Ein Schiffskompass gehört zu den klassischen und zugleich wichtigsten Navigationsinstrumenten an Bord eines Bootes oder Schiffes. Auch wenn moderne GPS-Geräte, Kartenplotter und Navigations-Apps heute einen großen Teil der Routenplanung übernehmen, bleibt ein zuverlässiger Magnetkompass eine wichtige unabhängige Orientierungshilfe. Er benötigt weder Satellitenempfang noch eine Internetverbindung und funktioniert grundsätzlich auch dann, wenn die Bordelektronik ausfällt. Gerade auf längeren Fahrten, bei schlechter Sicht oder auf Gewässern mit wenigen markanten Orientierungspunkten kann ein gut ablesbarer Schiffskompass deshalb weiterhin einen echten Sicherheitsgewinn darstellen. Beim Kauf sollte jedoch nicht einfach irgendein Kompass ausgewählt werden. Bauart, Einbauposition, Kompassrose, Beleuchtung, Dämpfung, Ausgleichsmöglichkeiten und Ablesbarkeit unterscheiden sich je nach Modell deutlich. Während auf kleinen Motorbooten häufig kompakte Aufbaukompasse ausreichen, werden auf Segelbooten oft größere, besonders gut ablesbare Modelle bevorzugt. Ebenso wichtig ist eine möglichst störungsfreie Montage, denn Metallteile, Lautsprecher, elektrische Leitungen und andere magnetische Einflüsse können die Anzeige verfälschen. In diesem ausführlichen Ratgeber erfahren Sie, was einen Schiffskompass auszeichnet, welche verschiedenen Arten erhältlich sind, welche Alternativen infrage kommen und worauf Sie bei Auswahl, Montage, Nutzung und Pflege besonders achten sollten.
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Was ist ein Schiffskompass?
Ein Schiffskompass ist ein Navigationsinstrument, das die Richtung in Bezug auf das Erdmagnetfeld anzeigt. Im Unterschied zu vielen elektronischen Navigationsgeräten benötigt ein klassischer Magnetkompass keine externe Stromversorgung, um die Himmelsrichtung darzustellen. Im Inneren befindet sich eine magnetisierte Kompassrose beziehungsweise ein Magnetsystem, das sich entsprechend dem Erdmagnetfeld ausrichtet.
Bei nautischen Kompassen ist die Konstruktion speziell auf die Bedingungen an Bord abgestimmt. Ein Schiff bewegt sich permanent durch Wellen, Beschleunigung, Krängung und Vibrationen. Deshalb muss die Kompassanzeige trotz dieser Bewegungen möglichst ruhig und zuverlässig ablesbar bleiben. Viele Modelle sind flüssigkeitsgedämpft. Die Flüssigkeit reduziert schnelle Bewegungen der Kompassrose und verhindert, dass die Anzeige ständig unkontrolliert hin- und herschwingt.
Die Anzeige ist normalerweise in Grad unterteilt. Ein vollständiger Kreis umfasst 360 Grad. Norden entspricht 0 beziehungsweise 360 Grad, Osten 90 Grad, Süden 180 Grad und Westen 270 Grad. Dadurch kann der Steuermann einen gewünschten Kurs direkt am Kompass kontrollieren.
Ein Schiffskompass darf jedoch nicht mit einem einfachen Wanderkompass gleichgesetzt werden. Nautische Modelle sind für eine feste oder zumindest stabile Verwendung an Bord konstruiert. Sie besitzen häufig eine größere Kompassrose, spezielle Halterungen, Beleuchtung für Nachtfahrten und Möglichkeiten zum Ausgleich bestimmter magnetischer Störungen.
Vorteile und Nachteile eines Schiffskompasses
Vorteile
Der größte Vorteil eines klassischen Schiffskompasses ist seine weitgehende Unabhängigkeit von elektronischer Technik. Ein Magnetkompass funktioniert auch dann, wenn GPS, Kartenplotter oder andere Navigationsgeräte ausfallen. Dadurch eignet er sich hervorragend als grundlegendes und redundantes Navigationsinstrument.
Ein weiterer Vorteil ist die unmittelbare Anzeige des anliegenden Kurses. Der Steuermann kann während der Fahrt jederzeit erkennen, in welche Richtung das Schiff ausgerichtet ist. Gerade bei längeren Kursen ist das sehr praktisch, weil keine komplexe Bedienung erforderlich ist.
Hochwertige nautische Kompasse sind zudem speziell für Bewegungen auf dem Wasser konstruiert. Flüssigkeitsdämpfung und präzise Lagerung sorgen dafür, dass die Anzeige auch bei leichtem Seegang vergleichsweise ruhig bleibt.
Auch die Lebensdauer kann bei guter Qualität hoch sein. Ein solider Schiffskompass besitzt nur wenige mechanisch belastete Komponenten und kann bei sachgemäßer Montage und Pflege über viele Jahre verwendet werden.
Nachteile
Ein Magnetkompass zeigt nicht automatisch die exakte geografische Nordrichtung an. Magnetische Missweisung und lokale Abweichungen müssen berücksichtigt werden. Hinzu kommen mögliche magnetische Störungen direkt an Bord, die als Deviation bezeichnet werden.
Elektrische Geräte, Lautsprecher, Werkzeuge, Metallteile, Motoren oder Leitungen können die Anzeige beeinflussen. Deshalb ist die Einbauposition entscheidend. Wird der Kompass an einer ungünstigen Stelle montiert, kann selbst ein hochwertiges Modell ungenaue Werte anzeigen.
Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass ein Schiffskompass allein keine Position bestimmt. Er zeigt lediglich eine Richtung beziehungsweise einen Kurs an. Für vollständige Navigation werden zusätzlich Seekarte, GPS, Kartenplotter oder andere Hilfsmittel benötigt.
Schiffskompass Bestseller Platz 2 – 4
Unterschiedliche Arten von Schiffskompassen
Aufbaukompass
Ein Aufbaukompass wird direkt auf einer ebenen Fläche montiert. Diese Bauart ist besonders auf kleineren Motorbooten und offenen Steuerständen beliebt. Die Montage ist vergleichsweise unkompliziert, weil kein großer Ausschnitt in das Armaturenbrett erforderlich ist.
Aufbaukompasse besitzen häufig ein stabiles Gehäuse und eine gut sichtbare Kompassrose. Einige Modelle lassen sich über eine Halterung neigen oder ausrichten. Das ist praktisch, wenn die vorhandene Montagefläche nicht optimal auf den Blickwinkel des Steuermanns abgestimmt ist.
Der Nachteil besteht darin, dass der Kompass stärker hervorsteht. Auf kleinen Steuerständen kann er dadurch Platz beanspruchen oder versehentlich angestoßen werden. Eine stabile Montage ist deshalb besonders wichtig.
Einbaukompass
Ein Einbaukompass wird teilweise oder vollständig in das Armaturenbrett beziehungsweise eine Konsole integriert. Dadurch entsteht eine besonders aufgeräumte Optik. Diese Bauweise ist bei Motorbooten und modernen Cockpits weit verbreitet.
Die feste Integration schützt das Gehäuse besser vor versehentlichen Stößen. Gleichzeitig muss vor der Montage sehr genau geprüft werden, ob hinter dem Armaturenbrett ausreichend Platz vorhanden ist. Auch elektrische Leitungen und andere magnetisch relevante Komponenten sollten berücksichtigt werden.
Der Montageaufwand ist höher als bei einem einfachen Aufbaukompass, da ein passender Ausschnitt erforderlich ist. Vor dem Bohren oder Sägen sollte deshalb sehr genau gemessen werden.
Schottkompass
Ein Schottkompass wird in einer senkrechten Fläche montiert und ist besonders bei Segelbooten verbreitet. Er kann beispielsweise im Cockpit so angebracht werden, dass er vom Steuerstand aus gut sichtbar ist. Viele Modelle besitzen eine große Kompassrose und ermöglichen auch aus einem seitlichen Winkel eine gute Ablesbarkeit.
Für Segelboote ist diese Bauform interessant, weil sie relativ geschützt montiert werden kann und keinen zusätzlichen Platz auf horizontalen Flächen beansprucht. Allerdings muss die Einbaulage exakt zu den Vorgaben des Herstellers passen.
Segelboot-Kompass
Ein Segelboot-Kompass ist besonders darauf ausgelegt, auch bei Krängung und wechselnden Bewegungen gut ablesbar zu bleiben. Segelboote neigen sich unter Winddruck teilweise deutlich zur Seite. Deshalb muss die Kompasskonstruktion solche Bewegungen möglichst zuverlässig ausgleichen.
Eine große, gut erkennbare Kompassrose ist auf Segelbooten besonders wichtig. Der Steuermann soll den Kurs auch bei Bewegung und aus einer etwas größeren Entfernung ablesen können. Beleuchtung für Nachtfahrten ist ebenfalls sinnvoll.
Motorboot-Kompass
Motorboot-Kompasse sind häufig kompakter aufgebaut und für die Montage auf oder im Steuerstand vorgesehen. Je nach Bootsgeschwindigkeit können stärkere Vibrationen auftreten. Ein gutes Modell sollte deshalb eine ausreichend gedämpfte Anzeige besitzen.
Bei schnellen Sportbooten ist außerdem eine schnelle und dennoch ruhige Anzeige wichtig. Ein zu träge reagierender Kompass kann Kursänderungen verzögert darstellen, während eine zu empfindliche Anzeige bei jeder Bewegung stark schwankt.
Handpeilkompass
Ein Handpeilkompass ist eine mobile Ergänzung zum fest montierten Schiffskompass. Mit ihm lassen sich Landmarken, Tonnen oder andere Ziele anpeilen. Dadurch kann beispielsweise die eigene Position anhand mehrerer Peilungen bestimmt beziehungsweise kontrolliert werden.
Handpeilkompasse sind kompakt und benötigen keine feste Montage. Sie eignen sich deshalb auch als Backup. Für das dauerhafte Steuern eines Bootes sind sie jedoch weniger komfortabel als ein fest montierter Hauptkompass.
Elektronischer Schiffskompass
Elektronische Kompasse arbeiten mit Sensoren statt mit einer klassischen magnetischen Kompassrose. Sie können Kursinformationen digital an Navigationssysteme, Autopiloten oder Instrumentendisplays weitergeben.
Der Vorteil liegt in der einfachen Integration moderner Bordelektronik. Ein elektronischer Kompass kann beispielsweise wichtige Daten für einen Autopiloten liefern. Im Gegensatz zum rein mechanischen Magnetkompass benötigt er jedoch elektrische Energie und ist von Sensorik sowie Bordnetz abhängig.
Alternativen zum Schiffskompass
GPS-Geräte bestimmen die eigene Position über Satellitensignale und können zusätzlich Kurs, Geschwindigkeit und weitere Informationen anzeigen. Für die moderne Navigation sind sie äußerst praktisch. Ein GPS ersetzt einen klassischen Kompass jedoch nicht vollständig, da elektronische Systeme ausfallen können und die dargestellte Bewegungsrichtung nicht in jeder Situation mit der tatsächlichen Ausrichtung des Schiffes identisch ist.
Kartenplotter
Ein Kartenplotter kombiniert elektronische Seekarten mit GPS-Positionierung. Er zeigt die aktuelle Position auf einer digitalen Karte und ermöglicht eine komfortable Routenplanung. Moderne Geräte können zusätzlich Informationen von Echolot, Radar, AIS und anderen Systemen darstellen.
Für die praktische Navigation ist ein Kartenplotter wesentlich leistungsfähiger als ein einzelner Kompass. Trotzdem bleibt ein klassischer Schiffskompass als unabhängige Rückfallebene sinnvoll.
Smartphone oder Tablet
Navigations-Apps auf Smartphone oder Tablet können ebenfalls GPS-Position, Karten und Kursinformationen anzeigen. Für kleinere Boote und gelegentliche Fahrten können sie eine günstige Ergänzung darstellen.
Allerdings sind Akkulaufzeit, Wasserschutz, Bildschirmablesbarkeit bei Sonnenlicht und Zuverlässigkeit zu berücksichtigen. Ein mobiles Gerät sollte deshalb nicht die einzige Navigationsmöglichkeit an Bord darstellen.
Handkompass
Ein einfacher Handkompass kann im Notfall grundlegende Richtungsinformationen liefern. Für dauerhaftes Steuern ist er allerdings deutlich weniger bequem. Als günstiges Backup kann er trotzdem sinnvoll sein.
Autopilot
Ein Autopilot kann einen vorgegebenen Kurs automatisch halten. Er verwendet dafür elektronische Kursinformationen und andere Sensordaten. Für längere Fahrten ist dies sehr komfortabel. Der Autopilot stellt allerdings keinen Ersatz für grundlegende Navigation und Kurskontrolle dar.
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Beliebte Schiffskompasse und Produktbeispiele
| Produktname | Marke | Ungefährer Preis | Kurze Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Ritchie Explorer | Ritchie Navigation | ca. 80–130 Euro | Kompakter Marinekompass für Motorboote und kleinere Steuerstände mit gut ablesbarer Kompassrose. |
| Ritchie Navigator | Ritchie Navigation | ca. 180–300 Euro | Größerer nautischer Kompass mit robuster Konstruktion für anspruchsvollere Anwendungen. |
| Plastimo Contest 101 | Plastimo | ca. 150–220 Euro | Bekannter Segelboot-Kompass für Schottmontage mit gut sichtbarer Kompassrose. |
| Plastimo Offshore 75 | Plastimo | ca. 90–150 Euro | Kompakter Boots- und Marinekompass für verschiedene Montagepositionen. |
| Silva 100P | Silva | ca. 100–170 Euro | Marinekompass mit übersichtlicher Anzeige für kleinere und mittlere Boote. |
Worauf sollte beim Kauf eines Schiffskompasses geachtet werden?
Ablesbarkeit
Eine der wichtigsten Eigenschaften ist eine gut erkennbare Kompassrose. Die Markierungen sollten kontrastreich, ausreichend groß und auch aus der normalen Steuerposition gut lesbar sein. Auf größeren Booten kann der Abstand zwischen Steuermann und Instrument erheblich sein. Ein zu kleiner Kompass wird dann schnell unpraktisch.
Montageart
Vor dem Kauf muss geklärt werden, wo der Kompass montiert werden soll. Aufbau-, Einbau- und Schottmodelle unterscheiden sich konstruktiv deutlich. Nicht jeder Kompass funktioniert in jeder Einbaulage korrekt. Die vom Hersteller erlaubten Montagepositionen müssen deshalb berücksichtigt werden.
Dämpfung
Ein Marinekompass sollte die Bewegungen des Bootes ausreichend dämpfen. Flüssigkeitsgedämpfte Modelle sind besonders verbreitet. Die Anzeige soll ruhig genug sein, um den Kurs gut ablesen zu können, gleichzeitig aber schnell genug auf tatsächliche Kursänderungen reagieren.
Beleuchtung
Wer bei Dunkelheit oder in der Dämmerung unterwegs ist, sollte auf eine integrierte Beleuchtung achten. Diese darf nicht zu hell sein, da starkes Licht die Nachtsicht beeinträchtigen kann. Eine gleichmäßige, dezente Beleuchtung der Kompassrose ist ideal.
Größe
Die richtige Größe hängt sowohl vom verfügbaren Platz als auch vom Abstand zum Steuermann ab. Ein sehr kompakter Kompass spart Platz, kann aber schwieriger abzulesen sein. Auf größeren Booten ist eine größere Kompassrose häufig komfortabler.
Ausgleichsmöglichkeiten
Einige hochwertige Schiffskompasse besitzen eingebaute Kompensationsmagnete beziehungsweise Möglichkeiten zur Korrektur bestimmter Abweichungen. Diese können sinnvoll sein, wenn sich magnetische Einflüsse an Bord nicht vollständig vermeiden lassen.
Witterungsbeständigkeit
Ein Schiffskompass ist Feuchtigkeit, Salzwasser, UV-Strahlung und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Das Gehäuse sollte deshalb robust und für den maritimen Einsatz konstruiert sein. Besonders bei offenen Cockpits ist eine hohe Wetterbeständigkeit wichtig.
Qualität des Gehäuses
Eine solide Verarbeitung schützt das empfindliche Innenleben. Kunststoffgehäuse sind leicht und korrosionsbeständig, während hochwertige Metallkomponenten sehr stabil sein können. Entscheidend ist die gesamte Verarbeitung und nicht allein das Material.
Den Schiffskompass richtig montieren
Die Montageposition hat erheblichen Einfluss auf die Genauigkeit. Ein Kompass sollte möglichst weit von starken magnetischen oder elektrischen Störquellen entfernt angebracht werden. Dazu gehören beispielsweise Lautsprecher, Elektromotoren, große Metallteile, Werkzeuge, Kabelbündel und bestimmte elektronische Geräte.
Vor einer endgültigen Montage ist es sinnvoll, den geplanten Standort auf magnetische Beeinflussung zu überprüfen. Schon das Annähern eines Smartphones oder Werkzeugs kann bei einem empfindlichen Kompass eine sichtbare Abweichung verursachen.
Der Kompass sollte außerdem genau entsprechend der Längsachse des Schiffes ausgerichtet werden. Eine schiefe Montage führt dazu, dass die angezeigte Richtung nicht korrekt mit dem tatsächlichen Kurs übereinstimmt.
Nach der Montage sollte die Deviation kontrolliert werden. Bei größeren oder professionell genutzten Schiffen wird dafür eine Kompasstabelle beziehungsweise Deviationstabelle erstellt. Sie dokumentiert Abweichungen bei verschiedenen Kursen.
Magnetische Missweisung und Deviation verstehen
Ein Schiffskompass zeigt magnetisch Nord und nicht automatisch geografisch beziehungsweise rechtweisend Nord an. Der Winkel zwischen beiden Richtungen wird als magnetische Missweisung bezeichnet. Dieser Wert hängt vom geografischen Standort ab und verändert sich langfristig.
Zusätzlich kann das Schiff selbst das Magnetfeld beeinflussen. Metallteile, Motoren und elektrische Anlagen erzeugen lokale Abweichungen. Diese werden als Deviation bezeichnet.
Für präzise Navigation müssen beide Einflüsse berücksichtigt werden. In der Praxis ist dies insbesondere relevant, wenn Kurse aus Seekarten übernommen oder genaue Peilungen durchgeführt werden.
Schiffskompass richtig ablesen
Beim Ablesen sollte sich der Steuermann möglichst in der vorgesehenen Blickposition befinden. Je nach Kompassbauart kann ein schräger Blickwinkel die Interpretation erschweren. Die Steuerstriche beziehungsweise Lubber Line dienen als Referenz für die Längsrichtung des Schiffes.
Während des Seegangs schwankt die Anzeige naturgemäß etwas. Statt jede kleine Bewegung sofort auszusteuern, sollte der mittlere Kurs beurteilt werden. Besonders bei kleineren Booten kann übermäßiges Gegensteuern zu einem unruhigen Kurs führen.
Bei längeren Fahrten sollte die Kompassanzeige regelmäßig mit anderen Navigationsinformationen abgeglichen werden. Abweichungen können auf Strömung, Wind, magnetische Störungen oder Fehler bei der Kursplanung hinweisen.
Pflege und Wartung eines Schiffskompasses
Ein Marinekompass benötigt vergleichsweise wenig Pflege. Das Gehäuse und die Sichtscheibe sollten regelmäßig mit einem weichen Tuch gereinigt werden. Salzablagerungen können mit klarem Wasser entfernt werden. Aggressive Reiniger sollten nur verwendet werden, wenn der Hersteller sie ausdrücklich erlaubt.
Die Sichtscheibe sollte nicht mit rauen Schwämmen behandelt werden, da Kratzer die Ablesbarkeit verschlechtern können. Bei Außenmontage kann eine passende Schutzabdeckung die Lebensdauer erhöhen.
Bei flüssigkeitsgedämpften Kompassen sollte gelegentlich kontrolliert werden, ob sich Luftblasen im Gehäuse bilden. Kleine Blasen können je nach Temperatur auftreten, größere oder dauerhaft vorhandene Luftblasen können jedoch auf ein Problem hinweisen.
Auch die Beleuchtung sollte regelmäßig geprüft werden. Ein Ausfall fällt häufig erst bei der nächsten Nachtfahrt auf. Kabel und Anschlüsse müssen gegen Feuchtigkeit geschützt sein.
Häufig gestellte Fragen zum Schiffskompass
Braucht man trotz GPS noch einen Schiffskompass?
Ein klassischer Schiffskompass ist trotz moderner GPS-Navigation sinnvoll. Elektronische Geräte können ausfallen, Akkus können leer werden und Bordelektronik kann durch Defekte beeinträchtigt sein. Ein Magnetkompass arbeitet unabhängig von Satelliten und Stromversorgung und bietet deshalb eine wichtige zusätzliche Orientierungsmöglichkeit.
Wo sollte ein Schiffskompass montiert werden?
Der Kompass sollte gut sichtbar und möglichst frei von magnetischen Störungen montiert werden. Lautsprecher, Motoren, elektrische Leitungen, Werkzeuge und größere Metallteile können die Anzeige beeinflussen. Außerdem muss die Ausrichtung zur Längsachse des Bootes stimmen.
Warum zeigt ein Schiffskompass falsch an?
Eine falsche Anzeige kann verschiedene Ursachen haben. Magnetische Störungen an Bord, fehlerhafte Montage, Deviation oder eine falsche Interpretation der magnetischen Missweisung kommen infrage. Auch Defekte am Kompass selbst sind möglich. Bei auffälligen Abweichungen sollte das gesamte Umfeld der Montageposition überprüft werden.
Was bedeutet Deviation beim Schiffskompass?
Deviation bezeichnet die Abweichung des Magnetkompasses, die durch magnetische Einflüsse des eigenen Schiffes verursacht wird. Dazu können Metallteile, Motoren oder elektrische Anlagen beitragen. Die Größe der Abweichung kann je nach Kurs unterschiedlich sein.
Was ist die magnetische Missweisung?
Die magnetische Missweisung beschreibt den Winkel zwischen geografischem Norden und magnetischem Norden. Da der Magnetkompass nach dem Erdmagnetfeld ausgerichtet ist, muss dieser Unterschied bei präziser Navigation berücksichtigt werden.
Welche Größe sollte ein Schiffskompass haben?
Die Größe hängt von Boot, Steuerstand und Ableseentfernung ab. Auf kleinen Motorbooten reicht häufig ein kompakter Kompass. Auf Segelbooten oder größeren Schiffen ist eine größere Kompassrose komfortabler, weil sie auch aus größerem Abstand leichter erkannt werden kann.
Kann ein Smartphone einen Schiffskompass beeinflussen?
Ja, Smartphones enthalten Magnete und elektronische Bauteile und können einen Magnetkompass bei geringer Entfernung beeinflussen. Deshalb sollten Mobiltelefone, Lautsprecher und andere magnetische Gegenstände nicht direkt neben dem Kompass abgelegt werden.
Was bedeutet flüssigkeitsgedämpfter Kompass?
Bei einem flüssigkeitsgedämpften Kompass befindet sich die Kompassrose in einer speziellen Flüssigkeit. Diese bremst schnelle Bewegungen und sorgt dafür, dass die Anzeige bei Vibrationen und Seegang ruhiger bleibt. Dadurch lässt sich der Kurs leichter ablesen.
Kann man einen Schiffskompass selbst montieren?
Bei kleinen Booten und einfachen Aufbaukompassen ist die Montage grundsätzlich auch selbst möglich, sofern die Herstellerangaben genau beachtet werden. Entscheidend sind eine korrekte Ausrichtung und ein störungsarmer Montageort. Bei anspruchsvollen Installationen oder erheblichen Abweichungen kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein.
Wie lange hält ein Schiffskompass?
Ein hochwertiger Kompass kann bei sachgemäßer Nutzung viele Jahre funktionieren. UV-Strahlung, Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und mechanische Belastung beeinflussen die Lebensdauer. Regelmäßige Sichtkontrolle und eine schützende Abdeckung können insbesondere bei offen montierten Geräten hilfreich sein.
Schiffskompass Test bei Stiftung Warentest & Co
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Stiftung Warentest ist bekannt dafür, eine Vielzahl an Produkte einem genauen Test zu unterziehen. Schiffskompass wurden bisher noch nicht getestet, so dass wir Ihnen keinen Schiffskompass Testsieger präsentieren können.
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Leider ist uns momentan kein Schiffskompass Stiftung Warentest Sieger bekannt.
Fazit zum Schiffskompass
Ein zuverlässiger Schiffskompass bleibt auch in Zeiten von GPS, Kartenplottern und moderner Bordelektronik ein wichtiges Navigationsinstrument. Seine große Stärke besteht in der einfachen und weitgehend unabhängigen Funktionsweise. Ein klassischer Magnetkompass benötigt keine Satellitenverbindung und keine elektrische Energie, um die grundlegende Kursrichtung anzuzeigen. Dadurch stellt er eine wertvolle Ergänzung und Rückfallebene für die Navigation dar.
Bei der Auswahl sollte zunächst die passende Bauform bestimmt werden. Aufbaukompasse eignen sich gut für kleinere Motorboote und einfache Steuerstände, während Einbaukompasse eine besonders saubere Integration ermöglichen. Auf Segelbooten sind Schottkompasse mit großer, gut sichtbarer Kompassrose häufig besonders praktisch. Zusätzlich kann ein Handpeilkompass eine sinnvolle Ergänzung für Peilungen und als Backup sein.
Entscheidend ist jedoch nicht nur die Qualität des Kompasses, sondern auch seine Montage. Selbst ein hochwertiges Modell kann ungenau anzeigen, wenn es direkt neben magnetischen oder elektrischen Störquellen angebracht wird. Eine sorgfältige Auswahl des Montageortes, eine korrekte Ausrichtung zur Schiffsachse und die Kontrolle möglicher Deviationen sind deshalb unverzichtbar.
Wer regelmäßig nachts unterwegs ist, sollte zudem auf eine gut abgestimmte Beleuchtung achten. Robustes Gehäuse, klare Sichtscheibe und eine ausreichend gedämpfte Kompassrose erhöhen den praktischen Nutzen zusätzlich. Insgesamt ist der beste Schiffskompass nicht automatisch das teuerste Modell, sondern der Kompass, der zur Bootsgröße, Einbausituation und Art der Nutzung passt und auch unter realistischen Bedingungen zuverlässig und gut ablesbar bleibt.
Zuletzt Aktualisiert am 21.08.2026
Letzte Aktualisierung am 22.08.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
