Ein Backstein gehört zu den ältesten und gleichzeitig vielseitigsten Baustoffen überhaupt. Gebrannte Ziegel werden seit Jahrhunderten für Mauern, Fassaden, Gartenanlagen, Wege und zahlreiche gestalterische Projekte verwendet. Auch heute sind Backsteine beliebt, weil sie robust, vergleichsweise langlebig und in vielen Formaten, Farben und Oberflächen erhältlich sind. Je nach Ausführung kann ein Backstein tragende Aufgaben übernehmen, als Sichtmauerwerk dienen oder ausschließlich dekorativ eingesetzt werden. Genau diese Vielseitigkeit macht die Auswahl jedoch anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick scheint.
Wer Backsteine kaufen möchte, sollte zunächst klären, wofür sie verwendet werden sollen. Ein Stein für eine Gartenmauer muss andere Anforderungen erfüllen als ein Ziegel für eine tragende Außenwand. Auch Frostbeständigkeit, Druckfestigkeit, Wasseraufnahme, Format und Oberflächenbeschaffenheit spielen eine wichtige Rolle. Bei Sichtmauerwerk kommt zusätzlich die Optik hinzu. Rötliche, braune, beige oder dunkel gebrannte Steine erzeugen völlig unterschiedliche Wirkungen und können sowohl zu modernen als auch zu klassischen Gebäuden passen.
Hinzu kommt die Frage, ob neue oder gebrauchte Backsteine verwendet werden sollen. Historische Ziegel besitzen häufig eine besondere Patina und eignen sich hervorragend für rustikale Gartenprojekte oder Sanierungen. Ihre technischen Eigenschaften können allerdings stark variieren. Neue Ziegel sind dagegen hinsichtlich Abmessungen und Qualität meist gleichmäßiger und lassen sich einfacher planen und verarbeiten.
Dieser ausführliche Ratgeber erklärt, was ein Backstein ist, welche unterschiedlichen Arten erhältlich sind und worauf bei Auswahl, Verarbeitung und Pflege geachtet werden sollte. Darüber hinaus geht es um Mauerwerk, Gartenprojekte, Sichtmauerwerk, Frostbeständigkeit und sinnvolle Alternativen. Dadurch lässt sich wesentlich gezielter entscheiden, welcher Backstein zum geplanten Einsatz passt.
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Was ist ein Backstein?
Ein Backstein ist ein künstlich hergestellter Mauerstein, der überwiegend aus tonhaltigen Rohstoffen besteht. Das Material wird aufbereitet, geformt, getrocknet und anschließend bei hohen Temperaturen gebrannt. Durch diesen Brennvorgang erhält der Stein seine Festigkeit und typische Farbe.
Die genaue Farbgebung hängt unter anderem von der Zusammensetzung des verwendeten Tons, der Brenntemperatur und dem Sauerstoffgehalt während des Brennvorgangs ab. Klassische Backsteine erscheinen rötlich bis orange, es gibt jedoch auch gelbliche, braune, graue und nahezu schwarze Varianten.
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Backstein und Ziegel häufig synonym verwendet. Technisch umfasst der Begriff Ziegel verschiedene Bauprodukte, beispielsweise Mauerziegel, Klinker, Dachziegel oder spezielle Formsteine. Backstein wird dagegen häufig für klassische gebrannte Mauersteine beziehungsweise sichtbare Ziegel verwendet.
Backsteine können massiv oder gelocht ausgeführt sein. Vollsteine besitzen einen weitgehend geschlossenen Querschnitt und sind vergleichsweise schwer. Moderne Hochlochziegel enthalten dagegen zahlreiche Hohlräume, wodurch Gewicht und Wärmeleitfähigkeit reduziert werden können. Für dekorative Gartenmauern kommen wiederum häufig massive oder historische Steine zum Einsatz.
Vorteile von Backsteinen
Ein wesentlicher Vorteil ist die lange Lebensdauer. Hochwertig gebrannte und korrekt verarbeitete Ziegel können viele Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte überdauern. Historische Gebäude zeigen eindrucksvoll, wie beständig dieses Material sein kann.
Auch die Optik gehört zu den Stärken. Sichtbare Backsteinflächen wirken charakteristisch und benötigen keine zusätzliche Fassadenverkleidung. Je nach Farbe und Fugenbild können sie rustikal, industriell, klassisch oder sehr modern wirken.
Ziegel sind außerdem nicht brennbar und besitzen eine hohe Temperaturbeständigkeit. Hinzu kommen gute bauphysikalische Eigenschaften, die jedoch stark vom jeweiligen Ziegeltyp und Wandaufbau abhängig sind.
Nachteile von Backsteinen
Klassische Vollbacksteine besitzen ein relativ hohes Gewicht. Bei größeren Bauprojekten entstehen dadurch entsprechende Transport- und Verarbeitungsaufwände. Auch eine geeignete Unterkonstruktion beziehungsweise ein tragfähiges Fundament ist notwendig.
Ein weiterer Nachteil kann die Wasseraufnahme sein. Nicht jeder Backstein ist für dauerhaft feuchte oder stark frostbelastete Bereiche geeignet. Wird ein ungeeigneter Stein im Außenbereich eingesetzt, kann eindringendes Wasser gefrieren und langfristig Abplatzungen verursachen.
Bei Sichtmauerwerk ist außerdem eine sorgfältige Verarbeitung erforderlich. Ungleichmäßige Fugen oder Mörtelverschmutzungen bleiben dauerhaft sichtbar und lassen sich später nur eingeschränkt korrigieren.
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Unterschiedliche Arten von Backsteinen
Vollbackstein
Ein Vollbackstein besitzt nur wenige beziehungsweise sehr kleine Hohlräume. Dadurch ist er schwer und vergleichsweise massiv. Klassische historische Ziegel wurden häufig in dieser Bauform hergestellt.
Vollsteine können hohe Druckkräfte aufnehmen und bieten aufgrund ihrer Masse gute Eigenschaften bei bestimmten Schallschutzanwendungen. Ihre Wärmedämmung ist im Vergleich zu modernen hochporisierten Ziegeln jedoch deutlich geringer.
Für Gartenmauern, dekorative Projekte und Sanierungen werden Vollbacksteine noch häufig verwendet. Bei tragenden Bauwerken müssen selbstverständlich die konkreten technischen Kennwerte des verwendeten Steins berücksichtigt werden.
Hochlochziegel
Hochlochziegel besitzen zahlreiche senkrecht verlaufende Hohlräume. Sie gehören zu den wichtigsten modernen Mauersteinen und werden insbesondere für Außen- und Innenwände verwendet.
Durch die Lochstruktur sinkt das Gewicht und gleichzeitig kann die Wärmedämmung verbessert werden. Moderne Varianten besitzen teilweise zusätzliche Dämmstofffüllungen oder besonders optimierte Kammergeometrien.
Diese Steine sind allerdings weniger für eine sichtbare rustikale Backsteinoptik gedacht. Nach dem Mauern werden sie normalerweise verputzt oder anderweitig verkleidet.
Klinker
Klinker werden bei besonders hohen Temperaturen gebrannt und besitzen eine sehr dichte Oberfläche. Dadurch nehmen sie vergleichsweise wenig Wasser auf und sind besonders widerstandsfähig gegenüber Witterung und Frost.
Sie werden häufig für Fassaden, Sockelbereiche und Außenmauern eingesetzt. Klinker gibt es in sehr vielen Farben und Oberflächenstrukturen. Klassische rote Klinker sind ebenso erhältlich wie graue, anthrazitfarbene, beige oder bunt geflammte Varianten.
Aufgrund ihrer hohen Witterungsbeständigkeit sind sie besonders interessant, wenn eine dauerhaft sichtbare Außenfläche geschaffen werden soll.
Verblender
Verblender dienen hauptsächlich der optischen Gestaltung von Fassaden und Sichtmauerwerk. Sie können als vollwertige Vormauerziegel oder als dünnere Riemchen ausgeführt sein.
Eine klassische zweischalige Außenwand kann beispielsweise aus tragendem Hintermauerwerk, Dämmung beziehungsweise Luftschicht und einer äußeren Verblendschale bestehen. Die äußere Schicht schützt vor Witterung und bestimmt gleichzeitig die Optik.
Backsteinriemchen
Backsteinriemchen sind dünne keramische Elemente, die optisch wie echte Backsteine wirken, aber keine vollständige Steinbreite besitzen. Sie werden auf geeignete Untergründe geklebt und anschließend verfugt.
Der Vorteil liegt im geringeren Gewicht und Platzbedarf. Dadurch lässt sich eine Backsteinoptik auch dort realisieren, wo keine komplette Vormauerschale aufgebaut werden kann.
Riemchen eignen sich sowohl für Fassaden als auch für Innenwände, beispielsweise im Wohnzimmer oder in der Küche.
Historische Backsteine
Historische beziehungsweise gebrauchte Backsteine stammen häufig aus Abrissgebäuden. Sie besitzen eine unregelmäßige Oberfläche, natürliche Farbunterschiede und teilweise sichtbare Gebrauchsspuren.
Genau diese Patina macht sie für Sanierungen und rustikale Gartenprojekte besonders interessant. Bei technischen Bauwerken muss jedoch sorgfältig geprüft werden, ob Festigkeit und Frostbeständigkeit ausreichend sind.
Auch Mörtelreste müssen gegebenenfalls entfernt werden. Dadurch kann der Arbeitsaufwand deutlich höher sein als bei neuen Steinen.
Handstrichziegel
Handstrichziegel besitzen eine charakteristisch unregelmäßige Oberfläche. Bei der traditionellen Herstellung wurde der Ton von Hand in Formen gestrichen. Moderne Produkte imitieren oder reproduzieren diese Optik teilweise maschinell.
Die leicht unregelmäßige Struktur sorgt für ein lebendiges Fassadenbild und passt besonders gut zu klassischen oder rustikalen Gebäuden.
Wasserstrichziegel
Bei Wasserstrichziegeln wird Wasser als Trennmittel beim Formprozess verwendet. Dadurch entsteht eine typische relativ glatte, aber leicht strukturierte Oberfläche.
Diese Ziegel werden häufig als Sicht- beziehungsweise Vormauerziegel eingesetzt und sind in zahlreichen Farbtönen erhältlich.
Backstein für den Garten
Für Gartenprojekte werden häufig massive, frostbeständige Ziegel oder Klinker eingesetzt. Sie können beispielsweise kleine Mauern, Hochbeete, Einfassungen oder dekorative Elemente bilden.
Entscheidend ist die Witterungsbeständigkeit. Nicht jeder Innenmauerziegel eignet sich dauerhaft für direkten Regen- und Frostkontakt.
Alternativen zum Backstein
Kalksandstein
Kalksandstein besteht überwiegend aus Kalk, Sand und Wasser und wird unter Dampfdruck gehärtet. Er besitzt eine hohe Rohdichte und bietet dadurch gute Schallschutzeigenschaften.
Optisch unterscheidet er sich deutlich vom klassischen roten Backstein. Sichtflächen erscheinen meist hellgrau beziehungsweise weiß. Im Wohnungsbau wird Kalksandstein häufig in Kombination mit zusätzlicher Wärmedämmung eingesetzt.
Porenbeton
Porenbeton ist leicht und lässt sich vergleichsweise einfach sägen und verarbeiten. Die vielen eingeschlossenen Luftporen sorgen für gute Wärmedämmeigenschaften.
Für klassische Sichtmauerwerke ist das Material weniger geeignet, da die Oberfläche normalerweise verputzt oder verkleidet wird.
Betonstein
Betonsteine sind in zahlreichen Formen und Größen erhältlich und werden sowohl im Hochbau als auch im Garten verwendet. Sie können sehr robust und kostengünstig sein.
Für Gartenmauern gibt es dekorative Betonsteine, die Naturstein oder andere Materialien imitieren. Die charakteristische Optik eines echten gebrannten Backsteins wird jedoch nur eingeschränkt erreicht.
Naturstein
Natursteine wie Granit, Sandstein oder Basalt sind besonders langlebig und erzeugen eine natürliche Optik. Für Gartenmauern und hochwertige Außenanlagen sind sie eine interessante Alternative.
Verarbeitung und Materialkosten können jedoch deutlich höher ausfallen. Außerdem sind die Steine häufig schwerer und unregelmäßiger.
Backsteinriemchen statt Vollstein
Wenn ausschließlich die Backsteinoptik gewünscht ist, können dünne Riemchen sinnvoller sein als vollständige Steine. Sie reduzieren Gewicht und Aufbauhöhe deutlich.
Besonders im Innenbereich sind sie praktisch, da keine umfangreiche Mauerwerkskonstruktion erforderlich ist.
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Beliebte Backsteinarten und Hersteller
| Produktname | Marke | Ungefährer Preis | Kurze Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Poroton Mauerziegel | Wienerberger | ca. 2 bis 10 € pro Stein je nach Format | Moderne Hochlochziegel für unterschiedliche Wandaufbauten und energetische Anforderungen. |
| Terca Vormauerziegel | Wienerberger | ca. 1 bis 4 € pro Stein | Große Auswahl an Sicht- und Vormauerziegeln in unterschiedlichen Farben und Oberflächen. |
| Klinker | Röben | ca. 1 bis 5 € pro Stein | Witterungsbeständige Klinkersteine für Fassaden und Sichtmauerwerk mit umfangreicher Farbauswahl. |
| Vormauerziegel | Deppe | ca. 1 bis 4 € pro Stein | Fassadenziegel und Klinker in zahlreichen Oberflächen und Farbtönen. |
| Handformziegel | Nelissen | ca. 1,50 bis 5 € pro Stein | Charakteristische Sichtziegel mit lebendigen Oberflächen für klassische und moderne Fassaden. |
| Historische Backsteine | verschiedene Baustoffhändler | ca. 1 bis 5 € pro Stein | Gebrauchte beziehungsweise aufbereitete Ziegel für Sanierung, Garten und dekoratives Mauerwerk. |
Worauf beim Kauf von Backsteinen achten?
Einsatzbereich
Der wichtigste Punkt ist der konkrete Einsatzzweck. Ein Stein für eine tragende Wand benötigt definierte statische Eigenschaften. Ein Fassadenklinker muss dagegen besonders witterungsbeständig sein. Für rein dekorative Innenwände stehen wiederum andere Kriterien im Vordergrund.
Deshalb sollte niemals ausschließlich nach Farbe oder Preis entschieden werden. Die technische Zulassung beziehungsweise Herstellerbeschreibung muss zum geplanten Bauvorhaben passen.
Frostbeständigkeit
Bei Außenanwendungen ist Frostbeständigkeit besonders wichtig. Ein Stein nimmt je nach Porenstruktur unterschiedlich viel Wasser auf. Gefriert dieses Wasser im Inneren, kann es sich ausdehnen und Materialschäden verursachen.
Klinker sind aufgrund ihrer dichten Struktur häufig besonders frostbeständig. Bei gebrauchten historischen Backsteinen sollte dieser Punkt dagegen individuell geprüft werden.
Wasseraufnahme
Die Wasseraufnahme beeinflusst sowohl Witterungsbeständigkeit als auch Mörtelverarbeitung. Stark saugende Ziegel können dem Mörtel schnell Feuchtigkeit entziehen.
Für Außenbereiche ist eine geringe Wasseraufnahme häufig von Vorteil. Der konkrete zulässige Bereich hängt jedoch vom Stein und vorgesehenen Einsatzzweck ab.
Druckfestigkeit
Bei tragenden Konstruktionen ist die Druckfestigkeit ein zentrales technisches Merkmal. Sie gibt an, welche Belastungen der Stein aufnehmen kann.
Für statisch relevante Bauwerke müssen die Planung und Ausführung den geltenden baurechtlichen und technischen Vorgaben entsprechen. Hier sollte nicht anhand allgemeiner Erfahrungswerte improvisiert werden.
Format
Backsteine gibt es in unterschiedlichen Formaten. Klassische deutsche Ziegelformate unterscheiden sich beispielsweise in Länge, Breite und Höhe. Das gewählte Format beeinflusst Fugenbild, Materialbedarf und Arbeitsaufwand.
Bei Sanierungen sollte das neue Steinformat möglichst zum vorhandenen Mauerwerk passen. Schon kleine Unterschiede können das Fugenbild deutlich verändern.
Farbe
Die Farbe entsteht hauptsächlich durch Rohstoff und Brennprozess. Da Ziegel Naturprodukte sind, können leichte Farbabweichungen selbst innerhalb einer Produktionscharge auftreten.
Bei größeren Sichtflächen empfiehlt es sich deshalb, Steine aus mehreren Paletten gemischt zu verarbeiten. Dadurch verteilen sich Farbunterschiede gleichmäßig und es entstehen keine auffälligen Farbfelder.
Oberfläche
Glatte, strukturierte, handgeformte oder künstlich gealterte Oberflächen erzeugen sehr unterschiedliche Wirkungen. Für moderne Gebäude werden häufig klare, gleichmäßige Ziegel verwendet, während rustikale Projekte von unregelmäßigen Oberflächen profitieren.
Raue Steine können allerdings mehr Schmutz aufnehmen und schwieriger zu reinigen sein.
Maßtoleranzen
Neue industrielle Ziegel sind meist relativ maßhaltig. Historische oder handgeformte Steine weisen deutlich größere Abweichungen auf. Für rustikales Mauerwerk ist dies häufig gewünscht.
Wer ein sehr gleichmäßiges modernes Fugenbild möchte, sollte dagegen möglichst maßhaltige Steine auswählen.
Benötigte Menge
Vor der Bestellung sollte der Materialbedarf anhand der Mauerfläche und des gewählten Formats berechnet werden. Zusätzlich wird eine Reserve für Bruch, Zuschnitte und spätere Reparaturen benötigt.
Gerade bei besonderen Farben oder Produktionsserien ist es sinnvoll, einige zusätzliche Steine aufzubewahren. Später kann genau dieselbe Charge möglicherweise nicht mehr verfügbar sein.
Backsteine richtig vermauern
Für eine stabile Mauer benötigt man einen geeigneten Untergrund beziehungsweise ein passendes Fundament. Besonders frei stehende Gartenmauern dürfen nicht einfach auf weichem Erdreich aufgebaut werden. Frost und Bodenbewegungen können sonst zu Rissen oder Schiefstellungen führen.
Der verwendete Mauermörtel muss zum Backstein und Einsatzzweck passen. Bei historischen Ziegeln können andere Mörtelanforderungen gelten als bei modernen Steinen. Zu harter Mörtel kann bei alten Bauwerken unter Umständen problematisch sein.
Während des Mauerns müssen horizontale und vertikale Ausrichtung regelmäßig kontrolliert werden. Schnur, Wasserwaage und geeignete Messwerkzeuge erleichtern eine gerade Ausführung.
Bei Sichtmauerwerk sollten Mörtelreste möglichst früh entfernt werden. Eingetrocknete Verschmutzungen lassen sich später teilweise nur schwer beseitigen.
Backstein im Garten verwenden
Im Garten lassen sich Backsteine besonders vielseitig einsetzen. Kleine Mauern können Beete einfassen, Höhenunterschiede gestalten oder dekorative Bereiche abgrenzen. Auch Hochbeete und Sitzbereiche lassen sich mit geeigneten Ziegeln realisieren.
Historische Backsteine wirken besonders attraktiv in naturnahen oder rustikalen Gärten. Die unregelmäßigen Farben harmonieren gut mit Pflanzen und Naturstein.
Für Wege können geeignete Pflasterklinker verwendet werden. Normale Mauerziegel sind dagegen nicht automatisch für Bodenbelastungen und dauerhafte Nässe geeignet. Für horizontal beanspruchte Flächen sollte deshalb ein ausdrücklich geeignetes Produkt ausgewählt werden.
Backstein reinigen und pflegen
Backsteinfassaden benötigen grundsätzlich relativ wenig Pflege. Lose Verschmutzungen lassen sich mit Bürste und Wasser entfernen. Bei stärkeren Ablagerungen können spezielle Fassadenreiniger eingesetzt werden.
Aggressive Säuren sollten nicht ohne genaue Kenntnis verwendet werden. Sie können Fugen, Steinoberfläche oder angrenzende Bauteile beschädigen. Vor einer umfangreichen Reinigung empfiehlt sich immer ein Test an einer unauffälligen Stelle.
Hochdruckreiniger können problematisch sein, wenn der Wasserstrahl zu stark auf Fugen oder weiche historische Steine gerichtet wird. Dadurch kann Material abgetragen oder Wasser tief in die Konstruktion gedrückt werden.
Bei älteren Mauern sollten beschädigte Fugen rechtzeitig ausgebessert werden. Offene Fugen ermöglichen zusätzlichen Wassereintritt und können langfristig weitere Schäden verursachen.
Neue oder gebrauchte Backsteine?
Neue Steine bieten gleichmäßige Abmessungen und klar dokumentierte technische Eigenschaften. Sie sind deshalb für planbare Bauprojekte meistens die einfachere Wahl.
Gebrauchte Backsteine besitzen dagegen eine einzigartige Optik. Jeder Stein kann leichte Unterschiede und Gebrauchsspuren aufweisen. Für historische Gebäude und Gartenmauern kann genau das erwünscht sein.
Allerdings sollte der Zustand sorgfältig kontrolliert werden. Stark verwitterte, gerissene oder bereits abplatzende Steine sind für belastete beziehungsweise stark frostexponierte Konstruktionen möglicherweise nicht geeignet.
FAQ zu Backsteinen
Was ist der Unterschied zwischen Backstein und Ziegel?
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden beide Begriffe häufig gleich verwendet. Ziegel ist jedoch der umfassendere Fachbegriff für gebrannte keramische Bauprodukte. Backstein bezeichnet meist einen gebrannten Mauerstein beziehungsweise klassischen roten Ziegel.
Was ist der Unterschied zwischen Backstein und Klinker?
Klinker werden besonders hoch gebrannt und besitzen dadurch eine dichtere Struktur und geringere Wasseraufnahme. Sie sind besonders witterungs- und frostbeständig. Ein normaler Backstein kann poröser sein und ist nicht automatisch für stark beanspruchte Außenflächen geeignet.
Sind Backsteine frostfest?
Nicht jeder Backstein ist automatisch frostfest. Die Eignung hängt von Brennung, Porenstruktur und Wasseraufnahme ab. Für den Außenbereich sollte ausdrücklich frostbeständiges Material verwendet werden.
Kann man alte Backsteine wiederverwenden?
Ja, sofern sie ausreichend intakt sind. Mörtelreste müssen entfernt und die Steine auf Risse, Abplatzungen und starke Verwitterung kontrolliert werden. Für tragende Bauteile sollte die technische Eignung besonders sorgfältig geprüft werden.
Wie viele Backsteine braucht man pro Quadratmeter?
Die benötigte Menge hängt vom Steinformat und der Fugenbreite ab. Je kleiner das Format, desto mehr Steine werden pro Quadratmeter benötigt. Hersteller beziehungsweise Baustoffhändler geben normalerweise entsprechende Verbrauchswerte an. Zusätzlich sollte eine Reserve eingeplant werden.
Kann man Backsteine für ein Hochbeet verwenden?
Ja, geeignete frostbeständige Backsteine können für gemauerte Hochbeete verwendet werden. Wichtig sind ein stabiler Untergrund, passende Mörtelverarbeitung und gegebenenfalls eine geeignete Abdichtung beziehungsweise Trennung zur dauerhaft feuchten Erde.
Kann man Backsteine als Pflaster verwenden?
Nur dafür geeignete Pflasterklinker beziehungsweise entsprechende Steine sollten dauerhaft als Bodenbelag verwendet werden. Normale Mauerziegel können bei Nässe, Frost und mechanischer Belastung schneller beschädigt werden.
Warum sind Backsteine rot?
Die klassische rötliche Farbe entsteht insbesondere durch eisenhaltige Bestandteile im Ton und die chemischen Prozesse während des Brennens. Abhängig von Rohstoff und Brennatmosphäre können jedoch auch gelbe, braune, graue oder dunkle Farbtöne entstehen.
Kann man Backsteinwände streichen?
Grundsätzlich ist das möglich, jedoch geht dadurch die natürliche Oberfläche teilweise verloren. Außerdem muss die Farbe für mineralische beziehungsweise keramische Untergründe geeignet und ausreichend diffusionsoffen sein. Bei historischen Fassaden sollte ein entsprechendes Fachkonzept erstellt werden.
Wie lange halten Backsteine?
Hochwertige Backsteine können bei korrekter Konstruktion und Verarbeitung sehr lange halten. Zahlreiche historische Gebäude mit mehreren hundert Jahre altem Ziegelmauerwerk zeigen die mögliche Lebensdauer. Entscheidend sind Steinqualität, Mörtel, Feuchtebelastung und regelmäßige Instandhaltung.
Backstein Test bei Stiftung Warentest & Co
| Stiftung Warentest | Backstein Test bei test.de |
| Öko-Test | Backstein Test bei Öko-Test |
| Konsument.at | Backstein bei konsument.at |
| gutefrage.net | Backstein bei Gutefrage.de |
| Youtube.com | Backstein bei Youtube.com |
Backstein Testsieger
Stiftung Warentest ist bekannt dafür, eine Vielzahl an Produkte einem genauen Test zu unterziehen. Backsteine wurden bisher noch nicht getestet, so dass wir Ihnen keinen Backstein Testsieger präsentieren können.
Backstein Stiftung Warentest
Leider ist uns momentan kein Backstein Stiftung Warentest Sieger bekannt.
Fazit zum Backstein
Backsteine sind robuste und ausgesprochen vielseitige Baustoffe, die sich für tragendes Mauerwerk, Fassaden, Gartenmauern und zahlreiche dekorative Projekte einsetzen lassen. Ihre typische gebrannte Oberfläche sorgt für eine charakteristische Optik, die sowohl bei historischen Gebäuden als auch in moderner Architektur funktioniert. Gleichzeitig können hochwertige Ziegel bei fachgerechter Verarbeitung eine außergewöhnlich lange Lebensdauer erreichen.
Entscheidend ist jedoch, den richtigen Stein für den jeweiligen Einsatzzweck auszuwählen. Ein klassischer poröser Mauerziegel ist nicht automatisch für eine dauerhaft bewitterte Gartenmauer geeignet. Für Außenbereiche sind Frostbeständigkeit und Wasseraufnahme besonders wichtig. Klinker bieten hier häufig Vorteile, weil sie dichter gebrannt werden und nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen.
Bei tragenden Bauwerken kommen zusätzlich technische Eigenschaften wie Druckfestigkeit, Steinformat und zugelassener Mörtel hinzu. Solche Konstruktionen sollten anhand der geltenden bautechnischen Anforderungen geplant werden. Für rein dekorative Projekte stehen dagegen Farbe, Oberfläche und das gewünschte Fugenbild stärker im Mittelpunkt.
Gebrauchte historische Backsteine können eine besonders attraktive Alternative zu neuen Steinen sein. Sie besitzen natürliche Farbunterschiede und eine Patina, die sich mit industriell gleichmäßigen Produkten nur schwer nachbilden lässt. Dafür ist der Aufwand für Reinigung und Qualitätskontrolle höher.
Wer Einsatzbereich, Frostbeständigkeit, Format, Materialqualität und gewünschte Optik sorgfältig berücksichtigt, erhält mit Backsteinen einen langlebigen und gestalterisch vielseitigen Baustoff. Ob als klassische rote Gartenmauer, moderne Klinkerfassade oder dekorative Innenwand – ein passend ausgewählter Backstein verbindet hohe Beständigkeit mit einer zeitlosen und unverwechselbaren Optik.
Zuletzt Aktualisiert am 16.08.2026
Letzte Aktualisierung am 16.08.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
