetzung deutlich variieren.
| Produktname | Marke | Ungefährer Preis | Kurze Beschreibung |
|---|---|---|---|
| JBL Agivert | JBL | etwa 6 bis 18 Euro | Pflanzlich ausgerichtetes Futter für Landschildkröten mit Kräutern und pflanzlichen Bestandteilen. |
| JBL Rugil | JBL | etwa 5 bis 15 Euro | Futtersticks für Wasserschildkröten, die abhängig von Art und Alter ergänzend eingesetzt werden können. |
| Tetra ReptoMin | Tetra | etwa 5 bis 20 Euro | Bekannte Futtersticks für Wasserschildkröten mit tierischen und pflanzlichen Bestandteilen. |
| Sera Raffy P | Sera | etwa 5 bis 18 Euro | Pellet- beziehungsweise Stickfutter für Wasserschildkröten und andere Reptilien. |
| Sera Raffy I | Sera | etwa 5 bis 20 Euro | Mischung aus getrockneten tierischen Bestandteilen als Ergänzungsfutter für Wasserschildkröten. |
| Lucky Reptile Herb Cobs | Lucky Reptile | etwa 7 bis 20 Euro | Gepresste Kräuter-Cobs für pflanzenfressende Reptilien, abhängig vom Produkt einweichbar. |
| Agrobs Pre Alpin Testudo | Agrobs | etwa 10 bis 30 Euro | Faserreiches Kräuterfutter für Landschildkröten mit getrockneten Wiesenpflanzen. |
| Exo Terra Aquatic Turtle Food | Exo Terra | etwa 8 bis 25 Euro | Pelletfutter für Wasserschildkröten in unterschiedlichen Ausführungen und Größen. |
Wichtige Kaufkriterien bei Schildkrötenfutter
Eignung für die Schildkrötenart
Das wichtigste Kaufkriterium ist die eindeutige Eignung für die gehaltene Schildkrötenart. Die pauschale Angabe „für Schildkröten“ reicht nicht aus. Landschildkröten benötigen grundsätzlich anderes Futter als Wasserschildkröten.
Auch innerhalb dieser Gruppen bestehen Unterschiede. Eine mediterrane Landschildkröte hat andere Ernährungsbedürfnisse als eine tropische Waldschildkröte. Bei Wasserschildkröten unterscheiden sich Pflanzen- und Fleischanteil ebenfalls erheblich.
Rohfasergehalt
Für viele pflanzenfressende Landschildkröten ist ein hoher Rohfasergehalt besonders wichtig. Rohfaser unterstützt die Verdauung und sorgt dafür, dass die Nahrung der natürlichen Pflanzenkost ähnelt.
Sehr weiche, stärke- oder zuckerreiche Produkte besitzen oft zu wenig Struktur. Getrocknete Kräuter, Blätter und grobe Pflanzenfasern sind meist besser geeignet.
Eiweißgehalt
Der Eiweißgehalt muss zur Tierart passen. Mediterrane Landschildkröten benötigen nur wenig Eiweiß und sollten keine tierischen Produkte erhalten. Zu viel Protein kann Wachstum und Stoffwechsel ungünstig beeinflussen.
Bei jungen Wasserschildkröten ist ein höherer tierischer Anteil oft natürlicher. Trotzdem ist auch hier eine dauerhafte Überfütterung mit proteinreichem Futter problematisch.
Zucker und Obstanteil
Produkte mit Zuckerzusatz, Honig, Melasse oder einem hohen Anteil getrockneter Früchte sind für viele Schildkröten ungeeignet. Süße Zutaten erhöhen die Akzeptanz, entsprechen aber nicht automatisch einer artgerechten Ernährung.
Besonders Landschildkröten sollten möglichst zuckerarm gefüttert werden. Die Zutatenliste sollte daher genau geprüft werden.
Calciumgehalt
Calcium ist für Panzer und Knochen unverzichtbar. Ein Futter mit geeigneter Mineralstoffzusammensetzung kann die Versorgung unterstützen. Zusätzlich sollte eine natürliche Calciumquelle wie Sepiaschale angeboten werden.
Calciumpräparate dürfen jedoch nicht unkontrolliert überdosiert werden. Die Versorgung muss immer gemeinsam mit Beleuchtung, UV-Anteil und übriger Ernährung betrachtet werden.
Zusatzstoffe
Künstliche Farbstoffe, intensive Aromen und unnötige Konservierungsstoffe sind kein Qualitätsmerkmal. Ein gutes Futter sollte möglichst klar und verständlich deklariert sein.
Vitaminzusätze können sinnvoll sein, bergen bei übermäßiger Gabe jedoch das Risiko einer Überversorgung. Mehrere vitaminisierte Produkte sollten deshalb nicht unkontrolliert miteinander kombiniert werden.
Struktur und Größe
Die Größe der Pellets, Sticks oder Futtertiere muss zur Schildkröte passen. Jungtiere können große harte Stücke möglicherweise nicht aufnehmen. Sehr kleine Pellets werden von großen Tieren dagegen schnell verschluckt und beschäftigen sie kaum.
Bei Kräutermischungen ist eine grobe natürliche Struktur meist sinnvoll. Stark pulverisiertes Futter lässt sich schlechter selektieren und kann schneller verunreinigt werden.
Verpackungsgröße
Großpackungen wirken häufig preisgünstiger, sind aber nur sinnvoll, wenn das Futter innerhalb angemessener Zeit verbraucht wird. Nach dem Öffnen können Vitamine abgebaut werden, und Feuchtigkeit kann Schimmel oder Vorratsschädlinge begünstigen.
Für einzelne Tiere sind kleinere Packungen oft die bessere Wahl. Sie bleiben länger frisch und ermöglichen einen regelmäßigen Wechsel zwischen unterschiedlichen geeigneten Produkten.
Wie oft sollten Schildkröten gefüttert werden?
Die Fütterungshäufigkeit hängt von Art, Alter, Temperatur, Aktivität und Haltungsbedingungen ab. Landschildkröten mit Zugang zu einem bewachsenen Freigehege können einen großen Teil ihrer Nahrung selbst aufnehmen. Zusätzliches Futter muss dann entsprechend reduziert werden.
Jungtiere wachsen und benötigen regelmäßig Nahrung, dürfen jedoch nicht zu schnellem Wachstum gebracht werden. Erwachsene Tiere kommen mit kleineren Portionen und natürlichen Fresspausen zurecht.
Wasserschildkröten werden häufig zu oft gefüttert. Vor allem erwachsene Tiere benötigen nicht zwingend täglich größere Mengen tierisches Futter. Pflanzliche Bestandteile können je nach Art regelmäßig zur Verfügung stehen.
Eine starre allgemeine Futtermenge ist ungeeignet. Das Gewicht, der Panzerzustand und das Wachstum sollten regelmäßig kontrolliert werden. Bei Unsicherheit ist eine reptilienkundige tierärztliche Beratung sinnvoll.
Wie wird Schildkrötenfutter richtig gelagert?
Trockenfutter sollte kühl, trocken und lichtgeschützt aufbewahrt werden. Nach dem Öffnen muss die Verpackung gut verschlossen werden, damit keine Feuchtigkeit eindringt.
Kräutermischungen können in Papiertüten, Kartons oder geeigneten Behältern gelagert werden. Vollständig luftdichte Behälter sind nur sinnvoll, wenn das Futter absolut trocken ist. Restfeuchtigkeit kann sonst Schimmelbildung fördern.
Frostfutter gehört dauerhaft in den Gefrierschrank und sollte nur portionsweise entnommen werden. Aufgetautes Futter wird sofort verwendet und nicht erneut eingefroren.
Lebende Futtertiere benötigen artgerechte Lagerbedingungen. Werden sie schlecht versorgt, verlieren sie an Nährwert oder sterben ab. Tote oder auffällig riechende Futtertiere dürfen nicht mehr verwendet werden.
Typische Fehler bei der Fütterung
Einer der häufigsten Fehler ist die Überfütterung. Schildkröten betteln häufig sichtbar nach Futter und wirken dauerhaft hungrig. Dieses Verhalten bedeutet nicht automatisch, dass sie zusätzliche Nahrung benötigen.
Ein weiterer Fehler ist eine zu einseitige Ernährung. Ausschließlich Salat, ausschließlich Sticks oder ausschließlich getrocknete Garnelen reichen langfristig nicht aus.
Auch menschliche Lebensmittel sind ungeeignet. Brot, Nudeln, Käse, Wurst, Süßigkeiten, gewürzte Speisen und Essensreste gehören nicht in den Futternapf.
Bei Landschildkröten wird außerdem häufig zu viel Obst angeboten. Die Tiere fressen süße Früchte gern, können den hohen Zuckeranteil aber nicht sinnvoll verarbeiten.
Bei Wasserschildkröten bleiben Futterreste oft zu lange im Becken. Dadurch verschlechtert sich die Wasserqualität und die Keimbelastung steigt.
FAQ – häufige Fragen zu Schildkrötenfutter
Was ist das beste Futter für Landschildkröten?
Für viele mediterrane Landschildkröten besteht die beste Ernährung überwiegend aus abwechslungsreichen, faserreichen Wildkräutern. Dazu können Löwenzahn, Wegerich, Malve, Disteln, Brennnesseln und andere ungiftige Wiesenpflanzen gehören. Getrocknete Kräutermischungen können die Versorgung ergänzen, insbesondere in futterarmen Monaten. Obst, tierisches Eiweiß und stark wasserhaltiges Gemüse sollten vermieden oder nur in klar begründeten Ausnahmefällen gegeben werden.
Was dürfen Wasserschildkröten fressen?
Wasserschildkröten fressen je nach Art und Alter eine Mischung aus tierischen und pflanzlichen Bestandteilen. Dazu können Wasserpflanzen, Blattsalate, Kräuter, Regenwürmer, Schnecken, Insektenlarven, kleine Krebstiere, Frostfutter und geeignete Pellets gehören. Jungtiere vieler Arten benötigen einen höheren tierischen Anteil. Erwachsene Tiere fressen häufig stärker pflanzenbetont. Die genaue Ernährung sollte immer an die Art angepasst werden.
Dürfen Schildkröten Obst fressen?
Viele mediterrane Landschildkröten sollten kein oder nur äußerst selten Obst erhalten. Der hohe Zuckergehalt kann die Darmflora stören und Verdauungsprobleme verursachen. Dass die Tiere Obst gern fressen, ist kein Beweis für dessen Eignung. Bei einigen tropischen Schildkrötenarten kann ein kleiner Obstanteil natürlicherweise vorkommen. Hier gelten andere Empfehlungen, die sich nach der jeweiligen Art richten.
Ist Salat als Schildkrötenfutter geeignet?
Salat kann in begrenztem Umfang verwendet werden, ist für Landschildkröten jedoch meist kein ideales Hauptfutter. Viele Salatsorten enthalten viel Wasser und relativ wenig Rohfaser. Wildkräuter sind in der Regel deutlich geeigneter. Wenn vorübergehend Salat gefüttert wird, sollten dunkle, strukturreiche Blattsalate bevorzugt und mit getrockneten Kräutern oder anderen geeigneten Pflanzen kombiniert werden.
Wie viel Futter braucht eine Schildkröte?
Die benötigte Menge hängt von Art, Alter, Gewicht, Aktivität, Temperatur und Haltungsform ab. Es gibt keine einheitliche Portionsgröße für alle Schildkröten. Tiere in einem bepflanzten Freigehege nehmen möglicherweise bereits viel Nahrung selbstständig auf. Wasserschildkröten werden häufig überfüttert, weil sie sehr aktiv nach Futter verlangen. Gewicht und Wachstum sollten regelmäßig dokumentiert werden, um eine Überversorgung frühzeitig zu erkennen.
Kann Schildkrötenfutter als Alleinfutter verwendet werden?
Manche Produkte werden als Alleinfutter bezeichnet und sind grundsätzlich so zusammengesetzt, dass sie einen großen Teil der Versorgung übernehmen können. Trotzdem ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit natürlichen Futterbestandteilen meist sinnvoller. Landschildkröten profitieren von frischen Wildkräutern, während Wasserschildkröten Wasserpflanzen und geeignete Futtertiere erhalten sollten. Fertigfutter sollte deshalb häufig eher als Bestandteil als als alleinige Lösung betrachtet werden.
Warum frisst meine Schildkröte kein Trockenfutter?
Die ungewohnte Struktur, ein schwacher Geruch oder persönliche Futtervorlieben können dazu führen, dass Trockenfutter zunächst abgelehnt wird. Kräuterpellets können abhängig von der Herstellerempfehlung leicht angefeuchtet und mit bekannten Pflanzen vermischt werden. Auch Temperatur, Beleuchtung, Gesundheitszustand und Jahreszeit beeinflussen den Appetit. Frisst eine Schildkröte über längere Zeit gar nicht oder zeigt weitere Auffälligkeiten, sollte sie reptilienkundig untersucht werden.
Brauchen Schildkröten zusätzlich Vitamine?
Bei abwechslungsreicher, artgerechter Ernährung und korrekter Haltung sind zusätzliche Vitaminpräparate nicht immer erforderlich. Besonders fettlösliche Vitamine können bei Überdosierung gesundheitliche Schäden verursachen. Calcium und UV-Licht sind besonders wichtig, müssen aber ebenfalls passend zur Tierart und Haltung angeboten werden. Vitaminpräparate sollten deshalb nur gezielt und nach fachkundiger Empfehlung verwendet werden.
Ist Sepiaschale für Schildkröten sinnvoll?
Sepiaschale ist eine praktische Calciumquelle und kann vielen Land- und Wasserschildkröten frei angeboten werden. Die Tiere knabbern daran und nutzen sie teilweise gleichzeitig zur Schnabelabnutzung. Die Sepiaschale ersetzt jedoch keine ausgewogene Ernährung und keine geeignete UV-Versorgung. Stark verschmutzte oder alte Stücke sollten ausgetauscht werden.
Dürfen Landschildkröten tierisches Futter bekommen?
Mediterrane Landschildkröten sollten normalerweise kein Fleisch, Katzenfutter, Hundefutter, Ei, Käse oder anderes tierisches Eiweiß erhalten. Ihr Verdauungssystem ist auf eine pflanzenreiche, rohfaserhaltige und eiweißarme Nahrung angepasst. Zu viel tierisches Eiweiß kann Stoffwechsel und Organe belasten und ein unnatürlich schnelles Wachstum fördern.
Warum wird das Wasser nach dem Füttern so schnell schmutzig?
Futterreste, Kot und zerfallende Sticks setzen Nährstoffe frei und belasten das Wasser. Es sollte deshalb nur so viel gefüttert werden, wie die Schildkröte innerhalb kurzer Zeit frisst. Reste werden anschließend entfernt. Einige Halter füttern in einem separaten Behälter, wobei zusätzlicher Stress vermieden werden muss. Ein leistungsfähiger Filter und regelmäßige Wasserwechsel bleiben trotzdem notwendig.
Kann man Schildkröten mit Fischfutter füttern?
Normales Fischfutter ist nicht automatisch für Schildkröten geeignet. Es kann andere Nährstoffverhältnisse besitzen und ist häufig nicht auf deren Calcium-, Vitamin- und Proteinbedarf abgestimmt. Einzelne Bestandteile können gelegentlich gefressen werden, sollten aber kein speziell ausgewähltes Schildkrötenfutter und keine natürliche Nahrung ersetzen.
Schildkrötenfutter Test bei Stiftung Warentest & Co
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Schildkrötenfutter Testsieger
Stiftung Warentest ist bekannt dafür, eine Vielzahl an Produkte einem genauen Test zu unterziehen. Schildkrötenfutter wurden bisher noch nicht getestet, so dass wir Ihnen keinen Schildkrötenfutter Testsieger präsentieren können.
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Fazit zu Schildkrötenfutter
Das richtige Schildkrötenfutter ist eine entscheidende Grundlage für Gesundheit, Wachstum und eine stabile Panzerentwicklung. Dabei gibt es kein universelles Futter, das für jede Schildkrötenart gleichermaßen geeignet ist. Landschildkröten und Wasserschildkröten besitzen sehr unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse, die zusätzlich vom Alter, natürlichen Lebensraum und Aktivitätsniveau beeinflusst werden.
Für viele mediterrane Landschildkröten sollten abwechslungsreiche Wildkräuter den größten Teil des Speiseplans bilden. Sie liefern Rohfaser, besitzen eine natürliche Struktur und entsprechen dem ursprünglichen Nahrungsangebot. Getrocknete Kräuter, Blüten und geeignete Pellets können ergänzend eingesetzt werden. Obst, Fleisch, Milchprodukte und stark eiweißhaltige Futtermittel sind dagegen weitgehend ungeeignet.
Bei Wasserschildkröten ist eine Mischung aus pflanzlichen und tierischen Bestandteilen erforderlich. Junge Tiere vieler Arten fressen mehr Insekten, Würmer, Kleinkrebse oder andere tierische Nahrung. Mit zunehmendem Alter wird bei zahlreichen Arten ein höherer Pflanzenanteil wichtig. Pellets und Sticks sind praktisch, dürfen aber nicht automatisch die gesamte Fütterung bestimmen.
Beim Kauf sollten Halter auf eine klare Deklaration, geeignete Rohfaser- und Eiweißwerte, wenig Zucker, passende Stückgrößen und eine möglichst natürliche Zusammensetzung achten. Auffällig bunte oder stark aromatisierte Produkte sind nicht zwangsläufig hochwertig. Große Packungen lohnen sich nur, wenn das Futter frisch und trocken verbraucht werden kann.
Neben der Ernährung spielen Haltung, Temperatur, UV-Beleuchtung, Calciumversorgung, Wasserqualität und ausreichend Platz eine ebenso wichtige Rolle. Selbst das beste Schildkrötenfutter kann eine ungeeignete Umgebung nicht ausgleichen. Wer die Bedürfnisse seiner Schildkrötenart genau kennt, verschiedene geeignete Futtermittel sinnvoll kombiniert und Überfütterung vermeidet, schafft jedoch eine solide Grundlage für ein langes und gesundes Schildkrötenleben.
Zuletzt Aktualisiert am 20.07.2026
Letzte Aktualisierung am 10.08.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
